Rund 120 Liter Trinkwasser verbrauchen Deutsche im Schnitt täglich. | Foto: dpa

Schuld war der Schieber

Teile von Bad Schönborn von Wasserversorgung abgeschnitten

Überrascht und erschrocken waren am Donnerstagabend sicher viele Bad Schönborner Bürger, als beim Zähneputzen, Duschen und Kochen plötzlich nur noch spärlich Wasser aus dem Hahn kam. Grund für den Versorgungsengpass, der besonders den Bereich Langenbrücken-Ost betraf, waren laut Bernhard Zimmermann, Leiter des Fachbereichs Bauen, Umwelt und Verkehr der Gemeinde, unvorhersehbare Probleme bei Baumaßnahmen an einer Übergabestation.

Wasserversorger will Übergabestationen erneuern

„Der Wasserversorger der Gemeinde, die Hohberg-Gruppe, will nach und nach die Übergabestationen des Wassernetzes erneuern“, so Zimmermann auf Nachfrage. Ab 20 Uhr am Donnerstagabend hätten dann die Bauarbeiten im Schacht begonnen. Geplant war, dass beim Abdrehen des Wassers ein ausgleichender Zustrom über die Ringleitungen von benachbarten Gemeinden die Bewohner versorgen sollte. Dass dies zunächst nicht funktionierte, lag an rund 50 Jahre alten Schiebern, die den Ausgleich gewährleisten sollten. Diese klemmten und brachen teilweise ab.

Das Problem: 50 Jahre alte Schalter

„Dabei spielte neben dem Alter des Materials sicher auch die Kälte eine Rolle. Denn wenn es kalt ist, braucht man ja mehr Kraft, um die Schieber zu bewegen.“ So mussten die Mitarbeiter immer wieder einen Straßenzug weitergehen, auf der Suche nach einem funktionierenden Schieber, schildert Zimmermann die Misere. „Wir konnten die Maßnahme nicht mittendrin abbrechen und wussten auch gar nicht, wer von der fehlenden Wasserversorgung betroffen war.“

Anrufe bei Installateuren

Ab 22 Uhr konnten die Mitarbeiter an der Baustelle wieder schrittweise den Wasserdruck erhöhen. Ab 3 Uhr nachts sei die Versorgung wieder auf dem üblichen Stand gewesen, berichtet der Gemeindemitarbeiter. Beschwerden von Bürgern über den vorübergehenden Versorgungsengpass hielten sich in Grenzen. „Mehrere Betroffene riefen bei Installateuren an, weil sie zunächst von einem Schaden an den hauseigenen Leitungen ausgingen“, berichtet Zimmermann. Auch der Bereitschaftsdienst des Bauhofs habe während des entsprechenden Zeitraums Anrufer über den Sachstand informiert. Kliniken und größere Betriebe waren bereits vorab über die Baumaßnahme informiert worden. „Denn zu geringfügigen Druckschwankungen kann es immer kommen“, so der Gemeindemitarbeiter.

Sonst kaum Frostschäden

Abgesehen von der vorübergehend gestörten Wasserversorgung Bad Schönborns hatte der anhaltende Frost kaum Schäden in der Region zur Folge. Die Kreisfeuerwehr Landkreis Karlsruhe war lediglich bei einigen Fällen von gebrochenen Leitungen und überschwemmten Kellern im Einsatz. „Dabei liegt die Ursache vor allem in dem konstanten Frost, der gefrorene Erdboden übt dauerhaft hohen Druck auf die Leitungen aus“, erläutert Fabian Geier, Pressesprecher der Feuerwehren des Landkreises Karlsruhe. An älteren Rohren ergäben sich so kleinere Schnittstellen. „Wir pumpen dann das Wasser ab und kontaktieren den Wasserversorger, der den Schaden behebt“, erklärt Geier. „In dieser Form hatten wir dieses Jahr bereits einige Einsätze und wir rechnen auch damit, dass noch einige kommen werden.“