Um den Chefsessel im Ubstadt-Weiherer Rathaus wetteifern drei Bewerber: Tony Löffler, Friedhild Miller und Philipp Hasselbach. | Foto: arg

Wahl in Ubstadt-Weiher

Löffler in der Favoritenrolle

Die Stunde der Entscheidung naht: Die Stimmberechtigten in Ubstadt-Weiher wählen am Sonntag, 6. Mai, ihren künftigen Bürgermeister.

Auf den Straßen von Ubstadt-Weiher deutet wenig auf das richtungsweisende Ereignis hin. Vereinzelt hängen Plakate mit Schriftzügen, mit denen Kandidat Philipp Hasselbach von der neonazistischen Partei Die Rechte auf sich aufmerksam machen will. Amtsinhaber Tony Löffler (CDU) und die parteilose Friedhild „Fridi“ Miller haben auf solche Werbemaßnahmen verzichtet. Wahlkampf ohne bunte Bilder und ohne Getöse. Auch die vier Präsentationen mit den Bewerbern um das Amt des Rathauschefs für die kommenden acht Jahre waren unspektakulär über die Bühnen gegangen.

Am Sonntag, 6. Mai, ist in Ubstadt-Weiher Bürgermeisterwahl – und kaum jemand interessiert sich dafür? Der Eindruck täuscht, heißt es im Rathaus an der Bruchsaler Straße. „Es läuft sehr gut im Vorfeld“, berichtet eine Mitarbeiterin: „Die Wahl stößt auf großes Interesse.“ Zahlen, die der Verwaltung vorliegen, bestätigen das. So hatten am gestrigen Donnerstag bereits 14 Prozent der rund 10 600 Stimmberechtigten ihr Votum abgegeben. So ähnlich war übrigens die Situation vor zwei Wochen in Freiburg; die Zahl der Briefwähler war in der Uni-Stadt ähnlich hoch, von ihrem Stimmrecht machten schließlich über 50 Prozent der Berechtigten Gebrauch.

„Die Beteiligung wird bei 60 Prozent liegen“

„Alles, was unter 50 Prozent Wahlbeteiligung liegen würde, wäre für mich ein krasse Enttäuschung“, betonte dieser Tage ein erfahrener Ubstadt-Weiherer Kommunalpolitiker. Ähnlich äußert sich ein umtriebiger Vereinsfunktionär aus Stettfeld. „Die Beteiligung wird mit Sicherheit bei 60 Prozent liegen“, sagt er: „Wir Stettfelder gehen fast alle zur Wahl.“

Einig sind sich die Beobachter über die Rollenverteilung vor dem Urnengang. Als klarer Favorit gilt Amtsinhaber Tony Löffler (Foto: pr), der vor seiner Zeit als Bürgermeister als Hauptamtsleiter im Rathaus der 13 000-Einwohner-Kommune Erfahrungen sammelte. Christ- und Sozialdemokraten im Ort haben dem 59 Jahre alten Familienvater ihre Unterstützung zugesagt. Und bei der dritten im Gemeinderat vertretenen Fraktion, der Freien Wählervereinigung, überzeugte Löffler nach Angaben der Partei deren Mitglieder. Familienfreundlichkeit, gute Infrastruktur, bezahlbarer Wohnraum oder lebendige Ortskerne lauten einige Vorhaben, die der Rathauschef in Ubstadt, Weiher, Zeutern und Stettfeld fortsetzen möchte.

Bürgerbusse und Ubstadt-Weiher-TV

Die 48-jährige Sindelfingenerin Miller (Foto: pr), die nur einen der vier Präsentationstermine wahrgenommen hat, will beispielsweise Jugendtreffs ohne Aufpasser, Bürgerbusse und Mehrgenerationenprojekte einrichten lassen. Ferner forderte sie einen Bürgerhaushalt, bei dem die Einwohner über die Verwendung der Ausgaben entscheiden dürfen.

Die Schließung der Gemeinschaftsunterkunft in Zeutern, Hausverbot im Rathaus für die Integrationsmanagerin und ein Ubstadt-Weiher-TV stellte der 30-jährige Straubinger Hasselbach (Foto: htz) im Falle seiner Wahl unter anderem in Aussicht. Der bayrische Landesvorsitzende der „rechtsextremistischen Kleinpartei“, wie das Landesamt für Verfassungsschutz die Organisation bezeichnet, liebäugelt mit einem „Achtungserfolg“.