Bei Natia dreht sich alles um die Musik. Auch im Hause ihrer Bruchsaler Gasteltern Natia und Rainer Schmitt. | Foto: Herberger

Mit Samu auf Erfolgskurs?

Natia aus Bruchsal ist jetzt echt gefragt

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Von Armin Herberger

Als „Au Pair aus Kirchheim“ hat sich Natia Todua einem Millionenpublikum vorgestellt, nachdem alle vier „Buzzer“ bei „The Voice of Germany“ gedrückt worden waren. Tatsächlich wohnt die Georgierin aktuell in Bruchsal, bei Rainer und Natia Schmitt. Bei der Bewerbung zur TV-Castingshow neigte sich das Au-Pair-Programm bereits dem Ende zu.

Kennenlernen in Georgien

Familie Schmitt hatte die Sängerin schon vor drei Jahren in Tiflis kennengelernt, über gemeinsame Bekannte in einem Pub-Konzert. Schmitt kam als Bundeswehrarzt erstmals 1995 für fünf Jahre nach Georgien, lernte seine Frau dort kennen und hat daher bis heute Kontakte in das Land. Somit war naheliegend, dass die Schmitts Natia nach ihrer Aupair-Zeit weiter darin unterstützt, Sängerin zu werden, „sie ist quasi unser siebtes Kind“, sagen die sechsfachen Eltern.

Ziel ist die Popakademie Mannheim

Natias eigentliches Ziel war, zunächst so gut Deutsch zu lernen, damit sie an der Popakademie in Mannheim studieren kann. Die Teilnahme bei der populären TV-Show dürfte dieses Ziel beschleunigen. Nachdem sie bereits in Georgien bei „X-Factor“ mitgemacht hatte, ist sie hier begeistert von der professionellen Betreuung durch Vocalcoaches und dem Team: „Schon allein wegen der tollen Band wollte ich auf der Bühne mein Bestes geben!“

Stern und Bild haben sich angekündigt

Schon bevor Natia den ersten Ton singen konnte, hatte sie wohlwollende Reaktionen aus dem Publikum bemerkt, die im weiteren Verlauf steil zunahmen. Nachdem alle vier Juroren um sie buhlten, fiel ihr die Wahl leicht. Sie hat sich für das Team des smarten Finnen Samu entschieden. Auch die Weltpresse wurde aufmerksam: Inzwischen haben bereits Stern, Bild am Sonntag und ein georgisches Fernsehteam ihren Besuch in Bruchsal angekündigt.

Folgen des Krieges

„Zurzeit läuft alles perfekt – viel besser, als ich es jemals gedacht hätte“, sagt Natia. Was sie dagegen überhaupt nicht mag, sind Schlagzeilen wie „Vom Bürgerkrieg auf die Bühne“, denn der Konflikt zwischen Georgien und dem inzwischen abgespaltenen Landesteil Abchasien war bereits 1992/93. Auch wenn die 21-Jährige den Krieg nicht selbst miterlebt hat, so spürt sie immer noch die Folgen, da ihre Familie über beide Staaten verteilt ist. Im Moment steht aber die Musik im Vordergrund, deutlich sichtbar an Keyboard, Gitarre und Notenbüchern in ihrem Zimmer.

Finale im Blick

„Ich gehe davon aus, dass Natia es ins Finale schafft“, sagt Schmitt, der von 2004 bis 2014 Bruchsaler Stadtrat in der SPD-Fraktion war. Allerdings stehen auf dem Weg dahin noch Liveshows an, bei denen Telefonstimmen über das Weiterkommen entscheiden. Wann Natia das nächste Mal bei „The Voice of Germany“ zu sehen ist, steht noch nicht fest. Zunächst werden die restlichen Blind-Auditions gesendet, bevor es an die Battles und Sing-Outs geht. Frühestens ist Natia wieder am 19. November zu sehen.