Sie konnten es nicht erwarten und haben die Lok schongeborgen: Claus Gilliar links) und Jürgen Baumann stiegen mit Angel ins Boot und nahmen ein Video davon auf.
Sie konnten es nicht erwarten und haben die Lok schon geborgen: Claus Gilliar (links) und Jürgen Baumann stiegen mit Angel ins Boot und nahmen ein Video auf. | Foto: privat

Zwei Philippsburger mit Humor

Paddler „heben“ die Lok

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Mit bis zu 20 000 Schaulustigen wird gerechnet, wenn demnächst die historische Lok aus dem Rhein gehoben werden soll. Es geht um die versunkene Lokomotive, die 1852 bei einem Transport sturmbedingt ins Wasser kippte und seit 166 Jahren im Rhein – gegenüber Rheinsheim – schlummert. Womöglich kommen die Tausenden Zuschauer mitsamt den Expertenstäben zu spät?

Weil schon längst nichts mehr im Wasser liegt? Zwei tollkühne Paddelfreunde des WSC Rheintreue haben jetzt verkündet, dass ihnen – ohne Taucher und ohne großes Tamtam – gelungen ist, die Ruhestätte der Lok ausfindig zu machen und das Ungetüm mit der Angel aus dem Wasser zu ziehen: „Seit Wochen und Monaten erleben wir nur eine große Show, dabei war es ganz einfach, das seltene Stück zu bergen“.

Mit dem Schalk im Nacken

Claus Gilliar und Jürgen Baumann haben, wer ahnt es nicht, den Schalk im Nacken, wenn sie sagen, dass sie mit ihren feinen Spürnasen als „Jäger des verborgenen Schatzes“ in die Geschichte eingehen könnten. Beide paddeln jeden Mittwoch und überqueren dabei die Tiefe, wo die Kostbarkeit vermutet wird.

„Wir zwei heben die Lok“, sagten sie sich. „Wir brauchen keine Polizei, keine DLRG, kein Rotes Kreuz, kein Fernsehen.“ Also geht es im Boot und mit einer Angel aufs Wasser. „Wir verließen uns ganz auf das Bauchgefühl“. Und siehe da, nach kurzer Zeit hing die komplette Lok am Angelhaken. Mit Freudengeschrei feierte das Duo den Erfolg und drehte nebenbei ein aufsehenerregendes Video („Claus, du hosch was droo!“), um die Sensation der Nachwelt zu bewahren.

Eine alternative Lok

Nachdem aber immer mehr Zweifel an der Erfolgsgeschichte aufgekommen waren, räumte Gilliar reumütig ein, eine „alternative Lok“ heimlich aufs Boot geschafft zu haben. „Ich habe sie an die Angel geheftet und unter Vorspiegelung großer Kraftanstrengung aus dem Rheinwasser gezogen.“ Ergänzend fügt er hinzu: „Niemand hat damit gerechnet, dass unsere perfekte Täuschung so schnell bemerkt wird.“