Im Forster Seniorenheim ist ein Besuch wieder möglich.
Am Forster Seniorenheim können die Bewohner wieder Besuch empfangen. Allerdings muss dieser draußen bleiben. Im Erdgeschoss wurde eine Besucherecke eingerichtet. Hier können sich Bewohner mit ihren Angehörigen durch eine Plexiglasscheibe getrennt unterhalten. | Foto: Heintzen

Senioren und Corona

Lockerung beim Besuchsverbot: Besuche im Forster Seniorenheim hinter Plexiglas sind wieder möglich

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Endlich kann Irmtraud Gardlo ihre 100-jährige Mutter wieder besuchen. Sehen können sich die beiden aber nur getrennt durch eine Plexiglasscheibe. Im Forster Seniorenheim „Im Kirchengarten“ dürfen die Bewohner seit vergangener Woche wieder Besuch empfangen. Allerdings nur unter strengen Vorschriften.

Während die 100-jährige Maria Heilmann im Seniorenheim ist, steht ihre Tochter außen an der Fensterfront. Ein Fenster zum Innenhof wurde mit einer Plexiglasscheibe beklebt. Durch einen kleinen Spalt ganz unten können sich Besucher und Bewohner hier unterhalten. Zur Not steht auch ein Telefon mit Lautsprecher bereit.

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Die Besucherecke wurde neu eingerichtet

Ganz reibungslos klappt die Kommunikation zwischen Mutter und Tochter am Mittwochmorgen zunächst nicht. Maria Heilmann hört nicht mehr so gut, sodass die Pflegerin bei der Unterhaltung mithelfen muss. „Ja sicher. Ich freue mich, dass wir uns sehen“, sagt die 100-Jährige hinter der Scheibe. „Ich glaube, sie weiß gerade nicht wirklich, was los ist. Und durch die Maske versteht sie mich auch schlecht“, sagt Irmtraud Gardlo. Die 71-Jährige besucht ihre Mutter zum ersten Mal an der neuen Besucherscheibe. „Wir haben sonst ein, zwei Mal die Woche telefoniert. Da versteht meine Mutter mich auch besser.“

Du kannst ja mal wieder anrufen.

Maria Heilmann, Bewohnerin des Forster Seniorenheims

Am Ende des Besuches versucht Maria Heilmann, ihrer Tochter noch die Hand zu reichen. Verhindert wird das durch das Plexiglas. „Das geht momentan noch nicht“, erklärt ihre Tochter. Maria Heilmann scheint zu verstehen: „Du kannst ja mal wieder anrufen.“

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Den Besuch am Mittwoch beobachten auch Heimleiter Heimo Czink und Pflegedienstleitung Ria Däschner. Sie freuen sich, dass die Bewohner endlich wieder ihre Liebsten sehen können. „Wir haben viele Nachfragen von Angehörigen bekommen, wann man wiederkommen darf“, sagt Däschner. „Wir legen großen Wert darauf, dass die Bewohner im Pflegeheim Kontakt mit ihren Vertrauten haben können“, bestätigt Heimleiter Czink. Neben seiner Position als Leiter im Seniorenheim ist Heimo Czink auch Hauptamtsleiter der Gemeinde Forst.

Das Seniorenheim bleibt weiter geschlossen

Seit Beginn der Corona-Krise sind die Türen des Seniorenheims für die Öffentlichkeit geschlossen. „In die Wohnbereiche kommen auch nur die Pflege und die Reinigung. Ich selbst gehe auch nicht hoch und halte mich nur hier unten auf“, sagt Heimleiter Heimo Czink weiter. Angehörige dürfen nur in Notfällen, beispielsweise zur Sterbebegleitung, in den Wohnbereich.

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Im Forster Seniorenheim leben zur Zeit 38 Bewohner, davon sind vier über 100 Jahre alt. Eine davon ist Maria Heilmann. „Gerade für die alten Leute ist dieser Schutz sehr wichtig“, betont Heimleiter Heimo Czink. „Wir tun alles was möglich ist, weil man nicht ausschließen kann, ob nicht doch jemand infiziert ist“, bestätigt die Pflegedienstleiterin Ria Däschner.

Bewohner halten per Skype Kontakt

Bevor die Besucherecke im Erdgeschoss in der vergangenen Woche eingerichtet wurde, konnten Bewohner per Telefon oder Videoanruf mit ihren Verwandten Kontakt halten. „Skype wird gut angenommen, das haben viele genutzt. Die älteren Leute waren am Anfang zwar überrascht, dass sie da jemanden sehen, aber jetzt klappt das gut“, so Pflegedienstleiterin Däschner.

Ein Besuch ist nur nach Anmeldung möglich.

Heimo Czink, Heimleiter

Seit der jüngsten Lockerung der Landesregierung können die Bewohner nun wieder Besuch empfangen. Oder zumindest ihren Angehörigen ein bisschen näher kommen. „Ein Besuch ist nur nach Anmeldung möglich. Es muss ja auch immer Pflegepersonal mit dabei sein“, sagt Heimo Czink. Sechs Termine am Tag sind aktuell am Fenster möglich. „Bisher haben sich fünf Angehörige angemeldet, und wir sind jetzt dabei, die Termine auszumachen.“

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Das Heim hat eine isolierte Station eingerichtet

Sollte es dennoch einen Corona-Fall im Heim geben, ist man dort vorbereitet. Beispielsweise sind bereits seit Beginn der Krise die beiden Wohnbereiche voneinander getrennt. Da der eigentliche Speiseraum nicht genutzt werden kann, ist dort eine isolierte Station eingerichtet worden. „Wir hoffen sehr, dass wir die separate Station nie brauchen und in einigen Monaten wieder auflösen können“, so Heimleiter Czink.