Containeraufbau am Römerplatz: Nicht zum ersten Mal gibt es den Kindergarten „Guter Hirte“ in Heidelsheim als Provisorium. Während der zweijährigen Arbeiten am Neubau werden die Kinder in Containern untergebracht. Wegen des grassierenden Corona-Virus fällt das Abschiedsfest aus. Fotos: pr | Foto: pr

Wegen Schadstoffbelastung

Neubau beginnt: Der Heidelsheimer Kindergarten zieht vorübergehend in Container um

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Mit dem Aufbau der Containeranlage auf dem Römerplatz Anfang März sollte der Startschuss für den lange geplanten Neubau des Kindergartens „Guter Hirte“ stattfinden. Der für Anfang April terminierte Umzug der fünfgruppigen Kindertagesstätte fällt den Beschränkungen durch das Corona-Virus genauso zum Opfer wie das Abschiedsfest am 19. April.

Sang- und klanglos geht damit eine fast 50-jährige Kindergarten-Ära in Heidelsheim zu Ende. „Das haben wir uns anders vorgestellt“, bedauert Erzieherin Irmgard Hannich das abrupte Aus für die Kita, in der knapp 100 Kinder betreut werden.

Wegen Schadstoffen müssen die Kinder in Container umziehen

Wegen der Schließung von Kindertagesstätten und Schulen wird nur eine Handvoll Kinder von Eltern in systemrelevanten Berufen betreut. Die Erzieherinnen sind trotzdem damit beschäftigt, den Umzug vorzubereiten.

In den Containern, die am 20. März an den Bauherren, die Evangelische Kirchengemeinde Heidelsheim übergeben wurde, werden nun Strom, Wasser und sanitäre Einrichtungen installiert. Die Abbrucharbeiten am Zweckbau aus den 70er Jahren sowie am Evangelischen Gemeindezentrum sollen ab dem 19. April stattfinden.

Wegen Asbestplatten auf dem Dach und PCB belasteten Fugen im Kindergarten macht dies eine Spezialfirma. Im vergangenen Jahr ist auch in Linkenheim ein Kindergarten wegen Schadstoffbelastung in Container umgezogen.

Die Jungen und Mädchen des Kindergartens „Guter Hirte“ haben den Aufbau der Container vor Ort verfolgt. Wann sie umziehen, ist noch unklar. | Foto: pr

Spätestens zum 15. April hätten die fünf Gruppen in die Container am Römerplatz ziehen sollen. „Wir haben uns mit den Kindern schon die Container angeschaut“, erzählt Hannich, gleichzeitig Pfarramtssekretärin bei der Evangelischen Kirchengemeinde. Die Kinder wollten sich gerne mit Handabdrücken von den alten Räumen in der Hohenstaufenstraße verabschieden.

Notlösungen für Kinderbetreuung sind nicht neu

Bereits 1974 wurde die Kita auf dem Kanzelberg bezogen, erinnert sich der frühere Ortsvorsteher Valentin Gölz. In vier Gruppen wurden bis zu 120 Kinder betreut. Mit dem Bevölkerungszuwachs und steigenden Bedürfnissen an die Kinderbetreuung ist auch die Einrichtung „Guter Hirte“ an ihre Grenzen gestoßen.

Ein Provisorium betrieb die AWO bereits in den 1980er Jahren auf dem Römerplatz. Auch im Gemeindezentrum war schon eine Gruppe untergebracht. Erst der Bau des katholischen Kindergartens St. Martin 1992 hat in Heidelsheim für Entlastung gesorgt.

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Aber bereits 2007 beriet der Ortschaftsrat Heidelsheim über notwendige Sanierungsarbeiten. In der Vergangenheit gab es immer wieder Probleme wegen fehlender Wärmeisolierung, Schimmel im Keller, defekten Leitungen oder zuletzt Schadstoffbelastung. Damit soll nun Schluss sein.

Neues Gemeindezentrum kostet 2,3 Millionen Euro

Nach dem Abbruch wird im Sommer zeitgleich mit dem Neubau des Kindergartens und des Evangelischen Gemeindezentrums begonnen. Das wird etwa zwei Jahren dauern. 2,3 Millionen Euro wird das neue Zentrum mit Gemeindesaal, Besprechungs- und Jugendraum sowie Küche kosten, erklärt Camilla Lautenschläger. Sie ist die Vorsitzende der Kirchengemeinde.

Auch das Pfarramt am Marktplatz soll dort hinziehen. Während der Bauzeit proben Posaunenchor und Kirchenchor in der Kirche oder dem Pfarrsaal. „Die größte Herausforderung wird es für die Jugendarbeit geben“, so Lautenschläger.

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Den Löwenanteil von 6,22 Millionen Euro für den neuen Kindergarten steuert die Stadt Bruchsal bei. Dabei schlagen die Container mit 600.000 Euro und der Abbruch mit 200.000 Euro zu Buche. Die Evangelische Kirchengemeinde stellt das Grundstück und sorgt für die Einrichtung des Kindergartens.

Mit Rodungen wurden die Abbrucharbeiten vorbereitet. In den nächsten zwei Jahren entsteht dort ein neuer Kindergarten und ein neues evangelisches Gemeindezentrum. | Foto: pr