So könnte der neue Treppenaufgang in Richtung Innenstadt künftig aussehen. Rechts soll ein Geschäfts- und Parkhaus entstehen. | Foto: Stadt Bruchsal

Pläne für Bahnhof Bruchsal

Irish Pub und Toiletten müssen weichen

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Etwa sieben Züge pro Tag hielten vor 175 Jahren im Bruchsaler Bahnhof. Heute sind es Hunderte, und es sind Tausende Fahrgäste, die hier ein-, um- und aussteigen. Es ist eine Erfolgsgeschichte, in der jetzt ein neues Kapitel aufgeschlagen werden soll. Die geplante durchgängige Unterführung in Richtung neuer Bahnstadt nimmt konkrete Formen an.

Kosten und Zeitplan

Der Gemeinderat wird sich am Dienstag, 24. April, in öffentlicher Sitzung mit der Gestaltung der beiden Treppenaufgänge beschäftigen. Außerdem gibt es Details zum Zeitplan sowie zu den Gesamtkosten.
Dort wo heute noch das Irish-Pub steht, beginnt der Treppenabgang der neuen Unterführung. Die Kneipe und das Toilettenhäuschen werden weichen müssen. Am anderen Ende der Unterführung, auf westlicher Seite, wird es einen Durchbruch in den dortigen Güterbahnhofshallen geben. Die prägenden Hallen bleiben bestehen und sollen neu „bespielt“ werden. Dank des Aufzugs, der am Ende der neuen Unterführung entsteht, sollen dann auch die Güterhallen barrierefrei zugänglich werden.

Der Gemeinderat muss am Dienstag über die Ausgestaltung der beiden Überdachungen entscheiden. Nichts weniger als eine neue Achse zwischen Innenstadt und Bahnstadt soll dank der neuen Fußgängerunterführung entstehen, so erhofft sich das Rathaus neue Impulse. Die Verwaltung favorisiert als Überdachung der beiden Treppen eine Betonvariante mit runden und bunten Einschnitten. In den Sitzungsunterlagen ist von einer „Einladungsgeste“ zur Straße hin die Rede. Man versuche damit die Architektursprache des Bahnhofsgebäudes aus den 60er-Jahren aufzunehmen. Andere Varianten bestehen aus einem Textildach aus teflonbeschichtetem Glasfasergewebe und einem Satteldach, allerdings nur an der Westseite.

Baubeginn bei den Güterhallen

„Zunächst wird mit dem Bau auf der Westseite, sprich bei den Güterhallen angefangen“, erklärt Charlotte Klingmüller vom Stadtplanungsamt. Zwei bis drei Jahre später wäre dann der Aufgang in Richtung Innenstadt dran. Dazu muss das Kopfgleis am Bahnsteig 7 verkürzt werden“, erklärt Klingmüller. Der heutige Treppenaufgang aus der Unterführung auf Gleis 1 bleibt zumindest auf einer Seite bestehen, ebenso der Aufzug. Gleis 1 ist aus Richtung Busbahnhof kommend dann auch weiterhin ebenerdig zu erreichen.

12,6 Millionen Euro Gesamtkosten

Die Gesamtbaumaßnahme, also die Fortsetzung der Unterführung, soll laut Rathaus Anfang 2019 beginnen. Im Sommer 2021 könnte die Unterführung in Betrieb genommen werden. Zusammen mit der Bahn hat die Stadt einen ausgeklügelten Zeitplan erarbeitet, weil der Durchstich und mögliche Sperrungen der Schienen bereits Jahre vorher detailliert in die Fahrpläne der Bahn eingeplant werden müssen. Während man mit der Gesamtmaßnahme mit Kosten von derzeit 12,6 Millionen Euro rechnet, sind die Betondächer mit 190 000 Euro auf der West- und mit 360 000 Euro auf der Ostseite veranschlagt.
Die Unterführung ist nur ein Teil der großen Umgestaltung des Areals. Der Busbahnhof soll auf die andere Seite des Bahnhofsgebäudes verlegt werden. Auf dem freiwerdenden Gelände soll ein Geschäfts- und Parkhaus entstehen.

Termin: Der Gemeinderat tagt am Dienstag, 24. April, um 17 Uhr im Bürgerzentrum.