Letzter Weg: Auf dem Sterbebett sind viele Menschen für einen persönlichen Kontakt dankbar. Diese Funktion übernehmen Hospiz-Begleiter. | Foto: Berg

Haus mit acht Plätzen entsteht

Ja zum Hospiz für den nördlichen Landkreis Karlsruhe

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Todkranken Menschen eine würdige Zeit für ihre Wochen und vielleicht Monate am Lebensende zu ermöglichen – das ist das Ziel eines Hospizes. In Ettlingen steht bislang ein derartiges Haus, als einziges im Landkreis. In zwei Jahren soll ein Bruchsaler Hospiz dazukommen.

Der Gemeinderat sagte einstimmig Ja zum Konzept mit acht Plätzen in einem neu zu bauenden Haus. Ein Gebäude in zweiter oder dritter Reihe soll dafür in der Tunnelstraße 10 entstehen. Träger wird das Hospiz- und Palliativnetzwerk Arista sein. Es betreut als gemeinnützige GmbH bereits das Ettlinger Hospiz mit bislang zwölf Plätzen. Bruchsal stellt einen Baukostenzuschuss von 100.000 Euro, gestreckt über zwei Jahre, zur Verfügung.

Für das Hospiz auf einem Grundstück mit Erbpacht sind 3,5 Millionen Euro an Investitionen veranschlagt. Auf dem städtischen Grundstück in der Tunnelstraße steht ein altes Haus, das abgerissen werden kann. Die acht Bruchsaler Hospizplätze sollen den Bedarf im nördlichen Landkreis abdecken und den Angehörigen eine weite Anreise ersparen. In Karlsruhe würden ebenfalls acht Plätze für Todkranke zur Verfügung stehen.

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Krankenkassen zahlen 95 Prozent der Kosten

In enger Verbindung mit dem Hospiz würden auch in Bruchsal die bereits bestehenden Hospizdienste zur ambulanten Betreuung stehen. Die Krankenkassen bezahlen inzwischen 95 Prozent der Kosten für einen Platz im Hospiz, erläuterte Helga Hofmeister-Jakubeit von Arista. Die noch stattliche Restfinanzierung erfolgt über Spenden.

Alle Fraktionen würdigten das Engagement der Hospizbewegung und unterstützten die Pläne ausdrücklich. Ihren Ergänzungsvorschlag für ein Kinderhospiz an gleicher Stelle zogen AfD/UBiB nach Erläuterungen der Fachleute zurück. Es handle sich immer um zwei ganz verschiedene Konzepte und Bedürfnisse, sagte Patrik Hauns, Amtsleiter für Familie und Soziales.

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Todkranke Menschen werden auch in den Palliativstationen der Krankenhäuser Bretten und Karlsruhe behandelt. Von dort kommen die Patienten oft in ein Hospiz, wo ein längerer Aufenthalt möglich ist. Zwischen einem und 58 Tagen muss auf einen Hospizplatz in Nord- oder Mittelbaden gewartet werden. Im Schnitt sind es zehn Tage.