Massenweise Feuerwerkskörper hat ein Bruchsaler in seiner Wohnung gehortet. Die Polizei fand 250 Kilo des verbotenenen Materials | Foto: dpa

Mann hortet Feuerwerkskörper

Explosiver Einsatz in Bruchsal

Die Spur führte von Berlin nach Bruchsal: Bei einem 39-jährigen Mann hat die Polizei am Mittwochmorgen über 250 Kilogramm an Feuerwerkskörpern gefunden. Das Amtsgericht hatte eine Durchsuchung angeordnet, bei der in der Wohnung in der Nähe des Bruchsaler Schlachthofs weiteres Zubehör gefunden wurde: Mehrere Meter Zündschnur, Kleber, Folien und Leerhülsen.

War der Mann nur ein „Freak“?

Polizei und Staatsanwalt gehen nicht davon aus, dass der Mann, der Deutscher ist, einen Anschlag geplant hatte. Möglicherweise handele es sich nur um einen „Freak“, so die erste Einschätzung. Was der Mann mit dem hochexplosiven Material in seiner Wohnung vorhatte, ist derzeit noch völlig unklar. „Es gibt noch keine konkreten Hinweise darauf, dass er damit Handel betreiben wollte“, erklärte eine Polizeisprecherin. Dennoch waren die Behörden alarmiert.

In Kisten wie dieser lagerte der Bruchsaler die illegalen Feuerwerkskörper.
In Kisten wie dieser lagerte der Bruchsaler die illegalen Feuerwerkskörper. | Foto: Polizei

Aufmerksam geworden sind sie auf ihn, weil er sein illegales Material offenbar in Berlin bei einem dortigen illegalen Händler gekauft hatte, den die Polizei im Visier hatte. So führte die Spur ins Badische.
Am Mittwoch rückten Beamte der Kriminalpolizei Karlsruhe und des Polizeireviers Bruchsal aus. Ein Sprengstoffspürhund kam ebenso zum Einsatz wie Sprengstoffspezialisten, die mit schwerem Gerät aus dem Landeskriminalamt Baden-Württemberg angefordert wurden. Sie sicherten den Fund in speziellen Behältern, transportieren ihn ab und stellten ihn sicher.

Sprengstoff aus Osteuropa und China

Die Feuerwerkskörper befanden sich in der Wohnung des Mannes in Kisten, sie hatten laut Polizei keine Kennzeichnung. Größtenteils handele es sich um Sprengkörper, die in Osteuropa und China hergestellt wurde, so informieren Polizei und Staatsanwaltschaft weiter. Sie kommen wohl vorwiegend bei Großfeuerwerken zum Einsatz, so die Einschätzung der Spezialisten.

 

Es besteht keine Fluchtgefahr

Der 39-jährige Bruchsaler hat bisher keine Aussagen gemacht. Ihm wird der Verstoß gegen das Sprengstoffgesetz vorgeworfen. Der Mann ist auf freiem Fuß. „Es besteht keine Fluchtgefahr“, erläutert eine Sprecherin der Polizei auf BNN-Nachfrage. Der Mann habe einen festen Wohnsitz, damit bestehe kein Haftgrund. Bei der Wohnungsdurchsuchung habe er sich kooperativ gezeigt, mittlerweile allerdings schweigt er zu den Vorwürfen.
Die Nachricht kommt nur wenige Tage nach einem tragischen Unglück in Mexiko-Stadt. Bei schweren Explosionen auf einem Markt für Feuerwerkskörper starben 29 Menschen, Dutzende wurden teils schwer verletzt.