Kräftigungsübungen in der Bahn: Übungsleiter Simon Klein und seine Trainingsgruppe nutzen die Markierung der Stadionbahnen um Abstand zu halten. | Foto: Schmith

Sportvereine trainieren wieder

Training beim TSV Karlsdorf-Neuthard läuft mit Corona-Regeln wieder an

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Eigentlich würden sich am Mittwochabend an die hundert Kinder und Jugendlichen im Altenbürgstadion in Karlsdorf-Neuthard tummeln. Weitsprung und Speerwurf üben oder Bahnen rennen. Doch am vergangenen Mittwoch sieht es hier anders aus. 16 Jugendliche und drei Trainer, verteilt auf drei Gruppen ziehen fast einsam ihre Runden im Stadion.

Für die Leichtathletikgemeinschaft Karlsdorf-Neuthard ist es das zweite Training seit dem Shutdown im März. Zuvor war viel Planung für den Start nötig. Trainings- und Zeitpläne sowie ein Hygienekonzept mussten erstellt werden.

In den letzten Wochen haben wir mehr telefoniert als Sport gemacht.

Simon Klein, Leichtathletiktrainer

„Es ist ein riesen Aufwand. Die letzten Wochen haben wir, glaube ich, mehr telefoniert und geplant, als Sport gemacht“, erzählt Leichtathletiktrainer Simon Klein. Vor der jüngsten Corona-Lockerung haben die Athleten per Video zu Hause trainiert. „Das haben die Trainer echt gut gemacht“, lobt Chiara Kneis. Die 27-jährige und ihre Vereinskollegen freuen sich, dass sie jetzt wieder ins Stadion dürfen. „Zusammen macht es einfach mehr Spaß.“

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Doch einfach so drauf los sprinten und springen dürfen die Sportler nicht. „Wir haben ein genaues Konzept erarbeitet. Das war mit sehr viel Stress verbunden, aber letztendlich müssen wir uns absichern und unsere Sportler schützen“, sagt Abteilungsleiter Sebastian Huhn.

Training nur in Kleingruppen

Am Mittwochabend sammeln sich die Leichtathleten vor dem Stadion. Rein dürfen sie erst, wenn die Gruppe vor ihnen draußen ist. Kontakt müsse unbedingt vermieden werden.

Heute bekommt ihr alle Muskelkater.

Simon Klein, Leichtathletiktrainer 

Dennoch ist die Stimmung ausgelassen. Die vier jungen Frauen aus Simon Kleins heutiger Trainingsgruppe sind motiviert. „Nach dem Training heute bekommt ihr alle Muskelkater“, kündigt er lachend an. Lauf- und Kräftigungstraining steht auf dem Programm. Eine andere Gruppe übt heute Speerwurf – jeder mit eigenem Speer, der nach der Nutzung desinfiziert werden muss. So läuft es mit allen Sportgeräten ab, ob Speere oder Kugeln.

Strenges Konzept wurde ausgearbeitet

„Außer Hochsprung und Ausdauerläufen können wir alles trainieren“, erzählt Abteilungsleiter Sebastian Huhn. „Überall anders können wir den Abstand kontrollieren.“ Zum Hygienekonzept gehören auch die Kleingruppen. Es dürfen maximal fünf Personen zusammen trainieren, sprich vier Athleten und ein Übungsleiter.

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Bisher trainieren nur die Erwachsenen und älteren Jugendlichen. „Das Konzept funktioniert. Die Leute melden sich vorher an, dann können wir die Gruppen planen“, erzählt Trainer Simon Klein. „Nach Pfingsten wollen wir das Training auch wieder für die ganz Jungen anbieten. Wir hoffen, dass das klappt.“

Auch Faustballer dürfen wieder spielen

Auch ein paar Kilometer entfernt, auf dem TSV Platz in Karlsdorf, wird seit den letzten Lockerungen wieder trainiert. Edgar Habitzreither bereitet den Platz vor und bringt einige Bälle mit.

Das Gute bei uns ist, dass wir kontaktlos spielen.

Edgar Habitzreither, Faustballtrainer

Seine Mannschaft kommt schon fertig umgezogen zum Faustball-Training. „Das Gute bei uns ist, im Vergleich zum Volleyball, dass wir kontaktlos spielen“, sagt der Abteilungsleiter. „Unser Feld ist viel größer, da können wir den Abstand einhalten.“ Die vier Herren, die heute zum Training da sind, freuen sind. „Wir haben sehnlichst darauf gewartet, dass wir wieder spielen dürfen“, bestätigt Spieler Markus Kreisel.

„Wir können fast normal trainieren. Nur manche Übungen zum Aufwärmen, die man zusammen macht, lassen wir weg“, sagt Edgar Habitzreither, der die Gruppe trainiert. Das Training der rund 20 Jugendlichen unter 18 Jahren fällt allerdings noch aus. „Das ist zu schwer zu kontrollieren. Das wollen wir vorerst nicht riskieren“, erzählt er weiter.

Den Sportlern fehlt die Geselligkeit

Was beiden Sportgruppen vor allem fehlt ist eins: Geselligkeit. „Das ganze Drumherum fehlt“, finden die Faustballer. „Nach dem Spiel gehen alle gleich Heim. Das ist schade“, bedauert Edgar Habitzreither. Ähnlich geht es den Leichtathleten im Altenbürgstadion. „Nach dem Training Grillen wir oft zusammen und trinken was. Dass das nicht geht, ist echt schade“, erzählt Trainer Simon Klein.