Die Ertüchtigung des Kronauer Feuerwehrhauses wird fast doppelt so teuer wie ursprünglich kalkuliert. Experten machen die gute Konjunktur im Baugewebe dafür verantwortlich. | Foto: Scholtes

Rat stimmt Mehrkosten zu

Kronauer Feuerwehrhaus wird doppelt so teuer wie geplant

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Die Kosten für die Modernisierung des Kronauer Feuerwehrhauses verdoppeln sich. Die Mitglieder des Gemeinderates haben die Mehrausgaben zähneknirschend aber einstimmig gebilligt. Grund für den Anstieg ist die derzeit gute Konjunktur im Baugewerbe.

Von unserem Mitarbeiter Frieder Scholtes

Die Ertüchtigung des Feuerwehrgerätehauses wird teurer als ursprünglich kalkuliert. Das veranlasste Bürgermeister Frank Burkard, den Architekten Tim Feigenbutz zu beauftragen, alle angefallenen oder zu erwartenden Zusatzkosten aufzulisten. Dazu zählen auch jene Kosten, die erst nach der Öffnung des Daches, der Decke und des Bodens zur Untersuchung der Fundamente durch einen Prüfstatiker anfielen.

Heizung wird teurer

Nach den neuen Berechnungen fallen etlichen Mehrkosten beispielsweise für Abbrucharbeiten, Entsorgung, modifizierte Fundamente, Pflasterung und Heizung in der Halle sowie neue Beleuchtung an. Sie machen Sanierung und Anbauten des Feuerwehrhauses fast doppelt so teuer wie geplant. „Aber was die Kosten explodieren lässt“, sagte Tim Feigenbutz, „ist die anhaltend gute Konjunktur im Baugewerbe. Manche Unternehmen erhöhen ihre Preise willkürlich um mehr zehn bis elf Prozent pro Jahr.“

Was die Kosten explodieren lässt, ist die anhaltend gute Konjunktur im Baugewerbe. Manche Unternehmen erhöhen ihre Preise willkürlich um mehr zehn bis elf Prozent pro Jahr.

Architekt Tim Feigenbutz

Die neuen Zahlen waren für den Kronauer Gemeinderat ernüchtend, obwohl die Notwendigkeit der Ausgaben erkannt und einstimmig abgesegnet wurden.

Freigabe des dritten Bauabschnitts steht aus

Einstimmig fiel der Beschluss des Gemeinderats über die Vergabe der Heizungsanlage für das Feuerwehrhaus mit einer Auftragssumme von 143.000 Euro aus. Auch die Mehrkosten des zweiten Bauabschnitts wurden vom Rat, wenn auch zähneknirschend, geschluckt. Über die Freigabe eines dritten Bauabschnitts entscheidet der Gemeinderat nach der Besprechung mit dem Architekten Tim Feigenbutz und dem Kommandanten Bernd Eder.

Radservice und Café geplant

Über die Gestaltung des öffentlichen Raums auf dem Areal des Gasthauses zum Lamm und der Bäckerei Dörflinger soll ein Planungswettbewerb mit Büros für Stadt– und Freiflächenplanung ausgelobt werden. Dies empfahl das Büro Kommunalentwicklung GmbH, das in Kronau eine Verschwenkung der Kreisstraße 7522 dort überprüft. Gleichzeitig wurde dem Gemeinderat vorgeschlagen die LBBW Kommunalentwicklung GmbH aufzufordern, ein Angebot zur Verfahrensbetreuung zu unterbreiten.

Auf dem Lamm-Gelände soll es eine neue Streckenführung geben, eine Service-Station für den Radverkehr integriert und eine öffentliche WC-Anlage gebaut werden. Zudem ist geplant, dass ein Wetterschutzbau und ein Kiosk mit Café das Ensemble komplettieren.

Freie Wähler finden Planung zu teuer

Dies waren die Ergebnisse, die bei einer Bürgerversammlung gesammelt und von der Kommunalentwicklung ausgewertet wurden.

Der Freien-Wähler-Fraktion missfielen die Planungskosten, die ihrer Meinung nach für eine, nach dem Wegfall des Straßenanteils, relative kleine Restfläche nicht gerechtfertigt seien. Auch ein Teil der SPD-Fraktion sah dies als ein Problem an. Sie regte jedoch an dass die Planung nach Einsparungspotenzial überprüfen werden soll. Der Rat sprach sich mit acht zu fünf Stimmen für den Beschlussvorschlag und die Verfahrensweise, wie von der Firma empfohlen, aus.