Der letzte Winkel der Bahnstadt wird nun überplant. Zwischen der B35 (links, nicht im Bild) und den bereits neuen Gebäuden rechts sowie dem Landwirtschaftsamt, von dem aus das Foto gemacht wurde, entsteht neuer Wohnraum. | Foto: Heintzen

Letzte Fläche überplant

Preiswertes Wohnen in der neuen Bruchsaler Bahnstadt

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Am Ende ging dann doch alles schneller als einst gedacht: Die Bruchsaler Bahnstadt ist in den vergangenen drei Jahren regelrecht in die Höhe geschossen. Vom Ballett der Baukräne war zwischenzeitlich sogar die Rede. Für den letzten bisher nicht überplanten Teil am alten Landwirtschaftsamt ist nun auch eine Nutzung gefunden.

Die von der Verwaltung vorgestellte Lösung stieß im Gemeinderat einhellig auf Zustimmung, wenn nicht sogar Begeisterung. Stadtbaumeister Hartmut Ayrle stellte die Pläne für die Fläche zwischen B35 und Willy-Brandt-Straße vor.

Entlang der Bundesstraße soll so ein geschlossener Gebäuderiegel entstehen, der das dahinter liegende Quartier vom Lärm abschirmt. Dort sollen Büros für soziale Träger und Dienstleistungen sowie einzelne Gewerbe angesiedelt werden.

Fünf kleinteiligere Gebäude für Wohnungen

Dahinter, im „Lärmschatten“, plant ein Investor fünf, kleinteiligere Gebäude für Wohnungen. „Das sind keine Eigentumswohnungen“, betont Ayrle. 60 Prozent der insgesamt 129 Wohneinheiten sollen dem freien Mietwohnungsmarkt zur Verfügung stehen. 40 Prozent soll geförderter Mietwohnungsbau sein, sprich Mietern zur Verfügung stehen, die etwa Sozialhilfe empfangen.

Schwerpunkt liegt auf preiswertem Wohnen

Das Gebiet umfasst eine Fläche von 14.000 Quadratmetern. „Der Schwerpunkt liegt auf preiswertem Wohnen“, so Ayrle. Das Quartier bleibe autofrei, die Wohnbebauung ist verdichtet, dementsprechend fallen die Mietpreise auch günstiger aus.

Bei dem nicht genannten Investor handelt es sich nach BNN-Informationen um einen Bruchsaler Privatmann, der einen Hamburger Architekten und einen Berliner Projektentwickler für sein Konzept eingesetzt hat.

Im Gemeinderat sprach man vor Kurzem von einer echten Chance, von einer gelungenen Planung und einem tragfähigen Konzept. Jens Skibbe (CDU) befürwortete etwa die Entstehung eines sozialen Kompetenzzentrums an der B35. AWO, Diakonie, Reha Südwest oder Caritas haben bereits ihr Interesse und ihren Bedarf signalisiert. So soll auf dem Gelände auch betreutes Wohnen entstehen.

Ein Quartier des Miteinanders

Grünen-Stadträtin Gabriele Aumann sprach von einem „Quartier des Miteinanders“. Karl Mangei von der SPD befand, dass man aus der Bahnstadt mehr rausgeholt habe, als je jemand gedacht hätte.

Tatjana Grath (FW) sah im Baufeld 5 gar ein Leuchtturmprojekt. Gabriele von Massow (AfD/UBiB) lobte die Chance, hier ein soziales Kompetenzzentrum zu schaffen. Und Dela Schmidt von Aufbruch Bruchsal fand es schade, dass nicht die Bruchsaler Wohnungsbau das Projekt plant.

Am Ende stimmten alle Stadträte den Plänen zu und ermächtigten die Stadt, mit dem Investor den Verkauf des Geländes auszuhandeln.