Umgebaut und modernisiert präsentiert sich die Notrufzentrale des Deutschen Roten Kreuzes in Bruchsal. Die Disponenten sind an 365 Tagen im Jahr rund um die Uhr im Einsatz. | Foto: Kuld

Moderne DRK-Notrufzentrale

Notruf via Armbanduhr

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Die Situation kennen viele Menschen, sei es direkt oder indirekt. Man wird älter, hat Bedenken in der eigenen Wohnung zurecht zu kommen – möchte aber in den gewohnten vier Wänden bleiben. Dann kommen die Kinder und preisen den Eltern die technische Einrichtung „Notruf“ an, die das erlaubt, was man will, aber vor deren Nutzung man noch etwas Bedenken hat. Indes ist die Sache so: Notruf erlaubt lange noch im Alter das Wohnen zu Hause, denn Hilfe ist im Notfall immer sehr rasch gewährleistet, und er ist einfach zu bedienen.

Investitionen

Um das System Notruf in Stadt- und Landkreis Karlsruhe auf noch breitere und sicherere Beine zu stellen, hat der Kreisverband des Deutschen Roten Kreuzes als Betreiber seine Notrufzentrale in Bruchsal nicht nur technisch und räumlich aufgerüstet, sondern zudem auch in Kooperationen mit verschiedenen Partnern ausgeweitet. Am Freitag stellte Kreisverbandsvorsitzender Heribert Rech die mit einer Investition von 500 000 Euro aufgerüstete Zentrale bei einem Tag der offenen Tür vor.

Rund um die Uhr

Die rund um die Uhr besetzte Bruchsaler DRK-Notrufzentrale mit ihren 33 Disponenten betreut in Stadt- und Landkreis Karlsruhe rund 735 000 Einwohner, von denen aktuell über 5 000 auf den Notruf aufgeschaltet sind. Technisch ist die Zentrale in Bruchsal sehr viel größer, denn sie ist mit den Notrufzentralen in Heidelberg, Mainz, Gladbeck und Oldenburg verbunden, die beispielsweise im Fall von technischen Problemen die Karlsruher Kunden betreuen können. Jürgen Schlindwein, Chef der Notrufzentrale, berichtete den Gästen bei der Veranstaltung zudem von bundesweit etwa einem Dutzend Kooperationspartnern, die ihre Kunden auf das Notrufsystem des DRK Karlsruhe aufgeschaltet haben.

System in der Uhr

Wie funktioniert der Notruf? Der Kunde hat entweder ein stationär gebundenes oder ein mobiles Alarmierungsgerät, das es in Gestalt einer Armbanduhr gibt. Die stationären Geräte dominieren noch den Markt. Im Notfall betätigt der Kunde einen Knopf – das Signal erreicht die Zentrale, mit der dann Sprechkontakt möglich ist. Bei der Zentrale sind Daten wie Name, Alter, Wohnort oder auch eine etwaige Krankheitsbiografie hinterlegt. Im tatsächlichen Notfall werden via Leitstelle Rettungsdienstkräfte in Marsch gesetzt. Bis zu deren Eintreffen hält die Notrufzentrale den Kontakt zum Patienten aufrecht.

Steigende Zahlen

Nach einer vom DRK präsentierten Statistik sind Ersthelfer in der Regel in zwei Minuten beim Kunden. Bis der Rettungsdienst eintrifft, vergehen neun Minuten. Im vergangenen Jahr kam es nach Angaben Schlindweins im Stadt- und Landkreis Karlsruhe zu 5 400 Einsätze, im laufenden Jahr sind es schon jetzt 6 400. Diese Einsatzzahlen resultieren aus einer um ein Vielfaches höheren Notrufzahl – von denen die meisten aber auf kommunikativem Weg zu einem positiven Ergebnis führen.

Service

Die Notrufzentrale des DRK ist erreichbar unter (07251) 35680.