Einscannen und los radeln: 25 KVV Next Bikes stehen in Bruchsal zur Verfügung. Ausgeliehen werden sie mit dem Smartphone.
Einscannen und los radeln: 25 KVV Next Bikes stehen in Bruchsal zur Verfügung. Ausgeliehen werden sie mit dem Smartphone. | Foto: Paul Gärtner/KVV

Angebot des KVV

„Next Bikes“ statt Bus: Leihräder sind in Bruchsal nach Corona-Schließung wieder gefragt

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Seit gut einem Jahr stehen sie am Bahnhof, in der Innenstadt und vor dem Schloss. Die Leihräder „Next Bike“ des Karlsruher Verkehrsverbunds (KVV) sind in Bruchsal nach der Corona-Schließung wieder gefragter.

„Wir hatten einen deutlichen Einbruch der Ausleihen in der Corona-Zeit. Jetzt steigen die Zahlen wieder“, erzählt Frank Pagel, Projektleiter der KVV. „In Bruchsal war es auch nicht anders als in Karlsruhe. Die Pendler und die Studenten haben gefehlt“, so Pagel.

Zu Spitzenzeiten wurden 200 Räder im Monat ausgeliehen

Das Leihsystem gibt es seit September 2019. Zu Beginn wurden die Räder etwa 100 Mal im Monat ausgeliehen. Die Spitzenzeit sei im November gewesen – etwa 200-mal wurden die Räder gebucht. „Inzwischen bewegen wir uns wieder auf die 200 Ausleihen zu“, sagt Frank Pagel.

Ein Nutzer der „Next Bikes“ ist Fabian Holzinger. „Ich nutze die Räder, um morgens und abends zum Bahnhof zu kommen“, erzählt Holzinger. „Angefangen mit den Leihrädern habe ich vor vier Jahren in Stuttgart“, sagt der 37-jährige Betriebswirt aus Bruchsal. „Ich habe die Räder dadurch entdeckt, dass eine Station sehr nahe beim Büro war. Und ich wollte nicht immer laufen.“

Im Vergleich zum Bus ist es immer noch günstiger, wenn ich es nicht jeden Tag nutze.

Fabian Holzinger, „Next Bike“-Nutzer

Das Prinzip der Leihräder ist simpel. Wer ein Rad ausleihen möchte, braucht die „Next Bike“-App auf seinem Smartphone. Mit der App lässt sich das Schloss am Rad öffnen und man kann losfahren.

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Bezahlt wird ebenfalls Online: Der Basistarif kostet einen Euro pro halbe Stunde. Ein Monatsabo bekommen Nutzer für zehn Euro, dabei ist die erste halbe Stunde Radeln kostenlos; danach gilt der Basistarif. „Im Vergleich zum Bus ist es immer noch günstiger, wenn ich es nicht jeden Tag nutze“, erzählt Nutzer Fabian Holzinger.

Sondertarife für Studenten werden angeboten

Auch Timo Zöllner nutzt die „Next Bikes“. „Ich habe mit dem Studententarif ein Jahresabo. Da zahlt man einmal im Jahr 30 Euro und kann dann immer 30 Minuten kostenlos fahren“, erzählt der 28-Jährige Maschinenbaustudent. „Ich finde die Räder super. Damit bin ich schneller am Bahnhof als mit dem Bus.“

Man fährt mit dem Rad hin und mit der Bahn zurück. Zum Beispiel wenn es regnet oder man einkaufen war.

Timo Zöllner, „Next Bike“-Nutzer

Beide Nutzer betonen die Vorteile der Räder. „Man fährt mit dem Rad hin und mit der Bahn zurück, da kann man dann umsteigen. Zum Beispiel wenn es regnet oder man einkaufen war“, erzählt Timo Zöllner. „Der Vorteil im Vergleich zum eigenen Rad ist, dass ich mich nicht um die Instandhaltung kümmern muss“, so Fabian Holzinger.

Probleme mache hin und wieder das Ausleihsystem, erzählt Zöllner. Ab und an hätten die Leihräder auch einen Platten. „Aber das ist schnell passiert. Vorteil ist, dass man in der Regel dann auf ein anderes Rad ausweichen kann“, sagt Holzinger.

In Bruchsal stehen 25 Räder zur Verfügung

25 Räder stehen momentan in Bruchsal bereit, beispielsweise an den Stationen vor dem Bahnhof oder vor dem Schloss. Eine Aufstockung der Räder ist in Bruchsal aktuell nicht geplant. „In Karlsruhe und Ettlingen bauen wir wahrscheinlich aus“, sagt KVV-Projektleiter Frank Pagel.

Bin absolut zufrieden mit den Zahlen und gespannt wie es weiter geht.

Frank Pagel, KVV Projektleiter

Insbesondere in Karlsruhe sind die Räder laut KVV gefragt: 2019 wurden die Räder über 180.000 Mal ausgeliehen. Im Schnitt wurden pro Ausleihe 1,6 Kilometer gefahren. „In Karlsruhe gibt es die Leihräder schon seit acht Jahren. Das System ist bekannter“, so Frank Pagel.

Der KVV zieht nach knapp einem Jahr „Next Bike“ in Bruchsal eine positive Bilanz. „Bin absolut zufrieden mit den Zahlen und gespannt wie es weiter geht“, freut sich Frank Pagel.