Mit der Monoflosse und nur einem Atemzug will die Apnoetaucherin Dagmar Andres-Brümmer am kommenden Sonntag ab 13.30 Uhr im Freizeitzentrum Hardtsee in Ubstadt-Weiher den deutschen Rekord im See von 152 Metern überbieten. | Foto: pr

Rekordversuch im Hardtsee

Mit einem Atemzug über 152 Meter weit

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Entspannungsübungen sind das A und O vor jedem Tauchgang: „Wenn man aufgeregt ist, wird zu viel Sauerstoff verbraucht, das ist kontraproduktiv“, beschreibt Dagmar Andres-Brümmer ihre Vorbereitungen auf den deutschen Rekord im Apnoe-Streckentauchen, den sie am Sonntag, 27. August, ab 13.30 Uhr im Freizeitzentrum Hardtsee in Ubstadt-Weiher knacken will.

Apnoetaucherin Dagmar Andres-Brümmer wagt den Rekordversuch im Hardtsee. | Foto: pr

In der Disziplin Dynamic/Dyn (Streckentauchen mit Flosse) im See liegt er seit sieben Jahren bei 152 Metern und ist nach Einschätzung der 51-Jährigen überfällig. Bei der Weltmeisterschaft 2015 in Belgrad hat Andres-Brümmer bereits mit nur einem Atemzug die Strecke von 186 Meter geschafft – allerdings in einem Schwimmbecken.

Skin-Divers schwimmen mit

Günstige Rekordbedingungen hat die begeisterte Schwimmerin und Tauchlehrerin, die Mitglied im Stuttgarter Tauchclub Manatees ist, beim Freizeitzentrum Hardtsee gefunden, der nach ihrer Einschätzung vergleichsweise warm ist. Vom Bootssteg der Segelabteilung des TVE Weiher wird zwei Meter unter Wasser eine 200 Meter lange Leine bis zu einer Boje im See gespannt. Nach dem Start begleiten auch Mitglieder des Tauchsportclubs Skin-Diver aus Ubstadt-Weiher die Apnoe-Taucherin bei ihrem Rekordversuch. Man kennt sich von gemeinsamen Trainingseinheiten in Sindelfingen.

 Ruf als  gefährlicher Extremsport

„Apnoe-Tauchen hat immer noch den Ruf, ein gefährlicher Extremsport zu sein“, verweist Dagmar Andres-Brümmer auf die ungleich riskanteren Tieftauchversuche mit einem Schlitten, denen in dem Kultfilm „Im Rausch der Tiefe“ ein filmisches Denkmal gesetzt wurde. Das Streckentauchen, das die 51-jährige Pressesprecherin der Zoologischen Gesellschaft Frankfurt seit 15 Jahren hobbymäßig betreibt, sei eher was für „Warmduscher“, wie sie lachend einräumt.
Nichtsdestotrotz hat sie sich in den zwei Wochen vor dem Rekordversuch mit Atemtechniken und Schwimmeinheiten mit der Monoflosse auf den Start vorbereitet.

Sauerstoff im Beiboot

Genaue Sicherheitsvorschriften des Vereins zur Förderung des Apnoesports, kurz Aida genannt, sehen vor, dass der Rekordversuch von vier Tauchern begleitet wird, die sofort eingreifen können, sollte die Taucherin beim gut zweiminütigen Rekordversuch bewusstlos werden. In einem Begleitboot hält eine Ärztin außerdem eine Sauerstoffflasche bereit.

Weiterer Rekordversuch ohne Flosse

Nach dem Start der mehrfachen deutschen Meisterin will ihr Vereinskollege Thomas Plum ebenfalls mit nur einem Atemzug versuchen, den Streckenrekord in der Disziplin Dynamic No Fins/DNF (Streckentauchen ohne Flosse) von 130 Metern aus dem Jahr 2016 zu überbieten. Plum trainiert Freitauchen seit 2015 und hat bei seinem ersten internationalen Wettkampf in diesem Jahr zwei Goldmedaillen in der Kategorie Newcomer gewonnen und beim TC Manatees mehrere Vereinsrekorde aufgestellt.
Die beiden Vereinsmeister 2017 des TC Manatees – der Name heißt übersetzt Seekuh – wollen ihre guten Leistungen im Streckentauchen im Pool dabei auch im für sie eher ungewohnten Terrain im See unter Beweis stellen.