Die Interessen der KVV-Kunden im Blick behält der ehrenamtliche Fahrgastbeirat. | Foto: Deck

Der KVV-Fahrgastbeirat

Sie sind die Stimme der Fahrgäste

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Eigentlich ist Florian Roth schon immer viel mit Bus und Bahn unterwegs. Als er noch während des Studiums nach Heidelberg gependelt ist, hat er sich darüber geärgert, dass er für die recht kurze Strecke zwei Tickets kaufen musste, weil er zwei Verkehrsverbünde durchquert. Heute verkehrt der 35-jährige Forster täglich mit dem Bus zwischen Forst und Bruchsal. Seine Erfahrungen im Öffentlichen Personen-Nahverkehr bringt er seit 2010 im Fahrgastbeirat des Karlsruher Verkehrsverbund (KVV) ein. Er ist der stellvertretende Sprecher. Noch. Denn demnächst scheidet er aus.

Der Forster Florian Roth ist fast täglich mit Bus oder auch mal mit Bahn unterwegs. | Foto: Zäpfel

Mitnahmeregel für Enkel durchgesetzt

Im Gespräch mit der Rundschau zieht er Bilanz seines Ehrenamts: „Oft sind es die kleinen Dinge, die man schnell verbessern kann.“ Der 20-köpfige Beirat ist ein unabhängiges Gremium, das den Verkehrsverbund etwa in Fragen des Services oder auch der Tarife berät. Er versteht sich als Stimme der Fahrgäste, ist die Interessensvertretung aller Fahrgäste. Als Lehrer am Bruchsaler St. Paulusheim kennt Roth beispielsweise die Probleme seiner Schüler, die mit dem Bus anreisen. Eine Tageskarte für Kinder, die zum Fahrplanwechsel im Dezember eingeführt wurde und die auch Gruppenreisen vereinfacht, nennt Roth als einen der Erfolge des Fahrgastbeirats. Auch die Mitnahmeregel für Enkelkinder bei der „Karte ab 60“ hat der Beirat angeregt und durchgesetzt.

Scoolcard ist ein „heißes Eisen“

Sebastian Spitzer bestätigt: „Fragen rund um Tarife und Fahrkarten sind die großen Themen.“ Spitzer ist seitens des KVV der Ansprechpartner für den Beirat. Er koordiniert auch die sechs Sitzungen pro Jahr oder Expertenrunden. Gerade hat der Fahrgastbeirat sein 20-Jähriges gefeiert. Ende des Jahres 2019 wird der Rat wieder neu für die nächsten zwei Jahre ausgeschrieben. Er setzt sich aus Jungen und Alten, Eltern und Singles, Berufstätigen und Rentnern und Menschen aus dem gesamten Verbundgebiet zusammen. Man muss aber kein Eisenbahnfreak sein, erklärt Roth schmunzelnd. Nein, eine Modelleisenbahn im Keller sei keine Einstellungsvoraussetzung. „Natürlich sprechen wir auch die wunden Punkte an“, erklärt Roth. Etwa den anhaltenden Fahrermangel und damit verbundene Ausfälle. „Das Thema Scool-Card ist ein ganz heißes Eisen“, ergänzt Spitzer. Vom autonom fahrenden Bus, über die Frage, in welchen Bussen man Fahrräder mitnehmen kann, über die geplante Linienführung der S31/32 in die Karlsruher Innenstadt – der Beirat kümmert sich um viele Belange.

Umstieg in Bruchsal wird mühsamer

„Sorgen bereitet mir die von der Stadt Bruchsal geplante Verlegung des Busbahnhofs auf die Südseite des Bahnhofs“, erklärt Roth etwa. Damit würde der Umstieg mühsamer. Auch dass es an der Bushaltestelle am Krankenhaus noch immer keine Sitzbank gibt, obwohl Roth das schon zu Zeiten von Oberbürgermeister Bernd Doll bemängelt habe, sieht er kritisch.
Generell hält er das Angebot des KVV aber für gut, allein die Preise für die Einzelkarten seien zu hoch. Aber seine Nachfolger im Beirat müssen ja auch noch etwas zu tun haben.

Kontakt: fahrgastbeirat@kkv.karlsruhe.de. Weitere Infos auch hier im Netz