Das Amateurtheater Koralle ist eine feste Größe in der Bruchsaler Kultur-Szene. Besonders beliebt bei den Zuschauern ist das Freilichtspiel. Gerne würde sich das Ensemble räumlich vergrößern.
Das Amateurtheater Koralle ist eine feste Größe in der Bruchsaler Kultur-Szene. Besonders beliebt bei den Zuschauern ist das Freilichtspiel. Gerne würde sich das Ensemble räumlich vergrößern. | Foto: privat

Bruchsaler Amateurtheater

Koralle hat ein Platzproblem

Die Ausgangslage ist gut, dennoch stellt sie die Bruchsaler Koralle vor schwierige Herausforderungen: Das Amateurtheater wächst nach eigenem Bekunden, dessen Heimat – das Theater am Riff im Wohngebiet Silberhölle-Eggerten – erreicht jedoch die Kapazitätsgrenze. „Wir haben mehr aktive Mitglieder und damit auch mehr künstlerische Energie, deren Umsetzung ist für uns dort nicht möglich.“ Philipp Stavenhagen berichtet gemeinsam mit Markus Joos vom ehrenamtlichen Engagement der Theaterleute, aber auch von deren größter Sorge: Die Koralle hat ein Platzproblem.

Verlängerung des Mietvertrag ist Mindestziel

Noch bis 2022 läuft der Mietvertrag oben in der Silberhölle. Wie es danach für das mehr als 50 Jahre bestehende Amateurtheater weiter gehen soll, ist unklar. Die Verlängerung des Mietvertrages wäre das Mindestziel, der Erwerb des Grundstücks mit einem Umbau des bestehenden Gebäudes eine weitere Idee oder eben die komplette räumliche Veränderung. Die Eigentümerin des Riff-Theaters hat sich noch nicht entschieden, wie es mit dem Gebäude weiter gehen soll. „Zu einem konkreten Gespräch ist es bisher nicht gekommen“, sagt Stavenhagen. Seit vier Jahren sei die Situation schon unklar.

Interesse am alten Feuerwehrhaus

Daher haben die Verantwortlichen des Theatervereins das Gespräch mit der Bruchsaler Stadtverwaltung gesucht. Auch wegen eines konkreten Objekts: „Nach dem ersten Bericht über das freiwerdende Feuerwehrhaus haben wir direkt ein Konzept eingereicht“, sagt Joos. Dessen Nutzung soll laut Gemeinderatsbeschluss in einem Bürgerbeteiligungsprozess entschieden werden. Verschiedentlich haben Koralle und Stadt sich bisher ausgetauscht, von den Rückmeldungen sind Joos und Stavenhagen enttäuscht. „Wir schätzen die Unterstützung der Stadt und sind auch gerne deren Partner. Aber wir wünschen uns, dass unsere Bedeutung im städtischen Leben erkannt und anerkannt wird“, sagen die Koralle-Vertreter.

Stadt: Schwierige Suche

Das ehrenamtliche Engagement der Koralle weiß Hauptamtsleiter Wolfgang Müller zu würdigen; er hat sich mit Vertretern der Gruppe getroffen und sucht intern in der Verwaltung nach einer Raumlösung. „Wir schätzen die Koralle und möchten sie gerne unterstützen. Aber die Ausgangssituation ist schwierig“, sagt er. Zunächst müsse ein geeigneter Platz gefunden werden, dann eine Finanzierung. Ein Kauf des Riffs vonseiten der Stadt komme unter anderem wegen dessen Lage nicht infrage, ansonsten sei der Markt praktisch leer gefegt.

Hofpfarrsaal als Option?

Einzige Option aus städtischer Sicht ist aktuell der Hofpfarrsaal – „zumindest als Übergangslösung“. Man bemühe sich um Gespräche mit dem Landesbetrieb Vermögen und Bau als Eigner, so Müller. Der Hofpfarrsaal war lange Zeit Spielstätte der Koralle. Ab 1971 war das Amateurtheater dort untergebracht. 2004 folgte der Umzug ins Theater am Riff – aus Platzgründen.  Schon damals gestaltete sich die Raumsuche als sehr schwierig. Dank einer Theater-Aktion auf dem Marktplatz entstand der Kontakt zur heutigen Vermieterin.

Wunsch nach Kulturzentrum

Auf 70 Veranstaltungstage kommt die Koralle in diesem Jahr; sie öffnet ihre Räume auch für Partner, allen voran für den Bruchsaler Jazzclub. Das Theater gehört zum Landesverband Amateurtheater Baden-Württemberg und kann seinen Mitgliedern so Weiterbildungen im Bereich Schauspiel und Regie ermöglichen. Über die vergangenen 50 Jahre ist ein großer Fundus an Kostümen, Bühnenbildern und technischer Ausrüstung entstanden. „Wir könnten uns vorstellen, unsere Arbeit deutlich auszuweiten und zu einem Kulturzentrum zu werden. Wir wären bereit, eine größere gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen“, sagen Joos und Stavenhagen.