Ironman-Weltmeister aus dem Kraichgau: Sebastian Kienle (2014) und Thomas Hellriegel (1997). | Foto: dpa

Kienle und Hellriegel

Ironman-Helden aus dem Kraichgau

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Der Kraichgau scheint ein gutes Pflaster für Triathleten und der TV Bretten seine „Keimzelle“ zu sein. Zwei Weltmeister und zwei weitere Ironman-Gewinner haben ihre sportlichen Wurzeln im „Land der 1 000 Hügel“.

Sebastian Kienle

Der jüngste der sportlichen Ausdauerhelden ist Sebastian Kienle. Der Ironman-Weltmeister von 2014 auf Hawaii stammt aus der Fauststadt Knittlingen, hinter deren Toren man beim Radtraining in den Strombergbereich oder eben den Kraichgau abbiegen kann. Der 32 Jahre alte „Sebi“, der im vergangenen Jahr auf Platz zwei in Hawaii einkam, ist beim „Sparkasse Ironman Kraichgau 70.3“ am 11. Juni der Platzhirsch. „Mein Heimrennen“ nennt er den Event, den er schon mehrfach gewonnen hat. Und er ist der Star beim Publikum: An fast jedem etwas steileren Anstieg wie etwa dem berühmten „Gassbuckel“ in Gochsheim oder wenn es im Wettkampf nach 80 Kilometern noch einmal den Schindelberg bei Odenheim hinaufgeht – immer war schon einer mit der Spraydose da und hat „Sebi“ auf den Asphalt gesprüht.

Thomas Hellriegel

Dem Alter nach ist Thomas Hellriegel der nächste. Er hat sich im Triathlon unsterblich gemacht, als er 1997 als erster Deutscher den Ironman Hawaii gewann. Der heute 46-Jährige stammt aus Büchenau und startete mit Triathlon beim TV Bretten. Den ersten großen Erfolg fuhr er 1995 ein, als er den Ironman auf Lanzarote gewann – der Wettkampf, der an diesem Wochenende zum 26. Mal über die Bühne geht und als einer der schwersten im Ironman-Rennzirkus gilt. Hellriegel kann auf eine überaus erfolgreiche Profikarriere zurückblicken, für die beispielhaft vier Podiumsplatzierungen in Hawaii stehen. Sein Spitzname wegen seiner starken Leistungen auf dem Rad: „Hell on wheels“. Seinem Sport ist er nach wie vor verbunden – sei es in Wettkämpfen oder auch bei Triathloncamps, die er als gefragter Experte und Trainer begleitet.

Holger Lorenz

Holger Lorenz (47) startete gleichfalls mit dem Triathlon beim TV Bretten, wo später auch Sebastian Kienle sich die ersten Sporen des Ausdauerdreikampfes verdienen sollte. Lorenz brachte es zu zwei Top-Ten-Platzierungen in Hawaii und verbuchte einen Ironman-Sieg – 1995 in Australien. Auch er mischt noch heute in der Szene mit und betreut beispielsweise die Schwimmer, die in den Wochen vor dem Kraichgau-Event im Hardtsee trainieren.

Rolf Lautenbacher

Bleibt Rolf Lautenbacher, der 1966 in Karlsruhe geboren wurde. Auch er war viele Jahre Profi und verzeichnete seinen größten Erfolg 1998 – Sieg in Lanzarote. Als er seine Karriere 2008 beendete, standen 31 absolvierte Langdistanzen in seinen Büchern. Wie Hellriegel und Lorenz ist auch heute noch dabei und beim „Ironman Kraichgau“ gern gesehener Gast – wohnt er doch in Reichweite des Ziels.

„Keimzelle“

Der TV Bretten hat als „Keimzelle“ des Triathlon im Kraichgau für große Verbreitung dieser Sportart gesorgt. In der Region gibt es inzwischen zahlreiche Triathlonvereine oder -abteilungen. Wie populär Triathlon mit den Jahren wurde, belegen beispielhaft die Zahlen des baden-württembergischen Triathlonverbandes. Die Zahl der Mitglieder stieg von 2006 auf 2016 von 4 933 auf 7 841. Die Zahl der ausgebenen Startpässe legte von 2 453 auf 3 343 zu. 2006 wurden bei 52 Veranstaltungen 11 800 Teilnehmer in Baden-Württemberg gezählt. Zehn Jahre später waren es  63 Events mit 26 500 Sportlern. Einen erheblichen teil steuert der „Ironman Kraichgau“ bei – mit insgesamt weit über 2 000 Sportlern am 11. Juni.

Noch drei Wochen bis zum „Sparkasse Ironman Kraichgau“: Die BNN berichten im Vorfeld aus verschiedenen Blickwinkeln über den großen Triathlon-Event und begleiten das Ehepaar Stefanie Meigel/Sven Senkel in seiner Vorbereitung auf den Wettkampf.

Vorbereitung auf den „Ironman Kraichgau“: Die BNN verfolgen das Training von Stefanie Meigel und Sven Senkel. | Foto: Donecker

Stefanie:
Samstag: Ruhetag
Sonntag: 1:30 Schwimmen
Montag: 2:30 Rad
Dienstag: 0:50 Laufen
Mittwoch: 3:00 Rad
Donnerstag: 1:00 Schwimmen
Freitag: 2:00 Rad + 0:30 Lauf
Sven:
Samstag: Ruhetag
Sonntag: 4:00 Radfahren
Montag: 2:15 Laufen
Dienstag: 1:30 Schwimmen
Mittwoch: 4:00 Radfahren
Donnerstag: 1:00 Schwimmen
Freitag: 1:30 Laufen