Verknüpfung B 36 mit B 35: Der Knoten ist schon heute stark belastet. Und künftig könnte dort noch mehr Verkehr fließen, wenn die zweite Rheinbrücke gebaut und mit der B 36 verknüpft wird. | Foto: Alabiso

Einspurig und überlastet

Nach dem Brückenbau – wie weiter auf der B 36 nördlich Karlsruhe?

Was bedeutet es für die Region, wenn die zweite Rheinbrücke ebenso gebaut wird wie ein Anschluss bis zur B 36 auf Höhe des Klärwerks Neureut? Eine ganze Menge. Nachdem der Bundesverkehrswegeplan 2030 (BVWP) Gesetz ist – er enthält beide Projekte im vordringlichen Bedarf –, und auch links und rechts des Rheins mit gleichen Zieldaten operiert wird, rückt das höchst umstrittene Vorhaben in Reichweite. Der Planfeststellungsbeschluss „Bau der Rheinbrücke bis zum Ölkreuz“ könnte schon im Sommer 2017 erlassen werden. Malu Dreyer, Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz, und Winfried Hermann, Verkehrsminister von Baden-Württemberg, haben dieses Datum genannt. Die nächste verkehrstechnische Frage liegt auf der Hand: Wie geht es nach der Verknüpfung mit der B 36 nach Norden weiter? Dazu Fragen und Antworten.

Zweite Rheinbrücke, Anbindung an die B 36 – wohin geht der Verkehr?
Der deutlich größere Teil der Verkehrsmenge wird in Richtung Norden unterwegs sein. Nach Süden in die Stadt Karlsruhe hinein dürften nur wenige Autos fahren.

Kann die B 36 diesen Mehrverkehr aufnehmen?
An der Verknüpfung schon. Die B 36 ist dort in beiden Richtungen zweispurig.

Und weiter nördlich?
Da wird es eng. Nördlich von Eggenstein-Leopoldshafen wird die B 36 einspurig und bleibt es später auch, wenn sie als B 35 zur Autobahnanschlussstelle Bruchsal führt.

Was bedeutet das?
Dass man im Zusammenhang mit der zweiten Rheinbrücke und ihrem Anschluss an die B 36 auch überlegen muss, wie es dann auf der Bundesstraße weiter geht.

B 36 und B 35 sind aber doch heute schon überlastet?
Das stimmt. Jeder Berufspendler weiß das. Ein besonderer Knackpunkt ist die Verknüpfung der beiden Straßen. Die ursprüngliche Kreuzung bei Graben-Neudorf hat sich früh als zu klein dimensioniert erwiesen und wurde „aufgebohrt“. Ähnliches ist auf der B 35 bis zum A 5-Anschluss mehrfach zu sehen.

Wird das Thema politisch schon diskutiert?
Ja. Die Bürgermeister aus Graben-Neudorf, Linkenheim-Hochstetten und Dettenheim sind engagiert.

Gibt es schon irgendwelche Grobskizzen in dieser Sache?
Das Regierungspräsidium erwägt auf dem bislang einspurigen Abschnitt bis Dettenheim eine dritte Fahrbahn. Die würde per Telematik gesteuert und morgens nach Süden, abends nach Norden befahrbar sein. Grundsätzlich wäre eine vierspurige Lösung eine „Bedarfsplanmaßnahme“, die per Fortschreibung in den BVWP zu schaffen wäre.