Mercedes von Donald Trump steht in Waghäusel im Landkreis Karlsruhe zum Verkauf
PROMINENTER VORBESITZER: Dieses Mercedes Carbriolet 560 SL hat der heutige US-Präsident Donald Trump 1987 gekauft.

In Oberhausen-Rheinhausen

Auto-Deal: Mercedes von Donald Trump wird bei Karlsruhe versteigert

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Von Werner Schmidhuber

Ein Gebrauchtwagenhändler aus dem Landkreis Karlsruhe kann auf das Geschäft seines Lebens hoffen. Oldtimer-Spezialist Firat Baz hat in Oberhausen-Rheinhausen ein präsidiales Schmuckstück im Angebot: Einen Mercedes Benz 560 SL, der dem Milliardär und heutigen US-Präsidenten Donald Trump gehörte. Ähnlich wie einst der VW Golf von Papst Benedikt soll das Auto mit dem berühmten Vorbesitzer nun im Internet versteigert werden. Ins Badische kam der Trump-Mercedes aus New York über einen Umweg.

Als US-Präsident wettert er lautstark gegen europäische Autokonzerne. Privat schätzt Donald Trump offenbar schon seit vielen Jahren „Made in Germany“. Jedenfalls kaufte der  Immobilien-Unternehmer im am 15. Juli 1987 bei Souvereign Motor Cars in Brooklyn keinen Ford oder Chrysler, sondern einen edlen Mercedes Benz. Das in Deutschland für den US-Markt produzierte Modell 560 SL ist unter Liebhabern auch als „Dallas-Mercedes“ bekannt. Denn es wurde in der gleichnamigen Kult-Serie von Bobby Ewing (Patrick Duffy) gefahren.

Heute steht Donald Trumps „Dallas-Mercedes“ in der Gemeinde Oberhausen-Rheinhausen. Nicht irgendwo am Straßenrand, sondern im Showroom von „Baz Dreamcars“ im Gewerbegebiet „Höber und Mandelbaum“. Bei dem Schlitten handelt es sich um einen seltenen Mercedes Benz 560 SL der Baureihe W 107. Hergestellt wurde er 1987, erworben im selben Jahr von Donald Trump, wie aus den Fahrzeug-Papieren zweifelsfrei hervorgeht.

„Wir mögen Donald Trump auch nicht“

Und so kam der Trump-Mercedes ins Badische: Seit September 2014 ist Firat Baz im Besitz des Automobils. Der Deutsch-Türke hat die „Kiste“ bei einer Auktion von einem italienischen Luxusautohändler ersteigert. Bis der Benz bei der Familie Baz in Waghäusel landete, versteuert und verzollt war, kostete der Spaß knapp 40.000 Euro. Damals galt das Fahrzeug noch nicht als Oldtimer, weil es erst 27 Jahre auf dem Buckel hatte. Nicht im Entferntesten ahnten die Käufer, dass einer der Vorbesitzer irgendwann der mächtigste Mann der Welt werden könnte. „Erst Ende 2015 fiel uns der Name auf, als er sich um die Kandidatur bei den Republikanern bewarb. Dass er es tatsächlich schaffen würde, damit hatten wir nicht gerechnet. Wir mögen ihn auch nicht“, stellt Firat-Tochter und Baris-Schwester Ebru Baz, die Vorsitzende des Integrationsvereins Waghäusel.

In der Werkstatt musste im Zuge der Restaurierung nur ein kleiner Frontschaden behoben werden. Dann bekam der Import eine neue Lackierung, selbstverständlich in der Originalfarbe Desert-Red oder auch Barolo-Rot. Die Lederausstattung in sogenannter Dattelfarbe ist noch dieselbe wie zu Trumpfs Zeiten.

Mercedes soll versteigert werden

Der Kaufvertrag von 1987 läuft auf den Namen „Donald J Trump“. Als Adresse ist auf der Garantiekarte „225 Fifth Avenue“ eingetragen, womöglich ein Tippfehler, und auf dem Kaufvertrag „725 Fifth Avenue“, dem Standort des berühmten Trump Tower – der 202 Meter hohe Wolkenkratzer in Manhattan. Alle Papiere sind im Besitz von Baris Baz. Wie seine Recherchen ergeben haben, lag der damalige Neuwert des Mercedes bei umgerechnet 120.000 Euro. Zwar wurde das Modell in Deutschland gebaut, aber war ausschließlich für Nordamerika bestimmt. Der heutige Wert des fachkundig restaurierten Oldtimers dürfte etwa 80.000 Euro betragen,  so der Händler. Und dann ist da noch der „Präsidenten-Faktor“, den niemand vorhersagen kann. Firat Baz und sein Sohn Baris wollen das Trump-Gefährt nun zur Versteigerung anbieten.

VW-Golf des späteren Papstes brachte 189.000 Euro

Die Firma „Dreamcars“ gibt es seit 2004. Geschäftsführer Firat Baz hatte die „Spedition Baz“ (jetzt „International Logistic“) in Waghäusel aufgebaut. Sein erlernter Beruf ist Kfz-Mechanikermeister, seine Leidenschaft sind Oldtimer. Für die Branche „Baz Consulting“ ist Baris Baz zuständig. Ob es den heutigen Autobesitzern genauso geht wie dem 21-jährigen Benjamin Halbe? Der Sauerländer konnte einen sechs Jahre alten VW-Golf, der früher auf den Kardinal Joseph Ratzinger und späteren Papst Benedikt XVI. angemeldet war, für 189.000 Euro versteigern. Gekauft hatte ihn der junge Mann für gerade 9.500 Euro.

1987 war ein wichtiges Jahr für Donald Trump

1987 war übrigens ein wichtiges Jahr für den heutigen starken Mann im Weißen Haus. 1987 kaufte er den Flitzer für ein schnelles Vorwärtskommen. 1987 legte Trump auch die Grundlage für seine politische Karriere, in jenem Jahr ließ er sich als Anhänger der Republikaner eintragen. Schon damals gab es übrigens Gerüchte, der bekannte Unternehmer könnte für die Präsidentschaft kandidieren. Die er Später wechselte er zur Independence Party, 2001 zu den Demokraten des Bill Clinton und 2009 wieder zu den Republikanern.

Das frühere Kennzeichen „Ivana 1“ gehört übrigens dazu. 1977 heiratete der Milliardär das tschechische Model Ivana Marie Zelníčková. 1990 ließ sich das Trump-Traumpaar scheiden. Seine Ivana, die später mit ihm in einem deutschen Auto sitzen durfte, hatte der Unternehmer bei den Olympia-Teilnehmerin 1976 in Montreal kennengelernt. Von 1993 bis 1999 wechselte Trump zur Schauspielerin Marla Maples, 2005 nahm er sich das slowenische Model Melania zur Frau – die heutige First Lady.

Dieses Youtube-Video wurde am 21. Juli 2014 online gestellt. Es zeigt den Trump-Mercedes, der jetzt in Waghäusel zum Verkauf steht und weist auf eine Ebay-Auktion hin. Wenige Wochen zuvor hatte Trumps geschiedene Ehefrau Ivana Trump das Auto verkauft.

Weitere Berichte aus dem nördlichen Landkreis Karlsruhe unter: www.bnn.de/Bruchsal