Dieses aktuelle Luftbild zeigt die Baufortschritte des Erlebniszentrums auf dem Gelände der Klima Arena Sinsheim. Der Klimawandel und seine Folgen sollen hier erfahrbar werden.
Dieses aktuelle Luftbild zeigt die Baufortschritte des Erlebniszentrums auf dem Gelände der Klima Arena Sinsheim. Der Klimawandel und seine Folgen sollen hier erfahrbar werden. | Foto: Tobias Schwerdt

Erlebnis-Arena in Sinsheim

Interaktiv Klima-Fans gewinnen

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Spüren, mitmachen, verstehen – eine „Pflasterwüste aus Beton“ soll sich unter dem Vorplatz zur Klima Arena Sinsheim erstrecken. „Ja, absichtlich“, sagt Alfred Ehrhard. Der Unterschied zu dem von Wasser durchzogenen Grünbereich werde so deutlich fühlbar, erläutert der Vorstandsvorsitzende der Klima Stiftung für Bürger. Genau darum geht es bei dem Vorhaben, dem sogenannten Erlebnis-Ort in Sachen Klima. Das neue Projekt des SAP-Mitbegründers und Mäzens Dietmar Hopp wächst derzeit mit Tempo aus 2,6 Hektar Sinsheimer Boden, in direkter Nachbarschaft zu den kooperierenden Unternehmen Badewelt und TSG-Arena.

Alfred Erhard erläutert anhand eines Plans an der Wand: Interaktiv, innovativ und inspirierend will die Klima Arena zum Umdenken anregen bei möglichst vielen von jährlich erwarteten rund 90 000 Besuchern. „Wir erhoffen im ersten Jahr 100 000“, setzt Erhard ehrgeizige Ziele fürs achtköpfige Team.

 

So soll sie aussehen, die Klima Arena in Sinsheim. Dietmar Hopp investiert 47 Millionen in das interaktive Erlebniszentrum, um Bürger auf breiter Basis zu Klima-Fans zu machen.
So soll sie aussehen, die Klima Arena Sinsheim. Dietmar Hopp investiert 47 Millionen in das Erlebniszentrum, um Klima-Fans zu gewinnen. | Foto: Grafik Klima Stiftung für Bürger

Auch die Klima Arena selbst legt die Messlatte hoch. Die Grundlagen des Klimawandels sollen spielerisch zu erschließen sein, Zusammenhänge zwischen globalen Phänomenen und lokalen Wetterlagen visualisiert und begreifbar werden. Fachleute, unter anderem aus der Bildungsarbeit für nachhaltige Entwicklung an Schulen, dienen dem ambitionierten Vorhaben. Im Gebäude mit 4 000 Quadratmetern Nutzfläche wird beispielsweise die Erdkugel samt Wettererscheinungen, Erwärmungsszenarien und deren Folgen in den Raum projiziert.

Wände mit Touchfunktion machen Planeten „greifbar“

Genau 112 Bildschirme und interaktive Wände mit Touch-Funktion machen Gegenwart und Zukunft des Planeten erlebbar. Es wird Grundwissen vermittelt, um zukunftsfähige Entscheidungen zu treffen: Welches ist die beste Energiequelle für welchen Bedarf? Welche Technologie führt zu welchen Umweltfolgen? Wie lassen sich energiepolitische Vorhaben zielgerichtet unterstützen?

Das Gebäude auf dem Gelände werde im April 2019 schlüsselfertig übergeben. Neben diesem bietet der Außenbereich Kinderspielplatz, Bistro oder auch beispielsweise einen Klimapfad, Informationen zur E-Mobilität und einen Themenpark. Dieser befasst sich mit der Natur als Lebens- und Wirtschaftsraum, mit Fragen des Lebensstils und des Konsums, mit Lösungen für Wohnen, Energie und mehr. Das Gelände werde im Herbst 2019 fertig.

Bevölkerung in der Breite mitnehmen

Kindergartenkinder bis Senioren sind die Zielgruppen. Auch Privatleute, Schulklassen oder Firmen sollen bei Vorträgen oder multimedialen Events erreicht werden. Aus stillen Klima-Beobachtern sollen aktive Klima-Fans werden, um „quasi basisdemokratisch“ eine Bewegung in der Bevölkerung anzustoßen. Im Boot sind Partner wie der Wissenschaftler Mojib Latif oder „Plant-for-the-Planet“, das 2007 der damals neunjährige Felix Finkbeiner gründete. Er sucht via Internet Mitstreiter, um eine Billion Bäume zu pflanzen.

Die Dietmar Hopp Stiftung rief die Klima Stiftung für Bürger zum Zweck des Baus und Betriebs der Klima Arena ins Leben. Neben genannten Partnern sind der Abfallentsorger AVR Sinsheim und die Volksbank Kraichgau dabei und neue stets willkommen.

Hopp-Stiftung investiert 47 Millionen Euro

Die Hopp-Stiftung bringt bis 2020 insgesamt 47 Millionen für laufende Betriebs- und Investitionskosten der Klima Arena auf. Während die Ausstellungskonzeption konkret wird, schreitet parallel die Geländegestaltung voran. Am 19. Oktober werde ein Symbolbaum gepflanzt, „um für unsere 166 Baumpatenschaften zu werben“, kündigt Erhard an. Der ehemalige Finanzdezernent und Geschäftsführer eines Unternehmens unterbrach für die gute Sache gern seinen, wie er sagt, unruhigen Ruhestand.