Natia Todua hat im Finale von "The Voice of Germany" alle geflasht. Am Ende haben über 50 Prozent aller Zuschauer für sie gestimmt! | Foto: BNN

Bruchsal feiert

Natia Todua ist „The Voice of Germany“!

Es ist das Märchen vom netten Mädchen aus der georgischen Provinz, die sich auf einmal im Finale von Deutschlands beliebtester Musikshow findet. Und dann auch noch gewinnt! Natia Todua, 21 Jahre alt, Bruchsalerin, stimmliches Naturtalent. Sie hat sich ganz nach vorne gesungen. Ins Finale von „The Voice of Germany“. „Das georgische Tischfeuerwerk“ hat sich von Sendung zu Sendung gesteigert. Und am Ende steht fest: Es ist nicht Platz 4, es ist nicht Platz 3, und auch nicht Platz 2. Mehr als 50 Prozent der Zuschauer haben für Natia Todua gestimmt! Damit holt sie den Sieg nach Bruchsal. Und sichert ihrem Coach Samu den ersten Titel.

Drei starke Gegner

Favoritin oder nicht – das spielte am Sonntagabend keine Rolle mehr. Drei starke Gegner galt es zu bezwingen, musikalisch wohlgemerkt. Sunnyboy Benedikt Köstler, zarte 17, Souldiva BB Thomaz, 33, und die eher kühle Österreicherin Anna Heimrath, 21. Die Frau mit den Dreadlocks, Natia Todua, galt vielen Beobachtern als der Paradiesvogel in der illustren Runde. Und als ungeschliffener Rohdiamant.

Die Finalisten Benedikt Köstler, Natia Todua, Anna Heimrath und BB Thomaz der Fernsehshow „The Voice of Germany“ (von links). | Foto: dpa

Fans fahren mit nach Berlin

Klar, dass Natia Unterstützung aus Bruchsal bekommt. Die 21-jährige lebt seit Sommer dort, war zuvor Au-Pair-Mädchen in Kirchheim/Teck. Ihre Gasteltern aus Bruchsal hat sie vor einigen Jahren in ihrer Heimat in Tiflis kennengelernt. Alt-Stadtrat Rainer Schmitt und seine Frau, eine Georgierin ebenfalls namens Natia, unterstützen ihre „neue“ Tochter, wo es nur geht. Zusammen mit Bruchsals Oberbürgermeisterin Cornelia Petzold-Schick sind sie am Sonntagmorgen nach Berlin gereist. In der Halle wollten sie der Wahl-Bruchsalerin live die Daumen drücken.

Natias Fanclub auf dem Weg nach Berlin: Bruchsals Oberbürgermeisterin Cornelia Petzold-Schick, sowie Natias Gastfamilie Natia und Rainer Schmitt aus Bruchsal. | Foto: pr
Im Journee in Bruchsal fiebert man gemeinsam dem Sieg entgegen | Foto: pr
Kurz nach der Show: Bruchsals OB Cornelia Petzold-Schick und Natias Mutter liegen sich in den Armen. Sie waren beide live in Berlin dabei. | Foto: pr

Wer nicht selbst nach Berlin gefahren war, drückte der sympathischen Frau mit der ungewöhnlichen Stimme zuhause die Daumen. Für ungezählte Bruchsaler stand am Sonntagabend nicht der „Tatort“ auf dem Programm, sondern „The Voice of Germany“. Zum Public Viewing trafen sich beispielsweise Fans im Bruchsaler Café Journée am Bahnhof.

Von Show zu Show gesteigert

Natia Todua hat sich von einer Show zur nächsten gesungen. Schon in den Blind Auditions, der ersten Runde, hatte sie alle vier Coaches auf ihrer Seite. Sie entschied sich für den Finnen von „Sunrise Avenue“, Samu Haber. Souverän ging es weiter durch die Battles, die Sing-Offs direkt hinein ins Halbfinale. Hier einige Eindrücke:

Mit Superstars auf einer Bühne

Im Finale am Sonntagabend dann standen die vier letzten Kandidaten mit echten Superstars auf der Bühne: Ed Sheeran, Kelly Clarkson, Beth Dito, James Blunt und Rita Ora. Um 20.15 Uhr eröffnete Ed Sheeran die Show mit „Castle on the hills“ und machte vor, was künftige Stars heute wohl mitbringen sollten. Erste Gelegenheit, für die vier Anwärter auf den Titel stimmlich mit „Shape of you“ ein Zeichen zu setzen. Und optisch. Natia,  beim letzten Mal noch im roten Einteiler, trug zum Start einen türkisblauen Glitzerminirock  – die 80er lassen grüßen.

Allein, zu zweit, mit Superstar

Ab jetzt war jeder Finalist auf sich alleine gestellt: „Die pure Seele, die pure Kraft“ – so beschreibt Mark Forster seinen Kandidaten Benedikt Köstler. Der 17-Jährige musste als erster ran. Zusammen mit seinem Coach sang er dessen aktuellen Hit „Kongong“. „Team Testosteron“, wie Moderator Thore Schörlemann die beiden nannte, legte vor.

BB Thomaz und Superstar Kelly Clarkson – sollte dieses Powerfrauenduo schon am Anfang der Sendung alles klar machen? „Das wird dein Moment“, versprach Clarkson ihrem Schützling. „Love so soft“ ließ jedenfalls die Halle in Berlin grooven. Der Privatsender Sat.1 hatte zum Finale wiedermal groß aufgefahren: Liveband, Geigen, internationale Stars und ein Moderator mit Fliege.

Anna Heimrath, „der Geheimtipp von Team Fanta“ sang „Beneath your beautiful“. Sie begeisterte damit nicht nur ihre beiden Coaches, Michi Beck und Smudo von den Fantastischen Vier. „Wir sind super happy mit dir“, beschreiben die Fantas den Weg der schüchternen Anna auf die große Finalbühne.

Beth Dito über Natia Todua: „Ich liebe sie“

Und dann war endlich Natia Todua zum ersten Mal dran. „Spaghetti-Nudel“ Natia sang mit „Knödel“ Beth Dito „We could run“ , wie die beiden vor der Show scherzten. „Natias Geschichte ist so intensiv“, befand die Sängerin der einstigen Band Gossip. Beide haben ihre Heimat verlassen, um das zu leben, was sie wirklich wollten. Begeisterung dann nicht nur bei der Jury, auch im Publikum sah man Freudentränen. Natias Mutter war eigens aus Georgien angereist. Neben ihr sah man einen freudestrahlenden Gastvater Rainer Schmitt aus Bruchsal. Den hielt es schon beim ersten Auftritt nicht mehr auf dem Stuhl.

Powerteam: Natia Todua und Beth Dito performen gemeinsam. Und verstehen sich auf Anhieb super. | Foto: BNN

„Sie ist wie meine kleine Schwester, nur besser. Ich liebe sie“, erklärte Beth Dito frei heraus. „Ihre Geschichte ist so stark, sie hat so viel Power. Und ihre Stimme ist einfach unglaublich“. Bei Facebook jubeln die Fans bereits um 21.30 Uhr über die „Anwärterin auf den Sieg“.  Einige wiederum können Natias Stimme nur schwer ertragen. Sie sollten an diesem Abend in der Minderheit bleiben. Die meisten schwärmen über Natias starke Performance und ihre besondere Persönlichkeit.

Viel Musik und noch mehr Werbung

Start in die zweite Runde: Benedikt Köstler singt „Your Song“ von Elton John. Yvonne Catterfeld und BB Thomaz singen im Coachduett „Was bleibt“. Unterbrochen werden die Beiträge vor allem von jeder Menge Werbung. Und die Zuschauer sollen per Telefon oder SMS für ihre Favoriten abstimmen. Anna Heimrath und James Blunt hatten sich dessen neue Single „Don’t give me those eyes“ ausgesucht. Ihr Ziel: Das Publikum zum Weinen zu bringen.

Im Finale haben nur noch die Zuschauer das Sagen. Sie stimmen per Anruf und SMS über den Sieger ab. | Foto: BNN

Ist das die Vorentscheidung für Natia?

Und dann der zweite Aufritt für die Bruchsalerin. „Ich habe nur einen Weihnachtswunsch, dass mein Kumpel Natia die Show gewinnt“, erklärt Samu noch. „Für mich bist du jetzt schon die Siegerin“ sagt er um 22 Uhr. Und dann haut Natia „With a litte help from my friends“ raus und flasht alle im Saal. Ist das die Vorentscheidung? „Ich wollte Freiheit fühlen. Danke, dass ich das hier machen durfte“, bedankt sich die 21-jährige Bruchsalerin fast schüchtern.  „Du brauchst gar keinen Star. Du machst das ganz alleine hier“, findet Moderatorin Lena Gercke.

Die alles entscheidende Runde

In Runde drei versucht Benedikt mit Rita Ora im Duett noch einmal seine Fans zu mobilisieren. Soulstimme BB Thomaz glänzt mit ihrer Interpretation von „Empire State of Mind“ und schluckt dabei sogar Lametta. Und was läge näher für Anna Heimrath und ihre Fantas, als A-N-N-A von Freundeskreis zu bringen?

Ich will singen, was ich fühle

„Ich will singen, was ich fühle.“ Mit diesen Worten läutet Natia ihren dritten und letzten Auftritt mit Sunrise Avenue und Samu Haber ein. Noch sind alle im Rennen. Bei „I help you hate me“ drehen die beiden richtig auf: Samu und Natia genießen ihren gemeinsamen Auftritt sichtlich. Das Publikum reißt es von den Sitzen. „Ich war so nervös, dass ich verkacke“, sagt Samu lachend. Doch verkackt hat freilich niemand. Im Gegenteil: Souverän holt sich Natia mit 50,2 Prozent aller Stimmen den Sieg. Abgeschlagen mit nur der Hälfte der Stimmen landet Benedikt auf Platz 2, 16,8 Prozent sind es für Anna. Und BB Thomaz landet mit 7,6 Prozent auf dem vierten Platz.

Ein deutsch-georgisches Märchen

„Die größte Jury Deutschlands“, die Zuschauer, haben sich am Ende eindeutig für Natia entschieden, für das Mädchen aus der georgischen Provinz, das in Deutschland das große musikalische Glück suchte und es bei „The Voice of Germany“ auch noch fand.

Und hier kann man die Sendung in der Mediathek noch einmal nachgucken