Prachtexemplar: Thomas Eichkorn, Leiter der Forstabteilung West, besieht sich einen Eichenstamm im Forster Wertholzlager – und legt fest, zu welchem Preis dieser im Losverzeichnis vermerkt wird.
Prachtexemplar: Thomas Eichkorn, Leiter der Forstabteilung West, besieht sich einen Eichenstamm im Forster Wertholzlager – und legt fest, zu welchem Preis dieser im Losverzeichnis vermerkt wird. | Foto: Lechner

Teure Bäume

Landkreis Karlsruhe versteigert sein Wertholz

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Von Franz Lechner

„Das höchste Gebot, das wir bis jetzt hatten, betrifft eine Eiche aus dem Rastatter Wald, 2 000 Euro hat ein Bieter für den Kubikmeter geboten“, berichtet der Forstbeamte David Seidenglanz gestern Morgen um neun Uhr im dritten Stock des Landwirtschaftsamtes. Dort sind die Forstabteilungen Ost und West der Landkreis-Forstverwaltung zu Hause. „Bei gut fünf Kubikmeter, die der Stamm aus dem Rastatter Forst hat, sind das über 10 000 Euro, die wir allein mit dieser Eiche erzielen“, ist der Forstbeamte zufrieden.

Versteigerung mit Tradition

Seidenglanz ist innerhalb der Landkreis-Forstverwaltung für die Organisation der Bruchsaler Wertholz-Submission zuständig. Und diese ganz spezielle, nur ein Mal im Jahr stattfindende Wertholz-Versteigerung wurde gestern Morgen im dritten Stock des Landwirtschaftsamtes eröffnet. „Um acht haben wir offiziell mit dem Öffnen der Briefe mit den Geboten der verschiedenen Bieter begonnen“, erklärt der Leiter der Forstabteilung West, Thomas Eichkorn.

Interessenten aus ganz Europa

Holzhändler, Schreiner und teilweise sogar Künstler aus ganz Süddeutschland, Österreich, Frankreich und Luxemburg reichen jedes Jahr ihre Gebote für die besonders gefragten Werthölzer schriftlich bei der Forstverwaltung des Landkreises ein. Nur sehr schön gewachsene Bäume und besonders gefragte Baumarten, also das besonders wertvolle Holz, werden bei dieser Versteigerung über das Internet europaweit in einer Art Verkaufskatalog angeboten. „Besonders schön gewachsene, große Stämme bieten wir einzeln an, die nicht ganz so perfekten fassen wir in Losen zu drei vier oder mehr Stämmen zusammen“, erklärt Seidenglanz.

Wir erreichen auf diese Weise den besten Preis für unsere Werthölzer

Die Bäume stammen aus ganz Nordbaden und werden in drei verschiedenen Wertholzlagern in Karlsruhe, Sinsheim und in Forst gesammelt. In Forst beispielsweise lagern seit Wochen mitten im Wald Ahorn-, Ulmen-, Speierling,- Walnuss- und Ulmenstämme und dazu noch die schönsten Eichenstämme aus der gesamten Region. „So können sich die potenzielle Käufer das Holz in den Wochen vor der Versteigerung vor Ort noch genau anschauen und entscheiden, für welchen Stamm sie welches Gebot schriftlich bei uns einreichen“, berichtet Eichkorn. Der Meistbietende bekommt dann den Zuschlag. „Da die Interessenten keine Ahnung haben, was die Konkurrenten bieten, mögen sie diese Art von Versteigerungen nicht besonders, aber wir erreichen auf diese Weise den besten Preis für unsere Werthölzer“, begründet Eichkorn, warum die Forstverwaltung die Versteigerungen schon seit mehr als zwanzig Jahren organisiert.

Nur ein Prozent der Bäume sind Werthölzer

Rund eine Million Euro haben die Submissionen in den vergangenen Jahren eingebracht. (Das diesjährige Ergebnis stand bei Redaktionsschluss noch nicht fest) „Allerdings machen die Werthölzer nicht mehr als ein Prozent unserer Wälder aus und unsere ‘normalen‘ Eichen beispielsweise bringen oft weniger als ein Zehntel von dem, was eine Spitzeneiche kostet“, so Seidenglanz.