DIE LETZTEN ARBEITEN AM HALLENBODEN in Heidelsheim stehen an. Von nächster Woche an soll die Halle wieder provisorisch in Betrieb gehen. | Foto: Rebel

Kein Training in Heidelsheim

Hängepartie für Bruchsals Sportler

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Eigentlich hätten das Training und der Schulsport nach den Sommerferien in der Heidelsheimer Sporthalle wieder regulär beginnen sollen. Eigentlich. Denn noch immer ist an Training in Heidelsheim nicht zu denken. Jetzt sind Herbstferien, und so langsam werden die Sportler ungeduldig. Das schilderte auch CDU-Stadträtin Sigrid Gerdau. „Bis wann ist die Halle fertig?“ fragte sie jüngst im Gemeinderat und traf damit einen wunden Punkt: Denn bei der Sanierung der Halle ist einiges schief gegangen. Und das hat seit Wochen Auswirkungen auf Schulen und Vereine der Stadt, der Stadtteile und wirkt sich bis nach Gondelsheim aus.

Berliner Firma lässt alle hängen

Angefangen hatte alles mit einer europaweiten Ausschreibung im Februar für die Sanierung des Hallenbodens. Die Bruchsaler Stadtwerke, denen die Halle gehört, vergaben die Arbeiten an den wirtschaftlichsten Anbieter, eine Berliner Firma. „Die haben uns schlichtweg hängenlassen“, berichtet Stadtwerkechef Armin Baumgärtner gegenüber den BNN. Mal wurde zwei Tage gearbeitet, dann ruhte die Baustelle wieder. Erst unter juristischem Druck wurde man die Firma los. Schnell war eine andere gefunden – die gibt jetzt gerade richtig Gas. Doch seither mussten sämtliche Veranstaltungen verlegt werden: Die jungen Handballer weichen etwa nach Gondelsheim aus, Schulsport findet in Obergrombach statt, in Bruchsaler Hallen oder etwa am Gewerblichen Bildungszentrum. Der Liederkranz verlegte gar sein Jubiläum in die nahe TV-Halle, und der FC Heidelsheim weiß noch nicht, wo seine Winterfeier stattfinden kann.

Auswirkungen auf die gesamte Stadt

Ein logistisches Großprojekt wie Bruchsals Sportamtsleiter Frank Eckert plastisch schildert. Er und Schulamtsleiter Rainer Rapp hatten die vergangenen Wochen alle Hände voll zu tun. Schulbusse mussten organisiert werden. Sportvereine in der Kernstadt mussten zusammenrücken, Trainingsstunden verlegt werden. Und jetzt, da es draußen kalt und dunkel wird, drängen auch noch die Fußballkinder stärker in die Sporthallen. „Ein Gutes hat das Ganze“, erklärt Eckert: „Wir haben jetzt den Beweis erbracht, dass wir die neue Bahnstadt-Sporthalle unbedingt brauchen.“ Bei Eckert haben in den vergangenen Wochen die Drähte geglüht, Krisensitzungen wurden anberaumt, Hallenpläne erstellt und wieder verworfen. „Wir müssen in dieser Zeit zusammenrücken“, so sein Plädoyer an die anderen Vereine, bei denen er sich für ihre Solidarität bedankt.

Handballer sollen bald zurückkehren

Doch wann geht es in Heidelsheim weiter? Der neue Boden ist so gut wie fertig, doch jetzt wartet man noch auf die acht neuen Hallentore. Ohne die können die Garagen mit den Sportgeräten nicht sicher verschlossen werden. Ein neuer Vor-Ort-Termin brachte am Montagnachmittag Gewissheit: Von nächster Woche an, ab Mittwoch, können die ersten Jugend-Handballer zurückkehren. Bis dahin werden die offenen Garagen provisorisch verschalt. Die Hallentore sollen in sechs Wochen kommen. Der Schulsport der Dietrich-Bonhoefer-Schule wird zunächst in Obergrombach weitergeführt, die Busse dafür sind ohnehin gebucht. Und auch die erwachsenen Handballer der SG Heidelsheim/Helmsheim werden sich noch etwas gedulden müssen, bis die richtigen Garagentore eingebaut sind und ihre Heimspiele dann auch wieder in ihrer Heimat stattfinden können.