Sommertag Bruchsal
KLEIN, ABER FEIN: Nach der wetterbedingten Absage des Bruchsaler Sommertagszuges haben Schüler der Hebelschule am Mittwoch einen spontanen Ersatzzug durch den Schlossgarten gestaltet. | Foto: Herberger

Rathauschefin lenkt ein

Sommertagszug Bruchsal: Präsidentin verteidigt Absage

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In der Debatte um den abgesagten Sommertagszug in Bruchsal glätten sich die Wogen. Nachdem Oberbürgermeisterin Cornelia Petzold-Schick die wetterbedingte Absage durch die Organisatoren öffentlich kritisiert hatte, verteidigt Sommertagszug-Präsidentin Karola Vettermann die Entscheidung. Von ihren Argumenten lässt sich offenbar auch die Rathauschefin überzeugen, die nach einem Gespräch einlenkt und ihre Kritik nun relativiert. Künftig soll es beim Sommertagszug einen „Wetter-Krisenstab“ geben.

Nach der deutlichen Kritik von Oberbürgermeisterin Cornelia Petzold-Schick an der Absage des Sommertagszuges (die BNN berichteten) betonen die Beteiligten nun die Gemeinsamkeiten.
Nach einem Gespräch mit Karola Vettermann, der Präsidentin des Sommertagszugs, sagte die OB gegenüber BNN.de, dass sie die Kinderperspektive nun besser verstehe.

Absage in Bruchsal nicht leichtfertig

Das Komitee habe nicht nur vermeiden wollen, dass die Kinder nass würden. „Das war meine erste, menschliche Reaktion am Rand des Umzugs“, so Petzold-Schick, die ihren persönlichen Hintergrund als Pfadfinderin betonte. Karola Vettermann sagte den BNN, sie habe am Sonntag einige Kinder weinen sehen, und andere fragten, was mit dem Schneemann geschehe. „Es ist uns keineswegs leicht gefallen, den Sommertagszug abzusagen.“ Das könne man ihr glauben, so Vettermann. Als Leiterin des Kindergartens St. Elisabeth ist sie nah dran an den jüngsten Teilnehmern. Auch blickt sie auf Jahrzehnte an Sommertagszügen zurück und kennt seit Anfang der 1980er Jahre den Aufwand der Vorbereitung.

Natürlich dürfen und sollen auch Kinder bei Regen ins Freie. Aber mit Matschhosen und Regenjacken und nicht in Papierkleidchen und das bei solcher Kälte.

Natürlich dürfen und sollen auch Kindergartenkinder bei Regen ins Freie“, so Karola Vettermann. Aber dann mit Matschhosen und Regenjacken und nicht in Papierkleidchen wie beim Sommertagszug und das bei solcher Kälte“, so Vettermann. Es sei ihre Verantwortung und schlicht kein Sommertagszug-Wetter gewesen. Auch erinnert sich die Kindergartenleiterin: „Vor einigen Jahren regnete es so stark, dass der Schlosshof sofort unter Wasser stand.“ Es habe Vorwürfe seitens der Eltern gehagelt, wie man den Zug bei diesem Wetter habe veranstalten können. Neben der Kälte in diesem Jahr sei ihr von damals das traurige Bild geblieben, wie die Papierbasteleien an den Kindern geklebt, auf ihre Kleidung abgefärbt hätten. „Die Gesamtwetterlage war dieses Mal ungeeignet.“ Darum habe sie, so Vettermann, mit Rainer Rapp vom Schulamt und Christa Braun, ihrer Vertreterin im Komitee entschieden, abzusagen. Schweren Herzens.

„Krisenstab“ für Sommertagszug 2018

Allseitiges Bedauern hat nun dazu geführt, dass die OB mit dem Komitee bereits einen Termin für 2018 ins Auge gefasst habe. Es werde künftig ein Krisenstab die Entscheidung über eine wetterbedingte Absage verantworten. Petzold-Schick: „Wir wollen das Komitee nicht alleine lassen. Bei einer Veranstaltung mit 3 000 bis 4 000 Menschen geht das auch die Stadt etwas an.“ Sie habe weniger die Entscheidung der Absage kritisieren, sondern ihr Bedauern über die Enttäuschung der Kinder und aller Beteiligten ausdrücken wollen, betonte die OB unter anderem in einer gestern verbreiteten Presseerklärung. Vor allem wegen der verlorenen, wochenlangen Vorbereitung. Darum habe sie auch am Ersatzumzug der Johan-Peter-Hebel-Schule teilgenommen. Karola Vettermann zu diesem: „Es war schön, dass zumindest eine Schule in direkter Nachbarschaft zum Park das nachholen konnte. Das geht natürlich nicht so spontan mit Dreijährigen und schon gar nicht, wenn der Weg durch die Stadt polizeilich mit Absperrungen und anderer Logistik mehr zu sichern ist.“ Und im Übrigen wartet der Schneemann, gut verstaut, auf den Umzug im nächsten Jahr.

So berichtete BNN.de zuletzt über die Sommertagsdebatte: