Thomas Ackermann verlässt nach 28 Jahren in verantwortlicher Position das Rathaus von Hambrücken | Foto: Heintzen

Ende der Amtszeit

Hambrücker Bürgermeister wird jetzt Bauherr

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Thomas Ackermann hat einiges vor. Seine Tage als Bürgermeister von Hambrücken sind zwar gezählt, der offizielle Abschied ist bei der Gemeinderatssitzung am Dienstag, 30. Juni, ab 18 Uhr in der Lußhardthalle geplant. Doch der Privatmann Ackermann steht vor wichtigen Entscheidungen.

Er muss sich beispielsweise um den Neubau seines Hauses im Gebiet Bastwald am Ortsausgang in Richtung Wiesental kümmern und als Aufsichtsratsvorsitzender der Volksbank Bruchsal-Bretten die Fusion mit dem Kreditinstitut Stutensee-Weingarten vorbereiten. „Dafür werde ich künftig mehr Spielräume haben“, sagt der 59 Jahre alte Rathauschef. Aus seinen Worten klingen gleichermaßen Erleichterung und Tatendrang.

„Habe ich auch alles richtig gemacht?“

28 Jahre lang hat Thomas Ackermann die Geschicke der Lußhardtgemeinde entscheidend mitgestaltet. Zunächst zwölf Jahre als Hauptamtsleiter, anschließend zwei Legislaturperioden als Bürgermeister. In Alltagstrott ist die Routine indes nicht gemündet, versichert er und betont: „Es vergeht kaum ein Tag, an dem ich mich nicht frage: Habe ich auch alles richtig gemacht?“

Die für viele Hambrücker überraschende Ankündigung seines Abschieds hatte er im November 2019 mit den Worten begründet: „Der Familienrat hat getagt. Es ist der richtige Zeitpunkt loszulassen.“

„Schlag in die Magengrube“

Nach dem Studium zum Diplom-Verwaltungswirt in Kehl arbeitete der gebürtige Rottweiler zwei Jahre lang bei der Verwaltung in Ubstadt-Weiher, ehe er ins Hambrücker Rathaus wechselte. Dort erlebte Ackermann „absolute Highlights“ wie die 850-Jahr-Feier der Kommune 2011, bei der er „eine Welle des Zusammenhalts und der Solidarität über Partei- und Vereinsgrenzen hinweg“ gespürt hat.

Der Christdemokrat erinnert sich aber auch an weniger angenehme Phasen wie den Wahlkampf 2004 mit „persönlichen Anfeindungen und Unehrlichkeiten“. Und dass er bei der jüngsten Kommunalwahl sein Amt als Kreistagsmitglied verlor, empfand Ackermann wie einen „Schlag in die Magengrube“.

Feuerwehrhaus gebaut

Doch das ist Geschichte. 2004 hatte sich der Nachfolger von August Böser souverän gegen drei Mitbewerber durchgesetzt, bei seiner Wiederwahl 2012 vereinigte er über 97 Prozent der Stimmen auf sich. Auf die Frage nach dem Erfolgsrezept schmunzelt das Ortsoberhaupt, während dessen Amtszeit beispielsweise das Feuerwehrhaus gebaut und die Gemeinschaftsschule saniert wurden. „Der Umgang mit den Menschen ist mir schon immer leicht gefallen“, erklärt Ackermann: „Und im guten Verhältnis zwischen Bürgermeister und Gemeinderat spiegelt sich die positive Stimmung in der Gemeinde wider.“

Anwalt der Vereine

Thomas Krempel, als Fachbereichsleiter für Bürgerservice und Soziales einer der engsten Mitarbeiter des Rathauschefs, fügt an: „Der freundliche, respektvolle Umgang von Thomas Ackermann wird von seinen Angestellten sehr geschätzt.“ Ähnlich äußert sich Volker Krämer, Vorsitzender des Turnvereins, SPD-Gemeinderat und Sprecher der Hambrücker Vereine: „Die Zusammenarbeit mit Thomas Ackermann war und ist sehr gut. Er hat die Vereine immer sehr unterstützt und stets ein offenes Ohr für uns gehabt.“

Künftig konzentriert sich der Privatmann Ackermann auf Hausbau und Bankverwaltung. Um die Aufgaben in der Kommune wie die Erschließung des Neubaugebiets Brühl, die Fertigstellung des Pflegeheims oder die Neugestaltung des Ortskerns muss sich sein Nachfolger Marc Wagner (CDU) kümmern. Der Jurist war im April dieses Jahres mit knapp 98 Prozent der Stimmen zum Bürgermeister gewählt worden.