Umstrittener Neubau der Bürgerstifftung in der Huttenstraße 15. Süd-Ansicht,
Umstrittener Neubau der Bürgerstifftung in der Huttenstraße 15, zweites Gebäude von rechts. Mit drei Geschossen und Doppelfenstern ist es bewusst nicht barockisierend. | Foto: Dill+Haufe Architekten, Ingenieure

Leichte Änderungen an Neubau

So baut die Bürgerstiftung in der Bruchsaler Huttenstraße

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Die Bürgerstiftung Bruchsal hat ihre leicht veränderten Pläne für den viel diskutierten Neubau Huttenstraße 15 vorgestellt. Das Gebäude wird einen weniger hohen, farblich markierten Sockel haben und ein um 60 Zentimeter vorgezogenes Dach, damit der Überstand stärker hervortritt.

Auch im Dachkasten gibt es einige Korrekturen. Nicht verändert ist die Bauweise mit drei Geschossen, Doppelfenster und ohne Dachgauben.

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Doll: Haben auf Kritik durch Detailänderungen reagiert

„Wir haben damit in einigen Details auf die Kritik am Projekt reagiert. Das Kuratorium der Bürgerstiftung hat sich extra noch einmal mit der Sache befasst und den jetzigen Entwurf einstimmig gut geheißen,“ sagt Bernd Doll, der Vorsitzende des zehnköpfigen Kuratoriums, dem auch die Oberbürgermeisterin angehört. Es kontrolliert die Arbeit des vierköpfigen Vorstands. „Die Veränderungen haben wir mit Blick auf die Akzeptanz der Bürgerstiftung in der Öffentlichkeit vorgenommen und um der Diskussion die Schärfe zu nehmen“, sagte Doll, der frühere Bruchsaler Oberbürgermeister. Nun werde die  Bürgerstiftung weiterbauen. Und zwar mit einer architektonischen Formensprache, die in die heutige Zeit passt.

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Bürk: Barockisierender Bau keine Pflicht und auch gar nicht erwünscht

Man habe bewusst nicht barockisierend gestalten wollen, aber trotzdem mit Rücksicht auf die Nachbarschaft. „Die Gebietsreferentin des Denkmalschutzamtes hat uns ausdrücklich bestätigt, dass ein rein historisierender Aufbau bei denkmalgeschützter Nachbarschaft nicht prinzipiell gewünscht ist“, betont Gilbert Bürk.

Der Vorstand der Bürgerstiftung verweist darauf, dass es für die Bebauung des Grundstücks keinen Auflagen von Denkmal- und Ensembleschutz gebe. Für den bereits laufenden Neubau wurden im Dezember eine Ruinenfassade und ein Torbogen abgebrochen. Dieser barocke runde Hauseingang blieb erhalten und wird im künftigen Innenhof aufgestellt.

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Kritik begleitet Projekt der Bürgerstiftung

Der Abbruch des Torbogens hatte seinerseits die Historische Kommission der Stadt aufgeschreckt. Es begann außerdem eine Diskussion mit um die Gestaltung des Neubaus an einer wichtigen Stelle des alten Bruchsal. In der Huttenstraße stehen zahlreiche denkmalgeschützte Bürgerhäuser aus der Zeit. Historiker Florian Jung, der in der Huttenstraße lebt erstellte ein Dossier, um zu belegen, dass das barocke Straßenensemble zu stark beeinträchtigt wird. Nach einem Vortrag von Jung sammelte der Verein „Bruchsalia“ über 300 Unterschriften, um die Bürgerstiftung zu Änderungen zu bewegen.

Die von Bernd Doll bereits Ende Januar angekündigten Änderungen gingen dem Verein aber nicht weit genug. Das Ensemble in der Straße der  werden durch das Projekt optisch beeinträchtigt. Es müsste sich an der Bauordnung von Damian Hugo von Schönborn orientieren, um den Gesamteindruck der Huttenstraße auf Jahrzehnte hinaus auch zu erhalten.

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Grundstück und Baukosten von Mäzenen

Bruchsals Leiter des Baurechtsamts, Thomas Vogel, erklärte beim Gespräch zusammen mit Doll und Bürk, dass formal der Neubau völlig korrekt abgewickelt wurde. Auch Änderungswünsche der Behörde seien integriert worden. Er persönlich kann gut nachvollziehen, dass nicht völlig historisierend geplant wurde, also beispielsweise nicht mit zwei Stockwerken, sondern mit drei, sowie in anderen Nachkriegsbauten der unteren Huttenstraße.

Mit dem Neubau will die Bürgerstiftung in Zeiten niedriger Zinsen Erträge erzielen. Das Haus eine Wohnung, Geschäftsräume und ein Domizil für Pfadfinder erhalten. Das Grundstück ist eine Spende, die Baukosten kommen ebenfalls von einem nicht genannten Mäzen. Ende 2020 soll das Gebäude  fertig sein.