Vanessa Stegmüller (links) und Gerlinde Grom (Mitte) vom SSV Waghäusel ließen nach dem letzten Spieltag die Korken knallen.
Vanessa Stegmüller (links) und Gerlinde Grom (Mitte) vom SSV Waghäusel ließen nach dem letzten Spieltag die Korken knallen. | Foto: pr

SSV Waghäusel

Treffsicherer Aufsteiger

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„Oberliga, wir kommen!“ steht auf den blauen T-Shirts, die sich die Spielerinnen des Frauenfußball-Verbandsligisten SSV Waghäusel übergestreift haben. Dem Team von Trainer Martin Bieser reichte ein zweiter Tabellenplatz, um den Durchmarsch von der Landes- in die Oberliga zu schaffen.

Das Paket mit den Shirts hatte sich frühzeitig vom Händler auf den Weg nach Waghäusel gemacht, da der Club bereits Ende Mai vom Aufstiegsverzicht des Tabellenführers VfB Wiesloch erfahren hatte. „Wir konnten bereits in Ruhe bestellen“, sagt der Coach, da zudem am vorletzten Spieltag der Drittplatzierte KIT SC überraschend Federn ließ.

Muric erzielt 35 der insgesamt 107 Toren

Großen Anteil am Erfolg des SSV hat ohne Zweifel Moira Muric. Die Offensivspielerin erzielte 35 Treffer in der abgelaufenen Saison. Insgesamt traf Waghäusel 107 Mal ins gegnerische Gehäuse. „Es ist der Verdienst der gesamten Mannschaft. Auch Moira hat sehr von ihren Mitspielerinnen profitiert“, sagt Bieser, der jedoch betont: „Defensiv haben wir schon noch ein paar Probleme.“ 31 Gegentore kassierte der Vizemeister. Daher soll die Hintermannschaft für die Oberliga noch einmal verstärkt werden. „Aber wir müssen den Kader auch generell breiter aufstellen.“

Wir sind noch ein unbeschriebenes Blatt.

Durch die Verpflichtungen von Torhüterin Janina Zilz (1899 Hoffenheim II) und Stürmerin Johanna Kuhn (SG Dittwar/Tauberbischofsheim) sowie die Rückkehr von Mittelfeldspielerin Jeanine Sengle, die ein Jahr pausierte, seien die ersten Schritte gemacht. „Wir sind noch ein unbeschriebenes Blatt. Da ist es schwierig, Spielerinnen zu uns zu locken“, berichtet Bieser.

„Dabei haben wir zwei tolle Rasenplätze, können eine Sporthalle nutzen und haben die Kabinen alle neu gemacht. Das ist eigentlich ein Faustpfand.“ Dennoch sei der Verein sportlich schneller gewachsen, als in der Organisation und im Sponsoring.

Ziel ist der Klassenverbleib in der Oberliga

Dementsprechend vorsichtig ist der Coach beim Blick auf das kommende Oberliga-Jahr. Ziel sei es, zunächst einmal in der Klasse zu verbleiben. „Das wird unsere Hauptaufgabe sein.“, sagt Bieser. Da er die Oberliga noch aus seinen Zeiten beim Frauenteam des Karlsruher SC und des ASV Hagsfeld kennt, versucht er seine Spielerinnen optimal auf die neue Runde vorzubereiten: „Ich sehe da schon eine Chance für uns.“

Klar sei jedoch: „100 Tore schießen wir da sicherlich nicht mehr.“ Ob es in einem Jahr auch bedruckte T-Shirts geben wird, wenn der Klassenverbleib glücken sollte, bleibt abzuwarten. Die Saison wird sicher nicht einfach.