Das Defizit an stationären Hospizplätzen in der Region soll bald Geschichte sein. In Karlsruhe und Bruchsal sollen neue Einrichtungen entstehen.
Das Defizit an stationären Hospizplätzen in der Region soll bald Geschichte sein. In Karlsruhe und Bruchsal sollen neue Einrichtungen entstehen. | Foto: Kahnert/dpa

Stadt und Landkreis Karlsruhe

Zahl der stationären Hospizplätze soll verdoppelt werden

Anzeige

Die Zahl der stationären Hospizplätze für den Stadt- und Landkreis Karlsruhe soll verdoppelt werden. Dafür hat sich der Jugendhilfe- und Sozialausschuss des Landkreises jetzt ausgesprochen. Die bisher einzige Einrichtung dieser Art in und um Karlsruhe ist das Hospiz Arista in Ettlingen, das derzeit zwölf stationäre Plätze für die Sterbebegleitung bietet.

„Die Stadt Karlsruhe hat mehrfach artikuliert, dass im Stadtgebiet Kapazitäten fehlen“, berichtete Dieter Zimmermann, Leiter des Amtes für Versorgung und Rehabilitation den Ausschussmitgliedern. Stadt- und Landkreis pflegen einen gemeinsamen Runden Tisch zum Thema.

Mehr zum Thema: Menschen in den Tod begleiten: sechs Monate im Hospiz Kafarnaum

Die Wünsche der Stadtverwaltung decken sich auch mit den Ergebnissen einer Umfrage bei den Hospizen der Region, die der Landkreis mit in Auftrag gegeben hatte. Die Umfrage ergab, dass im Erhebungszeitraum rund 40 Prozent der Anmeldungen im Hospiz Arista in Ettlingen aus dem Stadtgebiet kamen. Rund 25 Prozent der Patienten kamen aus dem nördichen Landkreis, der Rest aus dem südlichen Teil und anderen Landkreisen. Außerdem ergab die Befragung, dass die durchschnittliche Wartezeit auf einen Hospizplatz bei 10,4 Tagen liegt. „Das klingt nicht nach viel, kann in dieser Lebensphase aber eine lange Zeit sein“, sagte Zimmermann. Befragt wurden das Hospiz Arista in Ettlingen, das Hospiz Agape in Wiesloch, das Christliche Hospiz in Pforzheim und die Einrichtungen in Baden-Baden, Speyer und Mannheim.

Mehr zum Thema: Internet-Star Sally unterstützt den Bundesverband Kinderhospiz

Drei Standorte

Stadt- und Landkreis Karlsruhe sind sich einig, dass die stationäre Hospizversorgung künftig auf drei Standorte in Ettlingen, Karlsruhe und Bruchsal konzentriert sein soll. Bruchsals Oberbürgermeisterin Cornelia Petzold-Schick (Freie Wähler) bestätigte, dass die Stadt zu „ihrer Verantwortung als Standort stehen wird“. Eine bundesweite Erhebung der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin hatte 2015 ergeben, dass der Stadt- und Landkreis Karlsruhe über 30 stationäre Hospizplätze verfügen müsste, um den Bedarf decken zu können. Allerdings, so erläuterte Dieter Zimmermann, sei dies im Zusammenhang mit ambulanten Palliativteams zu sehen. „Da sind wir gut und aufgestellt. Deswegen 24 Plätze.“

„Karlsruhe entscheidet selbst“

Eine Lösung aus drei Standorten hätte gegebenenfalls zur Folge, dass sich die Zahl der Plätze im Hospiz Arista in Ettlingen von zwölf auf acht Plätze reduziert. Dem gegenüber skeptisch zeigte sich Jutta Belstler (CDU/Junge Liste): „Die Investitionen in Ettlingen sind getätigt. Schaffen wir in Bruchsal acht Plätze. Und die Stadt Karlsruhe entscheidet selbst“, sagte sie.

Die Kreisverwaltung um Landrat Christoph Schnaudigel spricht sich dafür aus, dass Stadt und Landkreis die Finanzierung der zusätzlichen Plätze im Verbund übernehmen und dass Arista in Ettlingen Träger aller drei Einrichtungen wird. Dem schloss sich auch Helma Hofmeister-Jakubeit (SPD) an. Die Grünen signalisierten Zustimmung.