Der Schutthaufen in der Ortsmitte von Gochsheim. Für viele Bürger mittlerweile ein echtes Ärgernis. | Foto: Heimat- und Kulturverein Kraichtal

Ärger über „Schandfleck“

Gochsheim rätselt über verschwundenes Schild

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Sein Verschwinden wirft Fragen auf: Der Heimat und Museumsverein Kraichtal fahndet nach einem über 300 Jahre alten, wertvollen Eichenschild, das einst am Haus in der Gochsheimer Hauptstraße 83 hing, und nun spurlos verschwunden ist. Das Haus war bereits 2013 abgebrannt. Seither liegt ein Trümmerhaufen auf dem Grundstück mitten im Ort, und nichts tut sich – außer dass Unkraut wuchert. Viele Gochsheimer ärgert „der Schandfleck“ schon seit Jahren.

Spurlos verschwunden ist dieses wertvolle Eichenschild, das der Heimatverein aufwendig restaurieren ließ. | Foto: Heimat- und Kulturverein Kraichtal

Bei der Stadt weiß man nichts über den Verbleib

Nun aber kommt noch ein weiteres Ärgernis hinzu, so erklärt Jörg Tauss vom Heimatverein: Das Schild war vor einigen Jahren auf Kosten des Vereins für rund 2 000 Euro aufwendig restauriert worden. Nach dem Brand wurde die Stadt Kraichtal gebeten, das vom Feuer verschonte historische Schmuckstück zu bergen. Das sei laut Heimatverein auch geschehen. Dennoch ist das Schild mittlerweile verschwunden.

Auch bei der Stadt Kraichtal weiß man nichts über den Verbleib. Nun bittet der Heimatverein um Hinweise, so sich das wertvolle Stück vielleicht doch noch auftreiben lassen könnte. Das Schmuckstück des Hauses Hauptstraße 83 stammt aus dem Jahr 1715 und weist auf die Erbauer des Hauses hin. Deren Vita hat man im Heimatverein recherchiert.

Das Schild hat den Pfälzer Erbfolgekrieg überstanden, ebenso den Stadtbrand, eine Fassadenreparatur 1997 – wo das Schild eigentlich zerhackt werden sollte und von einem Nachbar gerettet wurde – sowie den Brand 2013.

Derweil wächst das Unkraut

Nun wächst das Unkraut über den Brandschutthaufen von damals weiter. Das Landratsamt Karlsruhe hatte den Eigentümer bereits vor Längerem per Anordnung verpflichtet, den Bauschutt ordnungsgemäß zu entsorgen. Zwischenzeitlich ist das Thema wohl bereits ein Fall fürs Verwaltungsgericht. Gut möglich also, dass der Schutthaufen auch in absehbarer Zeit nicht verschwindet.

Beim Heimat- und Museumsverein jedenfalls geht man davon aus, dass es sich bei den Brandresten nicht nur um harmlosen Schutt, sondern auch um Schadstoffe handeln könnte. Sollte die öffentliche Hand am Ende für die Entsorgung aufkommen müssen, könne es teuer werden, so die Einschätzung des Vereins.