Fast jeder vierte Fahrer war bei einer Geschwindigkeitskontrolle der Polizei auf der A5 zwischen Kronau und dem Kreuz Walldorf zu schnell unterwegs | Foto: Uli Deck/dpa

Nach schwerem Unfall im Fokus

A5 bei Kronau: Fast jeder Vierte zu schnell unterwegs

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Diese Zahlen machen einfach nur sprachlos: Innerhalb von knapp drei Stunden hat die Polizei auf der Autobahn 5 zwischen Kronau und Walldorfer Kreuz 2  365 Temposünder erwischt.

Damit war fast jeder vierte Fahrer zu schnell unterwegs, wie das Polizeipräsidium Mannheim mitteilte. Und das, obwohl der Streckenabschnitt in Fahrtrichtung Heidelberg als besonders gefährliches Pflaster gilt. „Spitzenreiter“ unter den Rasern war ein Fahrer, der mit 148 statt der erlaubten 80 km/h geblitzt wurde. „Natürlich macht uns so etwas nachdenklich“, sagte ein Polizeisprecher gegenüber dieser Zeitung.

Tempolimit verschärft und Stauwarnung installiert

Rückblick: Nach dem verheerenden Unfall auf der A5 mit vier Toten von Mitte Februar hatte die Mannheimer Verkehrspolizei und das Regierungspräsidium Karlsruhe das Tempolimit auf dem Autobahnabschnitt verschärft und Stauwarnanlagen installiert. Zudem werden auch Lkw-Fahrer verstärkt ins Visier genommen. Auch sogenannte „fahrerfremde Tätigkeiten“ – wie etwa das Sichten von Frachtpapieren – werden seitdem mit einem Bußgeld und einem Punkt in Flensburg geahndet.

Polizei ratlos

Dass Ergebnis der Geschwindigkeitskontrolle vom Mittwoch macht deshalb selbst die Polizei ratlos. „Auf der Strecke gab es seit der traurigen Unfallserie in diesem Jahr bereits mehrere Kontrollen“, sagte der Sprecher, „aber nicht mit einem solchen Ergebnis wie jetzt“. 1  105 Fahrzeuglenker müssen demnach mit einer Verwarnung rechnen, über 1 230 Fahrer sogar mit Punkten in Flensburg. 130 weitere erhalten der Polizei zufolge zudem ein Fahrverbot von einem Monat. „Die Zahlen sind schon rekordverdächtig“, fasste es der Sprecher zusammen. Und jetzt? Die Strecke werde weiter im Fokus der Beamten bleiben, hieß es aus Mannheim.

Wichtiger Verkehrsknoten in Europa

Das Autobahnkreuz Walldorf gilt als wichtiger europäischer Verkehrsknotenpunkt, da sich hier die A5 von Dänemark nach Südfrankreich und die A6 von Nordfrankreich nach Tschechien treffen. Das Kreuz ist zudem einer der meistbefahrenen Straßenknotenpunkte Baden-Württembergs mit etwa 185  000 Fahrzeugen pro Tag. Bei dem schweren Unfall mit vier Toten und einer Schwerverletzten vom 12. Februar hatte ein Sattelzug zwei Autos unter ein stehendes Fahrzeug geschoben.