Kurden marschieren dieses Jahr wohl nicht. Nach BNN-Informationen hat der Anmelder der Demo den Kurdenmarsch abgeblasen. Hier ein Archivbild vom vergangenen Jahr.
Kurden marschieren dieses Jahr wohl nicht. Nach BNN-Informationen hat der Anmelder der Demo den Kurdenmarsch abgeblasen. Hier ein Archivbild vom vergangenen Jahr. | Foto: Heintzen

BNN exklusiv

Kurdenmarsch ist abgesagt

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Der Kurdenmarsch, der eigentlich von Mannheim nach Straßburg laufen sollte, wurde vom Anmelder abgesagt. Dies erfuhren die BNN exklusiv aus gut unterrichteten Kreisen. Der Grund für die Absage ist noch unklar.

Offenbar gab es zunächst den Wunsch des Anmelders, sich stattdessen an einem ähnlichen Marsch von Basel nach Straßburg zu beteiligen. Doch auch aus Basel gibt es Meldungen, wonach dieser Marsch ebenfalls abgesagt wurde. Der kurdische Anmelder habe bei der Stadt Mannheim, der Versammlungsbehörde, offiziell einen Rückzieher gemacht, so heißt es weiter. Nach BNN-Informationen wollen sich die Kurden derzeit eher auf den Protest gegen den umstrittenen türkischen Militäreinsatz gegen Kurden im syrischen Afrin konzentrieren.

Kurdenmarsch sollte zwischen 10. und 17. Februar stattfinden

Vom 10. bis 17. Februar wollten etwa 150 bis 200 Kurden durch die Region wandern und auf ihre politischen Anliegen aufmerksam machen. Die Bereitschaftspolizei Bruchsal sollte den Marsch begleiten. Man stellte sich erneut auf Provokationen etwa nationaltürkischer Anwohner ein.

Bereits in den vergangenen Jahren kam es immer wieder zu Auseinandersetzungen oft am Rande des Marsches. Daher bereitete sich die Polizei auch in diesem Jahr akribisch auf die Demonstration vor. Hunderte Polizisten waren bereits eingeteilt, so berichtete es die Bereitschaftspolizei vergangene Woche bei einer Pressekonferenz. Die Stadt Bruchsal durfte zudem dieses Mal nicht angesteuert werden, nachdem es im vergangenen Jahr dort am Abend nach dem Marsch zu blutigen Streitereien kam. Vor zwei Jahren gab es Auseinandersetzungen in Rastatt. Damals wurde eine Polizistin schwer verletzt.

Just am Fastnachtswochenende

Besondere Sorge bereitete der Polizei, dass der Marsch dieses Mal just über das Faschingswochenende stattfinden sollte. Auch die Gemeinde Graben-Neudorf meldete ihre Sorge an. Nachdem der Durchmarsch durch Bruchsal untersagt wurde, wollte man auf Graben-Neudorf ausweichen.

Am Bruchsaler Bahnhof ist die Lage beim Kurdenmarsch im vergangenen Jahr eskaliert. Ein 45-jähriger Türke wurde niedergestochen. Die Polizei war mit einem Großaufgebot vor Ort. | Foto: 7aktuell

Polizei bestätigt BNN-Informationen

Am Dienstagvormittag kam dann die offizielle Bestätigung der Polizei: „Der sogenannte Kurdenmarsch wurde vom Anmelder ohne Angabe von Gründen abgesagt. Der Marsch – unter dem Motto „Freiheit für Öcalan / Freiheit für Kurdistan“ – hätte ursprünglich vom 10.02. bis zum 17.02.2018 zwischen Mannheim und Straßburg stattfinden sollen“, so die kurze Pressemitteilung.