Die Zeit läuft: In rund sieben Jahren wird die Erdaushubdeponie in Karlsbad-Ittersbach verfüllt sein. Deswegen soll jetzt eine Erweiterung des Geländes auf den Weg gebracht werden.
Die Zeit läuft: In rund sieben Jahren wird die Erdaushubdeponie in Karlsbad-Ittersbach verfüllt sein. Deswegen soll jetzt eine Erweiterung des Geländes auf den Weg gebracht werden. | Foto: Fabry

„Freigemessene“ Abfälle

Landkreis zieht Zwischenlager in Erwägung

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Die Verwaltung um Landrat Christoph Schnaudigel muss und möchte die Entsorgung von Abfällen im Landkreis Karlsruhe neu aufstellen. Grund sind fehlende Kapazitäten für verschiedene Arten von Müll. Der Kreistag, der am Donnerstag in Graben-Neudorf zusammenkam, hat das geplante Vorgehen jetzt abgesegnet.

Interimslager soll geprüft werden

Besonders viel Diskussionspotenzial hat ein Interimslager für freigemessene Abfälle aus dem Rückbau der Wiederaufbereitungsanlage Karlsruhe in Eggenstein-Leopoldshafen und des Kernkraftwerks Philippsburg, für das jetzt eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben werden soll.

Suche nach Entsorger blieb erfolglos

Laut Kreisverwaltung ist diese Zwischenlösung aus mehreren Gründen voranzutreiben: Zunächst einmal blieb die Suche nach einem Deponiebetreiber, der sich der Abfälle annimmt, erfolglos. Der Kreis selbst verfügt über keine entsprechende Deponie, und die Realisierung einer solchen wird wohl erst in zehn bis 20 Jahren abgeschlossen sein, hieß es. Ein Lager könnte zudem erforderlich werden, weil voraussichtlich ohnehin nur 2 000 bis 3 000 Tonnen freigemessener Abfälle pro Jahr auf der Deponie abgelagert werden dürfen. Im Lager müssten wohl zwischen 15 000 und 30 000 Tonnen untergebracht werden. Zu möglichen Standorten macht die Kreisverwaltung noch keine Angaben. Sie müssten relativ groß sein und wären nicht nur auf das Kreisgebiet begrenzt, hieß es.

Ministerium signalisiert Zustimmung

Das Umweltministerium des Landes hält es für zulässig, die Abfälle für die Interimslösung freizugeben. Im Gegenzug müsste der Landkreis vertraglich zusichern, dass er eine Deponie schafft und die Abfälle nicht wieder in den Wirtschaftskreislauf gelangen können.

Langwieriger Genehmigungsprozess

Da es das erste seiner Art wäre, rechnet die Verwaltung im Falle des Zwischenlagers mit einem langwierigen Genehmigungsprozess. Es sei mit Einwendungen aus der Bevölkerung und gerichtlichen Nachprüfungen zu rechnen. Zur Verfügung stehe das Lager wohl in fünf bis zehn Jahren.

Noch eine neue Deponie

Aller Voraussicht nach wird der Landkreis auch eine neue Deponie für mineralische Abfälle brauchen. Dafür will die Verwaltung zunächst den Bedarf nachweisen, um die Planung rechtfertigen zu können. Neue Kapazitäten werden nötig, weil die Deponie Hamberg im Enzkreis, auf der der Landkreis Karlsruhe seit 2005 seine mineralischen Abfälle entsorgt, in fünf Jahren verfüllt sein wird.

In Ittersbach soll erweitert werden

Erweitert werden soll die Kreiserdaushubdeponie in Karlsbad-Ittersbach, da auch diese in wohl sieben Jahren verfüllt sein wird. Zunächst sollen Bedarf und Machbarkeit nachgewiesen werden. Außerdem denkt die Verwaltung daran, das Angebot der Hofkammer Württemberg anzunehmen, Erdaushub ab Mitte der 2020er Jahre auf der geplanten Deponie Liebenstein zu entsorgen. Allerdings muss auch diese Deponie erst genehmigt werden.