Kein schöner Anblick: Übervolle Glascontainer haben nach dem Ärger in Karlsruhe auch in Bruchsal für Unmut gesorgt, wie hier am Schlossgarten.
Kein schöner Anblick: Übervolle Glascontainer haben nach dem Ärger in Karlsruhe auch in Bruchsal für Unmut gesorgt, wie hier am Schlossgarten. | Foto: Heintzen

Volle Container bald geleert?

Hässliche Glashalden in Bruchsal

Sie miefen und sind wirklich keine Augenweide: Volle Glascontainer führten in den vergangenen Tagen dazu, dass in Heidelsheim, Helmsheim und verschiedenen Bruchsaler Straßen Sekt- und Weinflaschen sowie Gläser jeder Art neben und um die Großbehälter herum abgestellt wurden. Auf den BNN-Bericht aus Karlsruhe hin haben auch Bruchsaler per Facebook Bilder aus ihrem Viertel gepostet. Kein Einzelfall sei die Stadtgrabenstraße und auch am Hardfeldplatz, in der Württemberger Straße oder am Schlossgarten ähneln sich die unschönen Bilder.

Überrascht von der Fülle

„Wir sind überrascht worden von dieser Fülle nach Ostern“, sagt Oliver Grimm, Geschäftsführer der für die Entsorgung zuständigen Firma Suez Süd, deren Name bis zur Umfirmierung Anfang 2016 Sita lautete. Für gewöhnlich reichten ihre Entsorgungstouren in 99 Prozent der Fälle aus. „Zu Silvester kennen wir das Phänomen und sind auf Zusatzschichten eingerichtet. Aber jetzt hatten wir nicht damit gerechnet.“ Allein auf Bruchsaler Gebiet mit Teilorten stehen 225 Glascontainer. Vielleicht führten die schönen Tage zu häufigeren Feiern.

Zweite Schicht für
Berge von Glas 

Tatsächlich seien, so Grimm, vielerorts Meldungen über volle Glas-Container eingegangen.
„Wir arbeiten das bereits ab“, so der Geschäftsführer der Suez Süd. Man wäre ohnehin am heutigen Freitag in Bruchsal vor Ort. Seine Einsatzleiter würden Fahrer für eine zweite Schicht finden, ist Grimm zuversichtlich. Denn die Berge um die Container herum seien kaum mit nur einer Schicht zu machen.

Bis zum Frühlingsfest alles sauber

„In zwei Tagen ist alles sauber.“ Das Frühlingsfest mit verkaufsoffenem Sonntag wird vor blitzender Kulisse stattfinden, verspricht er. „Auch gibt es keine Verbindung zu den Karlsruher Problemen.“ Dort sei ein neuer Entsorger mit Anfangsproblemen befasst. Nun werde man bei Suez Süd zwar „Gas geben“ müssen, aber das sei „alles machbar“, verlautet es vom Knittlinger Firmensitz der Suez Süd.

Landkreis interessiert
an ordentlicher Ausführung

Tatsächlich fällt die Entsorgung nicht wieder verwertbarer Glasverpackungen seit 1991 in die Zuständigkeit privater Unternehmen. Zu dieser Zeit trat die Verpackungsverordnung in Kraft. Die Verpackungsverordnung sieht zwar die Verpflichtung des Handels zur Rücknahme von Verpackungen generell vor, auch von Glasverpackungen. Der Handel hat diese Pflicht aber an Duale Systeme weitergegeben, bekannt etwa vom Grünen Punkt, erläutert Uwe Bartl, Leiter der Abfallwirtschaftsbetriebe des Landkreises Karlsruhe.

Inzwischen gebe es zehn Duale Systeme, so Bartl, und diese schrieben ihre Aufträge aus. Die Unternehmen wie die Suez stellen sodann eigene Container auf und organisieren die Entsorgung autonom. Auf Anrufe unter Beschwerde-Nummern, die auf den Containern stehen, reagiere man laut Suez-Geschäftsführer zeitnah.
Natürlich sei der Landkreis interessiert an einer ordentlichen Ausführung, auch wenn keine direkte Verantwortlichkeit mehr hierfür bestehe. Darin waren sich Uwe Bartl und Matthias Krüger, stellvertretender Pressesprecher des Landkreises, einig.