Am Verkaufsstand der Fischzüchterei „Quellfisch" in Bruchsal kauft Luitgard Schönherr aus Obergrombach frische Forellen für die Feiertage. | Foto: Martin Heintzen

Finanzielle Abstriche

Fischverkauf an Karfreitag: Angelvereine müssen wegen Corona auf Traditionen verzichten

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Angelvereine müssen an Karfreitag diesmal auf traditionelle Fischverkäufe verzichten. Teils fallen damit größere Events aus. Ein Bruchsaler Händler ist dafür hochzufrieden mit seinen Verkaufszahlen.

An die tausend Gäste, davon 600 im bestuhlten Festzelt: So sieht laut dem Vorsitzenden Axel Bächle normalerweise das Fischessen des Angelsportvereins Oberhausen an einem sonnigen Karfreitag aus. Deutlich mehr als zwei Personen also. Die Folge: Die Traditionsveranstaltung musste in diesem Jahr wegen der Corona-Verhaltensregeln ausfallen. Ein herber Schlag für den Verein.

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Traditionelle Events fallen aus

An die tausend Portionen: So viel Fisch verkauft der Sportfischerverein Bruchsal normalerweise an einem Karfreitag. Die Leute nehmen den Fisch mit nach Hause oder essen ihn gleich vor Ort. Auch der Bruchsaler Verein musste seinen traditionellen Verkauf diesmal absagen.

Selbst wenn alle Kunden gleich nach Hause gegangen wären: Der Vorsitzende Michael Schlegel rechnet hoch, dass es eine Schlange von hundert Metern hätte geben können. Andererseits: „Vielleicht wären aus Angst vor Corona auch viel weniger Menschen gekommen.“ Dann wäre der Verein auf den Fischportionen sitzen geblieben. Zu viel Risiko.

Nun mussten also Hunderte Gäste auf beliebte Veranstaltungen verzichten – und für Fisch an Karfreitag eine andere Lösung finden.

Am Donnerstag haben wir das verkauft, was ich für die ganze Woche gedacht hatte.

Dominik Wozasek, Geschäftsführer von „Quellfisch“ in Bruchsal

Eine Möglichkeit war die Fischzüchterei Quellfisch in Bruchsal. Am Verkaufsstand war diese Woche die Nachfrage groß: mittwochs auf dem Wochenmarkt, vor allem aber am Gründonnerstag auf dem eigenen Gelände in der Karlsruhe Straße. „Am Donnerstag haben wir das verkauft, was ich für die ganze Woche gedacht hatte“, sagt Geschäftsführer Dominik Wozasek.

Und das, obwohl Vereine und Gastronomie in diesem Jahr als Abnehmer wegfielen. Privatkunden glichen die Bilanz mehr als aus. „Das Ergebnis ist im Vergleich zum Vorjahr deutlich besser. Das war ein gutes Geschäft“, so Wozasek. Auch am Karfreitag wurde verkauft, wenn auch mit geringerem Andrang. Mittags waren schon nur noch kleine Fische vorrätig.

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Angelvereine beklagen finanzielle Einbußen

Für die Angelvereine gehen die Probleme derweil weiter. Als nächste Veranstaltung in Oberhausen ist das Anangeln am 18. April abgesagt. Der Vorsitzende Axel Bächle geht davon aus, dass auch das Fischerfest im August ausfallen wird. Existenzängste habe müsse der Verein mit seinem Heim am Erlichsee noch nicht haben. Klar sei aber auch: „Jeder Euro, den wir durch die Feste nicht einnehmen, tut weh.“

Beim Sportfischerverein Bruchsal sieht der Vorsitzende Michael Schlegel durch den ausfallenden Karfreitag-Fischverkauf einen finanziellen Einbruch. „Wir machen sonst kein Fest im Jahr. Daher ist das jetzt ziemlich happig.“ Später im Jahr habe sich keine Veranstaltung etablieren lassen.

Die Verschiebung komme also nicht in Frage, zumal durch die Corona-Lage zu unsicher sei, wann überhaupt wieder ein Vereinsfest möglich ist. Schlegel überlegt nun, ob er an die Stadtverwaltung schreiben soll. Er hofft auf eine „kleine Unterstützung“ für seinen Verein.

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