Ein IC in Heidelsheim? Das Bild trügt nicht. Seit der Generalsanierung der Strecke Mannheim-Stuttgart fahren die Schnellzüge hier entlang. Das ist insbesondere für wartende Fahrgäste am Bahnhof ungewohnt und wird als gefährlich wahrgenommen. | Foto: Heintzen

Umleitung wegen Sanierung

Sind die umgeleiteten ICEs und ICs in Helmsheim und Heidelsheim zu schnell unterwegs?

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Weil die Schnellfahrtstrecke Mannheim-Stuttgart saniert wird, fahren viele Schnellzüge Umleitung über Bruchsal und Bretten. Für so manchen Bahnreisenden sind die vorbeirauschenden ICEs und ICs ungewohnt und wirken bedrohlich schnell. Die Bahn sagt: Man halte sich überall an die vorgegebenen Höchstgeschwindigkeiten.

Ungewohntes Bild: Seit dem Osterwochenende rauschen die ICE und IC nun schon durch Helmsheim und Heidelsheim. „Ohne Vorwarnung tauchen die Geschosse plötzlich auf“, bemängelt ein Leser der Rundschau gegenüber der Redaktion.

Wo im beschaulichen Saalbachtal bisher nur die Stadtbahnen und Regionalzüge zuckelten, sind die Schnellzüge der Bahn ein ungewohnter Anblick. Weil die Schnellfahrstrecke Mannheim-Stuttgart noch bis Ende Oktober saniert wird und daher voll gesperrt ist, fahren viele Schnellzüge die Umleitung über Bruchsal und Bretten.

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Gefährliche Situationen am Bahnsteig?

Doch die Bahn winkt ab: Die Geschwindigkeit auf der Strecke hat sich nicht verändert, auch nicht die zulässige Geschwindigkeit an den Bahnübergängen und den Haltestellen. Der Unterschied, so vermutet der Bahnsprecher: „Die Stadtbahnen halten dort an und drosseln daher ihr Tempo.“ Das machen die ICEs natürlich nicht. Sie „pfeifen“ durch.

Vor allem beim Bahnhof, wo es keine Schutzzäune gibt, ist der Aufenthalt am Bahnsteig extrem gefährlich.

Meinung eines BNN-Lesers

„Vor allem beim Bahnhof, wo es keine Schutzzäune gibt, ist der Aufenthalt am Bahnsteig extrem gefährlich, da man die Züge erst unmittelbar vor dem Eintreffen akustisch wahrnimmt und diese dann in wenigen Sekunden auch schon wieder ab und davon sind“, beschreibt der Leser die Situation etwa in Heidelsheim, aber auch am Bahnsteig in Helmsheim. „Klar, die modernen ICE sind natürlich leiser als ältere Stadtbahnen etwa“, erklärt der Bahnsprecher. An der zulässigen Geschwindigkeit aber hat sich nichts geändert. Die liegt auf der Strecke bei Tempo 130.

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Unterschiedliche Geschwindigkeiten – Bahn warnt Fußgänger

Es gibt aber durchaus auch Strecken, da flitzen die Schnellzüge noch schneller an den Bahnsteigen und damit an wartenden Menschen vorbei. Auf der Graben-Neudorfer Strecke etwa ist auf Höhe der Haltestellen Blankenloch und Friedrichstal Tempo 200 erlaubt.

Zwischen Bruchsal und Bretten wiederum gilt auf Höhe Heidelsheim und Helmsheim Tempo 130, kurz danach in Gondelsheim muss abgebremst werden, dort dürfen Züge nur 100 fahren. Auf der Strecke Bruchsal-Karlsruhe, also an Untergrombach vorbei, ist Tempo 160. Und auf den beiden Stadtbahnlinien in den Kraichgau nach Menzingen und Odenheim ist nur Tempo 50 erlaubt.

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Gerade erst hatte die Bahn per Pressmitteilung davor gewarnt, auf der Ausweichstrecke die Gleise zu Fuß zu überqueren. Man wolle jetzt verstärkt kontrollieren, teilte die Bahn weiter mit. Gefährlich seien diese Aktion nicht nur für die Fußgänger selbst, die von einem Zug erwischt werden können, sondern genauso auch für die Fahrgäste in einem Zug, wenn der Zugführer eine Schnellbremsung einleiten muss. Man müsse mit deftigen Strafen rechnen, drohte die Bahn.

Welche Bahnstrecke in Deutschland hat welches Tempolimit? Dazu gibt es hier viele interessante Informationen.