Am Eingang zur Bahnstadt an der B 35 baut die SEW eine neue Feuerwache für die städtische Feuerwehr. So soll sie einmal aussehen. | Foto: SEW-Eurodrive

Der Deal und seine Details:

SEW baut der Feuerwehr Bruchsal eine neue Feuerwache

Anzeige

Eine echte Überraschung gelang den Verantwortlichen beim Bürgerempfang: Die Bruchsaler Firma SEW-Eurodrive baut für die Freiwillige Feuerwehr der Stadt ein neues Feuerwehrhaus. Mit dieser Nachricht kam der Geschäftsführer Technik der SEW, Johann Soder,  quasi um die Ecke: „Wir wollen der Region, der Stadt und uns etwas Gutes tun“, so seine launige Begründung. Er  versteht sich als Unterhändler zwischen der SEW und der Stadt.

Bisher fehlte der Stadt das nötige „Kleingeld“

Am Tag danach legen Soder und die Stadt nach und präsentieren Details zu der ungewöhnlichen Kooperation. Auf städtischem Gelände an der B 35 bei der Abfahrt in die Bahnstadt errichtet der Antriebstechnik-Spezialist ein schlüsselfertiges Feuerwehrhaus. Dies kann die Stadt 30 Jahre lang unentgeltlich nutzen. Die Stadt gibt das Gelände per Erbpacht an die SEW. Wieder wurde das Bild einer „Win-Win-Situation“ bemüht: Das alte Feuerwehrhaus platzt aus allen Nähten. Längst sind die Fahrzeuge größer als die wenigen Garagen. Nicht nur die Geräte sind gewachsen, auch die Stadt wächst, die Anforderungen steigen. Seit Jahrzehnten „gab es die Sehnsucht“ nach einem neuen Gebäude, berichtet die OB. Allein es fehlte das nötige „Kleingeld.“

Ausgedient: Das alte Feuerwehrhaus in der Bruchsaler Innenstadt hat seine beste Zeit schon hinter sich. Nun wird ganz neu gebaut | Foto: Zäpfel

Keine Pflicht für Werksfeuerwehr

Für die SEW und ihre beiden Gesellschafter Rainer und Jürgen Blickle wiederum sei es von großem Interesse, dass ihre Fabriken auch weiterhin gut geschützt werden. Mit dem neuen Haus kaufe man sich aber keineswegs von der Pflicht einer Werksfeuerwehr frei, so die Lesart. Es bestehe nämlich keine, betonten alle. Die einzelnen SEW-Standorte seien dafür zu klein. „Uns war es wichtig, mit diesem Einsatz Danke zu sagen für die gelungene Standort-Entwicklung“, so Soder. Auf dem städtischen Gelände entsteht ein U-förmiges Gebäude mit Schlauchturm und 24 Fahrzeugstellplätzen. Momentan hat die Feuerwehr nur elf. „Die Einsatzzeiten der Wehr verbessern sich“, betont Feuerwehrdezernent Andreas Glaser. Man sei nicht nur schneller bei der SEW, sondern etwa auch auf der Autobahn. Viele Untersuchungen seien im Vorfeld gelaufen.

Feuerwehr bleibt eine ehrenamtliche Wehr

Schließlich wird sich die Freiwillige Feuerwehr unabhängig davon künftig auch personell verstärken, möglicherweise durch weitere hauptamtliche Kräfte. Klar sei aber, die Wehr bleibe eine freiwillige. Die SEW wird sich nicht mit eigenem Personal beteiligen.

Baubeginn vielleicht schon Anfang 2018

Bis Ende des Jahres wird die Stadt noch einige Planungstätigkeiten erledigen. Möglicherweise kann dann schon Anfang nächsten Jahres mit dem Bau begonnen werden. Was mit dem alten Feuerwehrhaus in der Friedrichstraße passiert, „ist derzeit noch völlig offen“, so Petzold-Schick.

 

850 Gäste beim Bürgerempfang

Den Bürgerempfang mit rund 850 Gästen nutzte Soder bereits am Sonntagabend als Plattform, die Neuigkeit zu verkünden.

Rund 850 Gäste kamen am Sonntagabend zum Empfang ins Bürgerzentrum | Foto: Zäpfel

Neue Herausforderungen für die Wehr

„Wir werden eine kleine Feuerwache errichten“, gab sich Soder bescheiden. Sowohl die SEW, die sich auf Expansionskurs befindet, als auch die städtische Wehr stehen, was Brandschutz angeht, vor neuen und größeren Herausforderungen. Beide hoffen auf eine „Win-Win-Situation“, so auch Oberbürgermeisterin Cornelia Petzold-Schick, die sich auch am Montag noch einmal herzlich bei den Blickles und der Firma SEW bedankte.

Illustrer Empfang

Zum illustren Bürgerempfang strömten am Sonntagabend Hunderte Gäste ins Bürgerzentrum. In freier Rede präsentierte OB Cornelia Petzold-Schick die großen Linien ihrer Politik und nutzte zugleiche die Chance, für sich als künftige OB zu werben. Am 9. Juli wird in Bruchsal gewählt.

Bei kurzen Podiumsdiskussionen ging es um die wirtschaftliche Stärke der Region und um einen Blick über den eigenen Tellerrand. Musikalisch zeigten sich einige Kapellen  und Chöre aus der Stadt auf der Höhe der Zeit.