Heftige Unwetter verwandeln am Dienstag Straßen zu reißenden Flüssen: Über 130 Feuerwehrkräfte kämpfen gegen Hochwasser im Landkreis Karlsruhe. Inzwischen laufen die Aufräumarbeiten.
Heftige Unwetter verwandeln am Dienstag Straßen zu reißenden Flüssen: Über 130 Feuerwehrkräfte kämpfen gegen Hochwasser im Landkreis Karlsruhe, etwa in Östringen-Eichelberg. Inzwischen laufen die Aufräumarbeiten. | Foto: 7aktuell

Kraichtal und Östringen

Heftige Unwetter sorgen für Land unter

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Nach den heftigen Unwettern am Dienstagnachmittag sind in den betroffenen Gebieten in Bruchsal, Kraichtal und Östringen noch deutlich zu sehen. Starkregen, Hagel, Blitz und Donner sorgten mancherorts für Land unter. In einigen Gebieten ergoss sich der Schlamm über die Straßenzüge, Feuerwehren waren bis in die Nacht hinein im Dauereinsatz. Jetzt laufen die Aufräumarbeiten. Und der Blick geht wieder richtig Himmel: Auch für Mittwoch sind Gewitter in der Region angekündigt.

Kraichtal und Östringen traf es besonders heftig

Besonders  heftig traf es nach Angaben der Landkreis-Feuerwehr die Städte Kraichtal und Östringen. In den Kraichtaler Stadtteilen Unteröwisheim, Oberöwisheim und Neuenbürg drückte es das  Regenwasser den Abhang hinunter und überschwemmte kurzzeitig zahlreiche  Straßenzüge. Die Feuerwehr Kraichtal war im Dauereinsatz um alle  Einsatzstellen abzuarbeiten. In Neuenbürg schoss das Wasser und der  Schlamm einen Abhang hinab in einen Neubau eines Wohnhauses.

Landesstraße überflutet

Die Landesstraße 554 stand im Bereich des Unteröwisheimer Friedhofes etwa 40 Zentimeter unter Wasser, dort kam es zu einem größeren Verkehrsstau, wie die Kraichtaler Feuerwehr mitteilt. Zudem wurden mehrere Straßen in Ober- und Unteröwisheim mit über 15 Zentimeter Schlamm bedeckt, so dass dort teilweise Bagger tätig werden mussten, bevor die Feuerwehr den Schmutz vollends beseitigen konnte. In einem Supermarkt mussten zudem Wassersauger eingesetzt werden.

Einsatzschwerpunkt mit mehreren Dutzend Einsatzstellen war jedoch Neuenbürg. Nur wenige Tage nachdem dort die Feuerwehr aus ihrem alten Gerätehaus ausgezogen war, wurde das Gebäude mit Schlamm und Wassermassen überflutet. Vor allem die Professor-Hubbuch-Straße war betroffen, da sich hier am Dorfbach das Wasser staute. Es liefen mehrere Keller teils bis zur Decke voll, Straßen und Hofeinfahrten waren vereinzelt über 20 Zentimeter mit Schlamm bedeckt. Teilweise kam auch hier schweres Gerät, unter anderem Radlader von Firmen sowie der Stadtwerke zum Einsatz.

Hilfe von Nachbarn

Nachbarn unterstützten die Betroffenen und Einsatzkräfte beim Reinigen oder mit Verpflegung, so die Mitteilung. Von der Feuerwehr Kraichtal waren acht Abteilungen mit 16 Fahrzeugen und über 100 Kräften im Einsatz. Am Mittwoch war das Ordnungsamt in den Stadtteilen unterwegs, um sich ein Bild von der aktuellen Lage zu machen.

Sandsäcke in Östringen gefüllt

In  den Östringer Stadtteilen Odenheim und Tiefenbach schoss ein reißender  Fluss durch die Ortsmitte. Innerhalb zwei Stunden fielen hier über 30  Liter pro Quadratmeter, so die Angaben der Feuerwehr. Die Kanalisation schaffte die Wassermassen nicht  mehr und das Wasser drückte auf die Straße. Dutzend Keller liefen voll  und mussten von der Feuerwehr ausgepumpt werden. Der Katzbach stieg bedrohlich an. Vorsorglich wurden Sandsäcke gefüllt und in Stellung  gebracht, um die Wohnhäuser zu schützen, sollte der Bach über die Ufer treten.

Volle Keller in Obergrombach

Die Wassermassen schossen am Dienstag die Helmsheimer Straße hinunter in die Obergrombacher Ortsmitte.
Die Wassermassen schossen am Dienstag die Helmsheimer Straße hinunter in die Obergrombacher Ortsmitte. | Foto: privat

Die  Feuerwehr Bruchsal wurde zu mehreren, mit Wasser vollgelaufenen Kellern sowie  überspülten Straßenzügen und mit Schlamm bedeckten Straßen alarmiert. In Helmsheim sammelte sich auf den Straßen der Hagel, in der Ortsmitte stand Schlamm, dort gab es vier Einsätze, in Heidelsheim sieben. Mit 17 Einsatzstellen war die Abteilung Obergrombach am schwersten betroffen, heißt es vonseiten der Feuerwehr. In der Ortsmitte, im Bereich Gondelsheimer Straße, stand das Gemisch aus Wasser und Schlamm teilweise 60 Zentimeter hoch auf der Straße. Viele Keller waren bis zu 80 Zentimeter hoch mit Regenwasser und Schlamm überflutet. Hier kamen massiv Tauchpumpen zum Einsatz. Die Abteilung Büchenau unterstützte die Obergrombacher Wehr.

Insgesamt mussten die Feuerwehren im Landkreis Karlsruhe  mit insgesamt etwa 130 Einsatzkräften zu 81 Einsätzen ausrücken.