Gesundheitsminister Manne Lucha hat sich im Karlsruher Landratsamt über die Tuberkulose-Fälle informiert. | Foto: Andrea Fabry

Manne Lucha informiert sich

Keine neuen Tuberkulose-Infektionen an Bad Schönborner Grundschule

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Baden-Württembergs Sozial- und Gesundheitsminister Manne Lucha (Grüne) hat sich mit Eltern von Tuberkulose-infizierten Kindern aus Bad Schönborn getroffen. Nachdem sich mittlerweile 109 Menschen in dem kleinen Kurort im nördlichen Landkreis Karlsruhe infiziert hatten, gibt es von der dortigen Grundschule zumindest vorerst Entwarnung. Die weiteren Hauttests hätten bisher keine neuen Infektionsfälle ergeben, so die gute Nachricht, die das Gesundheitsamt im Landkreis Karlsruhe am Dienstag verkünden konnte.

 

Lucha warnt vor Verschwörungstheorien

Dort hatte sich zuvor der Landessozialminister selbst ein Bild der Lage gemacht und die Arbeit der Behörde ausdrücklich gelobt: „Das Karlsruher Gesundheitsamt ist ein absolut verlässlicher Partner.“ Zugleich warnte Lucha vor „Verschwörungstheorien“ und „Viertelwissen“, über die Krankheit, die in „sogenannten sozialen Netzwerken“ kursierten. „Der Bevölkerungsschutz ist gewährleistet“, stellte er klar. An der Zahl der tatsächlich Erkrankten habe sich seit Ende Mai nichts mehr geändert. Bei einem Achtklässler war die Krankheit ausgebrochen, drei weitere Kinder sind daraufhin ebenfalls erkrankt. Die 109 weiteren Betroffenen sind infiziert, aber nicht erkrankt, somit auch nicht ansteckend. Sie werden mit Medikamenten behandelt, um das Risiko einer späteren Erkrankung zu verringern. De facto könnte die Tuberkulose aber auch bei ihnen irgendwann ausbrechen.

Unterricht geht nach den Ferien normal weiter

Der Achtklässler, bei dem die offene Tuberkulose als erstes diagnostiziert wurde, sei mittlerweile auf dem Wege der Besserung, berichtete der Erste Landesbeamte Knut Bühler. Gerüchten, es könne sich um ein Kind aus einer Flüchtlingsfamilie handeln, widersprach er erneut. „Die vier erkrankten Kinder gehen erst wieder zur Schule, wenn positiv feststeht, dass keinerlei Ansteckungsgefahr mehr von ihnen ausgeht“, so Bühler weiter. Für alle anderen könne der Unterricht an der Gemeinschaftsschule und auch an der Grundschule von Bad Schönborn nach den Ferien regulär weitergehen.
„So ein besonderer Fall lässt keinen kalt“, zeigte Lucha Verständnis für die Sorgen vieler Eltern.