Mit dem Rettungshubschrauber musste die 26-Jährige in ein Krankenhaus gebracht werden. Am Dienstagabend gab es Entwarnung: Die Frau schwebt nicht mehr in Lebensgefahr. | Foto: 7aktuell

Gute Nachricht aus der Klinik

Warum geriet junge Fastnachterin in Hambrücken unter die Räder?

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Fröhliches Treiben mit bitterem Ausgang: Beim Fastnachtsumzug in Hambrücken hat sich am Sonntagnachmittag eine 26-jährige Frau aus dem Philippsburger Stadtteil Huttenheim lebensgefährlich verletzt. Am Dienstag dann die erste gute Nachricht aus dem Krankenhaus: Die Frau schwebt nicht mehr in Lebensgefahr. Dies erfuhren die BNN auf Nachfrage bei der Polizei. Dort wird der tragische Unfall nun aufgearbeitet. Es hätten sich bereits Zeugen gemeldet, die den Unfall beobachtet haben. 

Fastnachterin war zur Sicherung eingeteilt

Erste Untersuchungen ergaben, dass der 35-jährige Fahrer des Traktors nicht alkoholisiert war. Auch bei der jungen Frau gab es keine Anzeichen einer Alkoholisierung. Das Tragische: Die junge Fastnachterin war in ihrer Fastnachtsgruppe eingeteilt, die Sicherheit zu gewährleisten und dafür zu sorgen, dass die Zuschauer dem Wagen nicht zu nahe kommen. Ausgerechnet der eigene Wagen hat die Frau dann überrollt.

Standen Betrunkene im Weg herum?

Die Philippsburger Polizei, die vor Ort im Einsatz war, bezieht zudem Stellung, zu Aussagen, dass viele Betrunkene den Rettungskräften im Weg standen und sich das Durchkommen schwer gestaltete: „Die Hambrückener Straßen sind einfach sehr eng, und am Ende des Fastnachtsumzug laufen immer sehr viele Menschen. Daher war ein Durchkommen natürlich ersteinmal schwierig.“ Von einer vorsätzlichen Behinderung der Rettungskräfte allerdings wusste die Polizei nicht zu berichten.

Wilde Gerüchte im Netz

Entkräften konnte die Polizei vor allem ein Gerücht aus den sozialen Netzwerken: Noch am Sonntagabend wurde darüber spekuliert, dass die Frau im Krankenhaus gestorben sei. Nach einem Anruf im Krankenhaus kam die Entwarnung, die Frau lebt, so erfuhren die BNN von der Polizei.

Was war passiert?

Der Faschingsumzug war bereits vor dem Ende, als es kurz nach 16 Uhr in der Kirchstraße zu dem schweren Unfall kam. Offenbar war die Frau über einen Bordstein gestolpert und fiel unter einen vorbeifahrenden Faschingswagen. Dabei stürzte sie wohl so unglücklich auf den Kopf, dass sie sich schwere Kopfverletzungen zuzog. Der 35-jährige Fahrer des Traktors habe den Vorfall nicht bemerkt. Passanten haben die Teilnehmerin aus dem Gefahrenbereich gezogen.

Rettungsdienst kämpft sich durch die Faschingsmenge

Die Freiwillige Feuerwehr Hambrücken, der Rettungsdienst und die Polizei wurden alarmiert und kämpften sich durch die Faschingsmenge zum Unfallort vor. Ein Augenzeuge berichtete gegenüber den BNN: „Die Einsatzkräfte kamen kaum voran, weil ihnen viele Betrunkene den Weg versperrten.“ Einige Besucher hätten die Rettung „massiv behindert“, so schildert der Augenzeuge weiter. Über Lautsprecher wurden die Teilnehmer gebeten, die Strecke freizumachen. Laut Polizei herrschte in Hambrücken die „übliche Enge eines Faschingsumzugs in engen Gassen“. Es geben derzeit keine Erkenntnisse, dass die Rettungskräfte absichtlich behindert wurden.

 

Der Umzug in Hambrücken war schon beinahe beendet, als es zu dem tragischen Unfall kam.
Der Umzug in Hambrücken war schon beinahe beendet, als es zu dem tragischen Unfall kam. | Foto: 7aktuell

Glücklicherweise war die junge Frau entgegen der ersten Meldung nicht unter dem Faschingswagen eingeklemmt. Offenbar hatte aber ein Reifen des Traktors oder des Anhängers die Teilnehmerin überrollt. Der Rettungsdienst  ließ einen Rettungshubschrauber einfliegen. Dieser landete in der Hambrückener Teichstraße. Im Anschluss wurde die Frau mit lebensgefährlichen Verletzungen in eine Spezialklinik geflogen.

DRK erreicht über Seitenstraße den Unfallort

Das Deutsche Rote Kreuz Hambrücken hatte zusammen mit der Notfallhilfe Hambrücken Sanitätsdienst. Einer der Verantwortlichen berichtete gegenüber den BNN: „Sofort nach der Alarmierung wurde durch das DRK Hambrücken die Unfallstelle angefahren. Aufgrund der Ortskenntnisse – über Seitenstraßen – konnten die Fahrzeuge die Unfallstelle schnell erreichen.“  Bereitschaftsleiter Daniel Albrech, selbst Rettungsassistent, war ebenfalls nach nur wenigen Minuten vor Ort. Sofort begann man mit lebensrettenden Maßnahmen, berichtet der DRK-Vertreter.

Polizei sucht Zeugen

Zeugen, die den Unfall beobachtet haben, werden gebeten sich bei der Verkehrspolizei in Karlsruhe, unter der Telefonnummer (0721) 944840 zu melden.

Tausende Gäste säumten die Straßen

Der Hambrückener Fastnachtsumzug hatte am Sonntagnachmittag bei herrlichem Sonnenschein tausende Zuschauer an die Strecke gelockt. Insgesamt verzeichneten die Organisatoren 54 Teilnehmer-Gruppen, darunter hauptsächlich Fußgruppen. Noch während des Umzuges äußerten sich die Veranstalter zufrieden mit dem Verlauf, nicht ahnend, was sich am Ende des närrischen Lindwurms ereignete.

Ausgelassen feierten die Narren in Hambrücken den Fastnachtsumzug. 54 Gruppen waren am Start. Tausende Narren säumten die Straße. Von dem tragischen Unfall bekamen viele gar nichts mit.
Ausgelassen feierten die Narren in Hambrücken den Fastnachtsumzug. 54 Gruppen waren am Start. Tausende Narren säumten die Straße. Von dem tragischen Unfall bekamen viele gar nichts mit. | Foto: Klumpp