Naturliebhaber: Michael Hassler möchte die seltenen Tierarten der Region erhalten. Der Artenschutz fängt schon bei jedem Einzelnen im Garten an.
Naturliebhaber: Michael Hassler möchte die seltenen Tierarten der Region erhalten. Der Artenschutz fängt schon bei jedem Einzelnen im Garten an. | Foto: Ulrike Hassler

Gartenliste aufgelegt

Naturexperte aus Bruchsal: Rasenflächen oder Schottergärten bieten keine Nahrung für heimische Insekten

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Immer mehr Insektenarten sind vom Aussterben bedroht. Aber nicht nur Volksbegehren wie die baden-württembergische Initiative „proBiene“ helfen den betroffenen Tierarten. Michael Hassler, Vorstand in der Arbeitsgemeinschaft Natur- und Umweltschutz Bruchsal (Agnus), erklärt, wie Menschen auch mit der Pflanzenwahl im eigenen Garten helfen können.

Der Frühling steht bevor und bald erwacht die Pflanzenwelt. Wie können Insekten im Garten geschützt werden?

Michael Hassler: Da gibt es grundsätzlich zwei Möglichkeiten. Zum einen ist es wichtig, dass Gartenbesitzer Nahrungspflanzen für die Insekten anbauen. Ein Beispiel sind Blätterpflanzen für verschiedene Raupen.

Zudem dienen Glockenblumen Dutzenden Arten von Wildbienen als einzige Nahrungsquelle. Hier reichen auch schon wenige Exemplare, um einen positiven Effekt zu erzielen. Der zweite Aspekt ist, dass Gartenbesitzer mit Bienenhotels oder offenen Bodenflächen auch wichtige Nistplätze für Insekten schaffen können.

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Was gilt es, dringend zu vermeiden?

Reine Rasenflächen oder Schottergärten sind sehr schlecht und bieten keine Nahrung für heimische Insekten. Hinzu kommen gefüllte Blumen wie Dahlien, die zwar viele Blütenblätter, aber wenig Staubgefäße haben.

Auch sogenannte immergrüne Hecken wie die Kirschlorbeer sollten Gartenbesitzer vermeiden. Diese werden oft geschnitten und blühen folglich nicht. Für die Vogel- und Insektenwelt bringen sie zumeist sehr wenig.

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Gemeinsam mit Agnus haben Sie die eine neue Broschüre für Gartenbesitzer angefertigt. Was ist ihr Ziel damit?

Wir haben in Bruchsal und in der umliegenden Region einige sehr seltene Arten. Dazu zählen beispielsweise die Schlürfbiene und der Aufrechte Ziest, der dem Insekt als Nahrung dient. Der Ratgeber soll also auch seltenen Pflanzen zugute kommen und nicht nur den Tieren.

Weiter ist unser Anspruch natürlich, dass der Garten dekorativ aussieht und nicht nur beim Artenschutz hilft. In den vergangenen 20 Jahren haben die Agnus-Mitglieder vieles selbst ausprobiert und schnell positive Auswirkungen bemerkt.

Interessierte finden die Broschüre „Bruchsaler Gartenliste“ hier zum Download.