Plädoyer für das BR-Kennzeichen: Auch die Fastnachter von Bruchsal haben sich einst für das eigene Autokennzeichen stark gemacht. | Foto: Heintzen

Bruchsaler OB äußert sich

Ist das nun das endgültige Aus fürs BR-Kennzeichen?

Anzeige

 

Landrat Christoph Schnaudigel hat den Verfechtern von BR-Kennzeichen eine Absage erteilt. Er sehe „keine Veranlassung, die Thematik erneut in den Kreistag einzubringen“, teilt der Büroleiter bei der Kreisverwaltung, Martin Zawichowski, mit. Der Wechselwunsch ist demnach vorerst vom Tisch.  Jetzt reagiert die Bruchsaler Oberbürgermeisterin: Für Mittwochnachmittag hat die Cornelia Petzold-Schick zu einem Pressegespräch geladen.

Vorgaben haben sich „nicht wesentlich geändert“

Eine erneute Befassung des Kreistages käme nur in Frage, wenn sich die gesetzlichen Vorgaben zur Einführung eines Kfz-Kennzeichens „maßgeblich verändert“ hätten, heißt es in dem Schreiben weiter: „Dies ist nach Ansicht der Kreisverwaltung nicht der Fall.“ Das vorgetragene Argument, dass es zwischenzeitlich möglich ist, auswärtige Kennzeichen beim Umzug beizubehalten, ändere am Sachverhalt nichts wesentliches. Bei der Neuzulassung eines Fahrzeuges dürfe dieses Kennzeichen nicht mehr behalten werden und müsse gegen ein im Landkreis zugelassenes Kennzeichen ausgewechselt werden.

Einst fuhren alle Autos im alten Landkreis Bruchsal mit diesem Kennzeichen. Mittlerweile gibt es nur noch KA. | Foto: Heintzen

4870 Unterschriften überreicht

Bruchsals Oberbürgermeisterin Cornelia Petzold-Schick hatte dem Landrat im Juni eine Liste überreicht mit 4 870 Unterschriften von Leuten, die den Wechsel vom KA- zum BR-Schild befürworten. Die Zahl lasse – ins Verhältnis zu den 368 296 im Landkreis zugelassenen Fahrzeugen gesetzt – mit 1,36 Prozent keinen überwiegenden Wunsch der Bevölkerung auf Abkehr der aktuellen Regelung erkennen, heißt es im Landratsamt. Schnaudigel erinnert daran, dass sich der Kreistag im Jahr 2013 eingehend mit diesem Thema befasst und nach intensiver Diskussion mit überwältigender Mehrheit gegen die Wiedereinführung des Alt-Kennzeichens gestimmt hat. Auch Initiativen von Seiten des Kreistag seien nicht ersichtlich. Der Landrat hat sich diesbezüglich mit dem Ältestenrat beraten.

Kreistagsbeschluss nicht bindend

Ein Beschluss des Kreistages wäre ohnehin nicht bindend für einen Kennzeichenwechsel gewesen. Er wäre aber Voraussetzung dafür, dass Land und Bund das Thema weiterbearbeiten.