Der "Sparkasse Ironman Kraichgau" ist ein Top-Event für den triathlon, aber auch für die regionale Hotellerie. | Foto: Alabiso

Ironman Kraichgau-Triathlon

Spaghetti zum Frühstück, das Fahrrad am Bett

Anzeige

Innerhalb von knapp sechs Stunden war der Campingplatz im Freizeitzentrum am Hardtsee komplett ausgebucht. Das Wochenende um den 11. Juni ist so begehrt, dass die Triathleten aus ganz Europa sich im Januar für diesen Termin schon eine Unterkunft sichern. Hotels, Pensionen, Gaststätten – für sie bedeutet der „Sparkasse Ironman Kraichgau 70.3“-Triathlon Großkampftag. Und zwar nicht auf der Strecke, sondern beim Bettenmachen, Frühstück richten und auch Daumendrücken.

Ein Jahr im voraus

„Ein Großteil unserer Kunden reserviert schon ein Jahr im Voraus“, berichtet etwa Emil Bonrat, Chef der Pension am Hardtsee. Von Donnerstag oder Freitag an ist bei ihm Hochbetrieb, da gehen die Sportler ein und aus und drehen ihre letzten Trainingsrunden im Kraichgau oder testen die Wassertemperatur am Hardtsee.

Auch Campingplatz gebucht

Die ganz harten Sportler nächtigen nicht im Hotelbett, sondern auf der Luftmatratze im Zelt. „Bei uns herrscht dann eine richtige Anspannung auf dem Campingplatz“, berichtet Christopher Bader, der Chef im Freizeitzentrum Hardtsee. Mehrere hundert Gäste auf dem eigentlichen Campingplatz und einem Behelfsplatz stellen ihre Zelte auf. „Letztes Jahr wurde uns ein Bus aus Irland angekündigt. Wir haben einen Platz für einen Campingbus freigehalten. Und plötzlich stand ein Reisebus mit 50 irischen Triathleten vor der Tür“, berichtet Bader. Aber die Sportler sind es gewohnt, enger zusammenzurücken. Normale Campinggäste sieht man an diesem Wochenende kaum. Über 2 000 Athleten, ihre Begleiter und vielleicht 40 000 Zuschauer kommen nächstes Wochenende in den Kraichgau.

Highlight für die Region

„Ein absolutes Highlight“, findet die Cheftouristikerin Christina Lennhof von Kraichgau-Stromberg-Tourismus. „Der Name der Region wird mit dieser Veranstaltung in die Welt getragen.“ Die Hotels gerade in den Rennorten wie Bad Schönborn oder Ubstadt-Weiher hätten eine hervorragende Auslastung. „Bei uns stehen die Telefone momentan nicht mehr still“, erklärt Lennhof. Viele suchten kurzfristig noch eine Unterkunft. „Ich brauche eine Übernachtung, egal wo“, sagten manche Last-Minute-Gäste bereits. Keine Chance mehr hätten sie im Hotel Erck in Bad Schönborn.

Angenehme Gäste

„Unser Haus ist voll“, erklärt Gudrun Erck. Normalerweise übernachten bei ihr viele Geschäftskunden. Ein Wochenende lang ändert sich das Klientel schlagartig. Weißbrot, Nutella, Banane zum Frühstück. Wurst oder Müsli sind tabu – Erck kennt sich mit den Bedürfnissen der Sportler aus. Die dürfen dann auch ihre teuren Fahrräder mit aufs Zimmer nehmen. Lebhaft erinnert Erck sich an die Profi-Triathletin Belinda Granger aus Australien, die die hausgemachte Marmelade so geliebt habe, dass das Hotel ihr noch Gläser hinterhergeschickt hat. „Das sind alles sehr angenehme Gäste“ schwärmt nicht nur Erck über die Athleten. Früh ins Bett, früh aufstehen, eine eingeschworene Gesellschaft.

Profis in Mingolsheim

Direkt an der Rennstrecke liegt auch die „Villa Medici“ in Bad Schönborn. „Wir sind komplett ausgebucht“, berichtet Hoteldirektor Luca Riccio. Welcher der Profi-Athleten tatsächlich bei ihm absteigt, lässt er sich nicht entlocken. Zumal der Veranstalter ohnehin feste Kontingente bucht. Die erfolgreiche Holländerin Yvonne van Vlerken beispielsweise war schon Stammgast dort. Viele der Ironman-Verantwortlichen kommen ebenfalls in dem Vier-Sterne-Hotel unter. Weil man in der Villa von Anfang an bei der Großveranstaltung dabei war, kennt man auch dort die besonderen Bedürfnisse. Da gibt es dann auch schon mal Spaghetti zum Frühstück, für den Kohlenhydrathaushalt der Sportler.

 

Vorbereitung auf den „Ironman Kraichgau“: Die BNN verfolgen das Training von Stefanie Meigel und Sven Senkel. | Foto: Donecker

Am 11. Juni startet der „Ironman kraichgau“. Die BNN berichten im Vorfeld aus verschiedenen Blickwinkeln über den triathlon-Event undbegleiten das Karlsruher Ehepaar Stefanie Meigel/Sven Senkel in seiner Vorbereitung auf den Wettkampf.
Trainingsprogramm:
Stefanie
Samstag: Laufen 1:00 Stunden
Sonntag: Laufen 1:15
Montag: Schwimmen 0:45
Dienstag: Ruhetag
Mittwoch: Radfahren 1:00
Donnerstag: Laufen 0:30
Freitag: Ruhetag
Samstag: Ruhetag
Sonntag: Wettkampf
Sven:
Samstag: Laufen 1:00
Sonntag: Laufen 1:30
Montag: Schwimmen 1:00
Dienstag: Ruhetag
Mittwoch: Radfahren 1:00
Donnerstag: Radfahren 0:30
Freitag: Ruhetag
Samstag: Ruhetag
Sonntag: Wettkampf