Im Zwischenlager Philippsburg stehen derzeit 62 Castoren mit hochradioaktiven Abfällen. Bisher hat die EnBW das Lager unterhalten, nun gehen dieses sowie weitere Zwischenlager an anderen Atomkraftwerksstandorten in neue Hände über: Zur Gesellschaft für Zwischenlagerung, die das Thema zentral und deutschlandweit behandelt. | Foto: Hora

Von EnBW übernommen

Neuer Betreiber für Castorenlager in Philippsburg

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Das Philippsburger Zwischenlager ist seit 1. Januar in neuen Händen: Planmäßig hat die BGZ, die Gesellschaft für Zwischenlagerung, auch den Standort Philippsburg von der EnBW übernommen.

Damit ist die BGZ eigenen Angaben zufolge für die Lager in Biblis, Brokdorf, Emsland, Grafenrheinfeld, Grohnde, Gundremmingen, Isar, Krümmel, Neckarwestheim, Philippsburg und Unterweser zuständig.
Bisher war die EnBW die Betreiberin des Castorenlagers am Atomkraftwerk Philippsburg. Seit 2007 lagert dort teils hochradioaktives Material.

Fünf Castoren sollen kommen

In den kommenden Monaten sollen weitere fünf Castoren nach Philippsburg kommen – ihr Inhalt: mittelradioaktive Abfälle, die ursprünglich aus Philippsburg kamen und zwischenzeitlich in der Wiederaufbereitungsanlage im französischen La Hague waren. Seit Inkrafttreten des sogenannten Standortauswahlgesetzes von 2013 müssen die verbliebenen radioaktiven Abfälle an den jeweiligen Atomkraftwerksstandorten aufbewahrt werden, bis ein Endlager eingerichtet ist.

152 Stellplätze in Philippsburg

Das Philippsburger Lager verfügt über insgesamt 152 Stellplätze für Castoren. Derzeit befinden sich 62 Behälter mit hochradioaktivem Material im Zwischenlager. Das sind abgebrannte Brennelemente direkt aus Philippsburg. Weitere 40 Behälter werden noch hinzukommen, plus die fünf aus La Hague. Noch im laufenden Jahr soll Block 2 des Atomkraftwerks vom Netz gehen. Die Demontage von Block 1 läuft bereits. Bis ein Endlagerstandort gefunden und eingerichtet ist, Experten rechnen nicht vor 2050, wird das Material also in Philippsburg gelagert – unter der Aufsicht der eigens dafür gegründeten Gesellschaft BGZ. Dadurch liege die Verantwortung für die Zwischenlagerung der radioaktiven Abfälle der

Gesetz umgesetzt

Energieversorgungsunternehmen künftig zentral in der Hand der BGZ, heißt es in der Mitteilung weiter. Durch die Übertragung der Zwischenlager von den Betreibern der Atomkraftwerke auf die BGZ werden die Vorgaben des im Juni 2017 in Kraft getretenen Gesetzes zur Neuordnung der Verantwortung in der kerntechnischen Entsorgung umgesetzt. Die Betreiber der Atomkraftwerke sind nach diesem Gesetz für deren Stilllegung und Rückbau sowie die fachgerechte Verpackung der radioaktiven Abfälle zuständig. Die Durchführung und Finanzierung der Zwischen- und Endlagerung liegt damit ab sofort in der Verantwortung des Bundes. Die zur Sicherstellung der zuverlässigen Zwischenlagerung gegründete BGZ ist eine in privater Rechtsform organisierte Gesellschaft des Bundes mit Sitz in Essen.

Sichere Zwischenlagerung soll gewährleistet sein

Vertreten wird die BGZ durch Ewold Seeba als Vorsitzendem der Geschäftsführung, Wilhelm Graf als technischem Geschäftsführer sowie Lars Köbler als kaufmännischem Geschäftsführer.
Man habe an jedem Standort erfahrenes und qualifiziertes Personal von den bisherigen Betreibern übertragen bekommen, heißt es weiter. „Dadurch sind wir in der Lage, die sichere und zuverlässige Zwischenlagerung an allen unseren Standorten in Deutschland zu gewährleisten“, stellt Seeba fest und fügt an: „Neben dem sicheren und zuverlässigen Betrieb der Zwischenlager steht für uns der Dialog auf Augenhöhe mit den Menschen vor Ort an erster Stelle.“