Die Probleme am Bruchsaler Straßenstrich häufen sich. Anwohner beklagen die Hinterlassenschaften von Freiern und Prostitutierten. | Foto: dpa

Probleme am Straßenstrich

Bruchsal wird der Straßenprostitution nicht Herr

Anzeige

Das Gewerbe wird hauptsächlich nachts ausgeübt, die Spuren allerdings werden tagsüber sichtbar: Entlang des Bruchsaler Straßenstrichs etwa in der Kammerforststraße liegt jede Menge wilder Müll: leere Kaffeebecher, Kondome, Papiertücher und vieles Unansehnliches mehr.

Eklige Überreste am Straßenrand

Anlieger Heimo Schäfer ist sauer. Er hat sich an die Stadtverwaltung gewendet und sich beschwert. Die ansässigen Firmen, Tankstelle, Waschpark, Gastronomiebetriebe und andere beklagten alle das selbe Problem: „Die Stadt ist nicht in der Lage das abzustellen“, so Schäfer, der die Lage anhand von Fotos dokumentiert hat. Alle paar Tage müssen seine Mitarbeiter die ekligen Überreste der Nacht von seinem Privat-Grundstück beseitigen. „Wenn wir die Damen darauf hinweisen, wenigstens ihren Abfall mitzunehmen, werden wir noch auf das Übelste beschimpft“, berichtet Schäfer.

Kaffeebecher, Taschentücher, Unrat, aber auch gebrauchte Kondome finden sich des Morgens entlang der Kammerforststraße
Kaffeebecher, Taschentücher, Unrat, aber auch gebrauchte Kondome finden sich des Morgens entlang der Kammerforststraße | Foto: pr
IMG-20160926-WA0005

Hinterlassenschaften beschäftigen auch die Stadt

Die Hinterlassenschaften der Freier und Prostituierten beschäftigen die Stadtverwaltung schon lange. Den Straßenstrich mit all seinen Problemen hätte man dort lieber heute als morgen verbannt, wie der neue Bürgermeister Andreas Glaser auf BNN-Nachfrage erklärt. Ihm liegen zwei Beschwerdebriefe vor, die das Müllproblem anprangern.

Man müsste Verursacher auf frischer Tat ertappen

Doch das städtische Ordnungsamt, das in Glasers Dezernat liegt, ist ziemlich machtlos, was das Thema angeht. „Man müsste die Verursacher des Mülls quasi auf frischer Tat ertappen“, so Glaser. Private Grundstückseigentümer können freilich verlangen, dass die Prostituierten nicht auf ihrem Grundstück stehen. Dass Freier, Zuhälter oder die Prostituierten ihren Müll hinterlassen, dagegen helfe auch das Aufstellen von Mülleimern nichts, so Glaser. Zu diskutieren wäre höchstens, ob man sich städtischerseits um die Reinigung kümmern müsste.

Keine Dekoration für die Stadt

Im Grunde ist ihm und auch der Stadtverwaltung das Thema generell ein Dorn im Auge. „Natürlich ist das keine Dekoration für die Stadt“, so Glaser. Man habe sich in der Vergangenheit schon bemüht, die Straßenprostitution zu verbannen – vergeblich. „Der Aktenordner ist prall gefüllt.“
Seitdem das Thema virulent wurde, etwa im Jahr 2013, habe die Stadt versucht, einen Sperrbezirk einzurichten, in dem die Prostitution verboten ist, erklärt Glaser. Geht eine Gefahr und Störung der Sicherheit und Ordnung aus?, so lautet die Voraussetzung für die Errichtung eines Sperrbezirks, erklärt Glaser. Das reine Müllproblem reiche dafür nicht aus.
Neben der Kammerforststraße stehen die Prostituierten etwa in der Heidelberger Straße in Richtung Ubstadt. Auch der Polizei seien die Angebote der Frauen ein Dorn im Auge. Personenkontrollen ergaben aber bislang offenbar keine Beanstandungen.