Für ein dynamisches und sicheres Europa plädierte FDP-Mann Alexander Graf Lambsdorff bei einer Wahlkampfveranstaltung in Bruchsal. Mit dabei die Europakandidatin der Liberalen, Nicole Büttner-Thiel (rechts daneben). | Foto: Weidemann

Vor Europawahl

Graf Lambsdorff wirbt in Bruchsal für „Europa der Lebensfreude“

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„Es ist keine Zeit mehr. Politik ist nicht nur eine wichtige, sondern auch eine dringliche Sache.“ Mit diesem Appell wandte sich die Europakandidatin der FDP des Landkreises Karlsruhe, Nicole Büttner-Thiel an ihre Zuhörer in Bruchsal.

„Wir haben Technologien, die führend in der Welt sind – Volocopter aus Bruchsal sind ein Beispiel. Aber weil die bemannten Drohnen in Deutschland keine Aufstiegsgenehmigungen bekämen, wurde sogar schon von den eigenen Investoren gedrängt, nach China oder in die USA umzusiedeln.“

Europakandidatin Büttner-Thiel will „Made in Europe“ stärken

Es müsse dringend dafür gesorgt werden, dass aus diesen guten Ideen auch hier in Europa Arbeitsplätze und erfolgreiche Unternehmen mit Spitzentechnologien „Made in Europe“ geschaffen werden könne, fand die Kandidatin. Büttner-Thiel und der ehemalige Vizepräsident des Europäischen Parlaments, Alexander Graf Lambsdorff, standen den Gästen des Nachmittagstalks der Freien Demokraten im Wirtshaus in Bruchsal zur Europapolitik der FDP Rede und Antwort.

Zuvor sprach Graf Lambsdorff in seinem gut 20 Minuten langen Vortrag über das Ziel der Liberalen, ein freies, dynamisches Europa zu entwickeln, in dem die Menschen gerne leben. „Ein Europa der Lebensfreude“ nennt er es. Er betonte, wie wichtig es sei, die deutsch-französische Beziehung zu stärken und verurteilt zugleich das Verhalten der deutschen Kanzlerin gegenüber dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron. Während die Regierung des Nachbarlands neue Ideen für ganz Europa entwickle, schweige Merkel einfach und ließe Macron auflaufen.

Graf Lambsdorff: „FDP kämpft für ein dynamisches und sicheres Europa“

Mit Blick auf die AfD kritisierte er Kräfte, die Europa zurückentwickeln wollten: „Eine Europäische Union, in der gegenseitiger nationaler Hass geschürt wird, ist nicht das, was die FDP will“, schilderte Graf Lambsdorff. Die FDP kämpfe für ein dynamisches und sicheres Europa, in dem Terrorismus gemeinsam bekämpft wird. Hierzu müsse sowohl Europol als auch die europäische Grenz- und Küstenwache, Frontex, gestärkt werden.

Außerdem stehe die FDP nicht nur für journalistische Freiheit, sondern auch für freie Forschung und Wissenschaft ein. Freiheiten, die in der Türkei nicht ausnahmslos gegeben sind, weshalb sich die Partei klar gegen einen Eintritt der Türkei in die Europäische Union ausspricht. Seiner Meinung nach sollten sämtliche Verhandlungen dahingehend eingestellt werden.

Aufruf, an die Wahlurnen zu gehen

Bei der Fragerunde wurde neben Themen wie Plastikmüll auch die Unterstützung der Ukraine diskutiert. Ebenso beantwortete der Politiker Fragen zur Entwicklungshilfe in Afrika und dem Abbau von Fluchtursachen. „Afrika muss in zehn bis 20 Jahren ein zentrales Thema der Europäischen Union werden“, sagt er. Es müsse ein fairer Handel stattfinden – nicht der dortige Markt durch subventionierte und importierte Produkte kaputt gemacht werden. Eine der wichtigsten Botschaften war für Büttner-Thiel und für den Bundestagsabgeordneten Graf Lambsdorff: „Alle Demokraten an die Wahlurne.“