Rathaus Forst
Im Rathaus ist Sparen angesagt: Der Forster Haushaltsplan 2020 wurde am Montag verabschiedet. Die Zahlen sind für den Gemeinderat alarmierend. | Foto: Schmith

Schlechte Haushaltszahlen

Tiefrote Zahlen belasten Forst: Gemeinderat verabschiedet einstimmig den Haushalt

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Im Forster Gemeinderat war die Stimmung am Montag angespannt. Einigkeit herrschte dennoch bei allen vier Fraktionen: diese billigten den Haushalt. Die Verabschiedung war in vielerlei Hinsicht einzigartig: Sie fand erstens sehr spät im Jahr statt. Es war auch der erste Haushalt, der doppisch geplant wurde. Das heißt, dass alle Aufwendungen und Erträge berücksichtigt werden müssen. Und zuletzt war es „ein Haushalt, der unter der Bedingungen und Auswirkungen einer Pandemie steht“, sagte Bürgermeister Bernd Killinger.

Ein Minus von rund 3,8 Millionen Euro

Der Forster Haushalt schreibt mit einem Minus von rund 3,8 Millionen Euro tiefrote Zahlen. Coronabedingt habe sich die ursprüngliche Zahl von etwa zwei Millionen Euro Minus um weitere 1,8 Millionen Euro verschlechtert. „Wir haben es kommen sehen“, so Bernd Killinger am Montagabend im Alex-Huber-Forum. Die Gemeinderatssitzung fand dort zum wiederholten Mal unter den Corona-Richtlinien statt. „Im Verhältnis zu unseren Erträgen ist unser finanzieller Aufwand zu hoch“, stellte Killinger klar, „aktuell leben wir auf Kosten der jüngeren Generation“.

Marathonsitzung zur Kostenreduzierung

Bereits Anfang des Jahres sei das negative Haushaltsergebnis vorhersehbar gewesen. In einer „Marathonsitzung“ im Mai sei es dem Gemeinderat und den Gemeindevertretern gelungen, 300.000 Euro einzusparen. Für Bürgermeister Bernd Killinger ist das Ergebnis dennoch alarmierend.

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Auch zukünftig werden rote Zahlen geschrieben: „2021 rechnen wir mit einem Minus von fast 3,5 Millionen Euro, 2022 sind es rund minus 820.00 Euro und 2023 rund minus 2,3 Millionen Euro.“ Killinger forderte alle Fraktionen dazu auf, konkrete Sparvorschläge zu liefern. Er selbst sieht beispielsweise bei den Kindergärten Sparpotenziale und durch Immobilienverkäufe Möglichkeiten, Einnahmen zu generieren.

Änderungsantrag für das Energie- und Sanierungskonzept wird zugestimmt

Vor der Verabschiedung stimmte der Gemeinderat über einen Änderungsantrag von Bündnis 90/Die Grünen und der CDU ab. Sie forderten 30.000 Euro mehr Eigenmittel im Haushalt für die Durchsetzung des geplanten Energie- und Sanierungskonzeptes. „Die zwei Projekte werden zwingend gebraucht und müssen noch in diesem Jahr gestartet werden“, sagte Sybille Klenzendorf (Grüne). Zukünftig könnten beispielsweise durch Sanierungen hohe Ausgaben für Energie vermieden werden.

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Bürgermeister Bernd Killinger steht gespalten zur Situation: „Ich stimme grundsätzlich zu, aber da es keine Vorschläge zur Einsparung gibt, kann ich dem Antrag selbst nicht zustimmen.“

Killinger appelliert an nachhaltige Entwicklung

Mit einer Mehrheit von Grünen, CDU und SPD wurde der Antrag angenommen und muss im Haushaltsplan aufgenommen werden. Die ursprünglichen Einsparungen belaufen sich demnach auf rund 270.000 Euro. Bernd Killinger appellierte an eine nachhaltige Finanzplanung „für eine insgesamt nachhaltige Entwicklung unserer Gemeinde“. So sollen künftig wieder schwarze Zahlen im sonst kaum verschuldeten Dorf geschrieben werden.