Direkt neben Wohnhäusern in der Bruchsaler Südstadt bekämpfte die Feuerwehr am Montag einen Flächenbrand. Hitze und Trockenheit steigern die Brandgefahr weiterhin.
Direkt neben Wohnhäusern in der Bruchsaler Südstadt bekämpfte die Feuerwehr am Montag einen Flächenbrand. Hitze und Trockenheit steigern die Brandgefahr weiterhin. | Foto: pr

Feuerwehr Bruchsal warnt

Kleinste Funken brandgefährlich

 

Seine Ahnung traf schneller ein, als gedacht: Nur einen Tag nach einem Flächenbrand in der Bruchsaler Südstadt wurde die örtliche Wehr unter Kommandant Bernd Molitor nach Eggenstein gerufen. Kollegen zogen sie am Dienstagnachmittag hinzu, als ein Getreidefeld lichterloh brannte: zwischen der B36 und der L604. Über rund 50 000 Quadratmeter frassen sich die Flammen und hinterließen ein kahles, schwarzes Feld. Als Ursache vermuten Feuerwehr und Polizei einen auf der B36 aus einem Auto geworfenen Glimmstengel. Schon jetzt führt die anhaltende Hitze zu erheblicher Trockenheit und brandgefährlichen Zuständen. Die Feuerwehr wird nicht müde, zu Vorsicht und Umsicht aufzurufen.

Bruchsals Feuerwehr-Kommandant Bernd Molitor benennt problematische Verhaltensauffälligkeiten, denen er Jahr für Jahr mit wichtigen Grundregeln begegnen will. Achtlos weggeworfene Zigaretten sind und bleiben Thema, sagt er – ganz gleich, ob sie aus dem Autofenster fliegen, oder beim Spazierengehen oder an Grillstellen weggeworfen werden.

Auch im eigenen Garten
auf Funkenflug achten

Kohlegrills wurden dieser Tage in Dänemark ebenfalls wegen anhaltender Trockenheit temporär verboten. In ihnen sieht Bernd Molitor nicht das primäre Problem, wenngleich Wachsamkeit auch mit dem Funkenflug im eigenen Garten nie schaden kann.

 

Der Flächenbrand am Dienstag am Ostring bei Eggenstein.
Der Flächenbrand am Dienstag am Ostring bei Eggenstein. | Foto: Riedel

Eltern sollten auch ihren Kindern das Zündeln untersagen und ihnen zudem dessen große Gefahren nahebringen. Mehr noch als Scherben sind Grillfeuer große Gefahrenquellen. Sie dürfen nur an ausgewiesenen Plätzen benutzt werden und derzeit keinesfalls gedankenlos in sommerlicher Festlaune auf freiem Feld oder im Wald selbst angelegt oder womöglich allein gelassen werden. Erst am Samstag musste ein unbeaufsichtigtes Lagerfeuer entlang der Hambrücker Landstraße in Waghäusel gelöscht werden.

Autos entzünden
trockenes Gras

Brandgefährlich im wahrsten Sinne des Wortes ist aber auch das Parken auf verdorrtem Gras. Vor allem die Katalysatoren von Fahrzeugen erhitzen sich schon auf kurzen Strecken so stark, dass sie trockene Halme darunter leicht entzünden und Flächenbrände verursachen können. „So ein Flächenbrand entsteht so schnell, dass auch wir oft nur hinterherrennen“, sagt Feuerwehrkommandant Molitor. Der Fachmann mahnt dringend, Autos nur auf ausgewiesenen Parkplätzen abzustellen.

„Wo Metall auf Metall schlägt…“

Wie der Großbrand auf dem Eggensteiner Feld belegt, liegt der Feuerwehr-Kommandant Recht mit seiner Vermutung nicht ganz falsch: „Laut Wettervorhersagen ist kein Ende der Hitze in Sicht und wenn es zur derzeitigen Ernte weiter so trocken bleibt, müssen wir wohl häufiger ausrücken.“ Die Gefahr, die von landwirtschaftlichen Geräten ausgeht, sei erheblich. „Wo Metall auf Metall schlägt, da funkt es,“ sagt Molitor.

Während vor der Waldbrandgefahr regelmäßig gewarnt wird, sind Flächenbrände deutlich häufiger. „Ich kann mich an einen Waldbrand vor einigen Jahren erinnern, bei Forst“, sagt Molitor, muss aber erst überlegen. Waldbrände sind allerdings deutlich schwerer zu kontrollieren. Der Feuerwehrfachmann spricht hier von der wesentlich höheren Brandlast, der Wucht, mit der eine Vielzahl von Bäumen brennt.