SAMTWEICHE WANDVERKLEIDUNG, schicke LED-Leuchten und bequeme Ledersessel: Der neue Kinosaal 8 im Bruchsaler Cineplex ist bald fertig, berichtet Theaterleiter Steffen Amend bei einer Begehung der Baustelle. Damit will man dem Publikum mehr Komfort und ein größeres Erlebnis bieten. | Foto: Heintzen

Bruchsaler Kino im Umbau

Rüttelsitze sorgen für neues Actionerlebnis

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Langsam ist ein Ende in Sicht – im Bruchsaler Kino laufen die letzten Arbeiten für die Erweiterung von sieben auf neun Kinosäle. Bis spätestens Ende März soll alles geschafft sein und eine zweijährige Bauphase ihr Ende finden. Im laufenden Betrieb wurden die bestehenden Säle des zur Cineplex-Gruppe gehörenden Hauses umgebaut, dazu sind zwei neue entstanden. (Die Bruchsaler Rundschau berichtete.)

Neuer Kinosaal 8 entsteht

Bis alles wirklich geschafft ist, bleibt noch einiges zu tun, wie Theaterleiter Steffen Amend bei einem Rundgang der Bruchsaler Rundschau berichtete. Auf der Baustelle ist der Innenausbau in vollem Gange: Türen werden eingebaut, neue Kinosessel müssen montiert werden, dazu kommen noch Trockenbau und Elektrik. Und auch draußen tut sich was. Die alte Fassade muss einer neuer weichen.
In der kommenden Woche, kündigt Amend an, wird der Betrieb nur eingeschränkt laufen, denn dann werden die provisorischen Zugänge vom Foyer, etwa zu Kino zwei, zurückgebaut. Statt enger Durchgänge biete der Vorraum dann wieder ausreichend Platz und eine bessere Orientierung für die Gäste. Von dort aus ist künftig auch der Zugang zum neuen Kinosaal acht möglich, der aber durch einen Vorraum vom Lärm der wartenden Besucher abgeschirmt wird.

Gutes Klima für die Leinwand

In diesem Saal wartet man unterdessen auf die richtigen Temperaturen für die Leinwand. Diese wird Ende der Woche geliefert, kann aber noch nicht gespannt werden, weil es in dem Saal mit 75 Plätzen noch zu kalt ist. „Die Leinwand könnte sonst Falten kriegen oder spröde werden“, erklärt Amend. Nächste Woche soll aber die Klimaanlage in Betrieb gehen und für wärmere Temperaturen sorgen. „Ist der Saal drei, vier Tage durchgewärmt, kann die Leinwand montiert werden“. Ein Stock oben drüber wird im neuen Saal neun gearbeitet, in dem künftig 103 Besucher Filme schauen können.

ARBEITEN AN DER FASSADE: Die alte kommt weg, dafür gibt es eine neue. Maler geben Kinomauern dafür den passenden Anstrich. | Foto: Heintzen

1.200 Plätze

Insgesamt 1 200 Besucher finden künftig im Bruchsaler Kino Platz.  Das sind etwa genauso viele wie früher mit sieben Sälen. „Als wir die bestehenden Säle modernisiert haben, sind durch die neuen Sessel Plätze weggefallen, die wir durch die neuen Säle kompensieren können“, so Amend. Aber darum geht es nicht allein: Mehr Säle bedeutet auch eine größere Auswahl an Filmen, mit der man sich weitere Zielgruppen erschließen will. Unter anderem wolle man auch ein älteres Publikum erreichen. Und dem sei ein gewisser Komfort wichtig. „Mit einem Klappstuhl und nur wenigen Zentimetern Beinfreiheit kann man heutzutage nicht mehr punkten.“ Dafür sollen stattdessen samtweiche Wandverkleidungen, schicke LED-Leuchten und bequeme Ledersessel sorgen.

2018 war ein schlechtes Kinojahr

Beim jüngeren Publikum wird der Erlebnisfaktor dank „Rüttelsitzen“ erhöht, die besonders beim Actionfilm effektvoll eingesetzt werden. „Es ist wichtig immer etwas Neues zu bieten und Schritt zu halten“, sagt Amend. Dafür werden in Bruchsal große Investitionen gemacht – Neubau und Umbau kosten insgesamt rund 3,5 Millionen Euro. „Aber es zahlt sich aus“, ist sich der Theaterleiter sicher.
2018 war aus Sicht der deutschen Kinos ein extrem schlechtes Jahr: „Der lange Sommer, die WM und dazu die Filmauswahl. Da haben nur wenige Filme richtig gezündet“, erklärt Amend und nennt „Phantastische Tierwesen – Grindelwalds Verbrechen“ sowie „Black Panther“ als Publikumsmagneten. Dieses Jahr sehe es schon jetzt besser aus. „Kinderfilme gehen in Bruchsal gut. Der dritte Teil von Drachenzähmen leicht gemacht und der neue Lego-Film haben uns schon einige gute Wochenenden beschert.“