Die Absturzkatastrophe am Erlichsee in Oberhausen-Rheinhausen führte im Januar zu einem Großeinsatz.
Die Absturzkatastrophe am Erlichsee in Oberhausen-Rheinhausen führte im Januar zu einem Großeinsatz. | Foto: Heintzen

Absturz beim Erlichsee

Unruhige Nacht für Einsatzkräfte

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Hinter den Helfern in Oberhausen-Rheinhausen liegt eine unruhige Nacht. Bis zum nächsten Morgen werde nach Trümmerteilen und nach den Toten gesucht, zudem Spuren gesichert, kündigte die Polizei bereits am Dienstagnachmittag kurz nach der Flugkatastrophe über dem Erlichsee in Oberhausen-Rheinhausen an. Dort waren gegen 13 Uhr ein Hubschrauber und ein Sportflugzeug zusammengestoßen.

„Man sieht schlimme Dinge“

Und so begann für Felix Ritschel, seine Kollegen vom Technischen Hilfswerk (THW) Oberhausen-Rheinhausen und für die Ortsverbände aus Waghäusel und Karlsruhe der Einsatz, als sich am Dienstag langsam die Dunkelheit über dem See ausbreitete. Während das örtliche DRK für die notwendige Verpflegung am Einsatzort sorgte, leuchteten die 20 THW-Kräfte die Unglücksstelle großräumig aus. „Für uns ist das ein schwieriger Einsatz, auch wenn wir nicht in der ersten Reihe stehen“, sagte Ritschel. „Man sieht dennoch schlimme Dinge, es ist nicht einfach damit umzugehen.“

Seelsorger unterstützen in Ausnahmesituation

Mit diesem belastenden Einsatzgeschehen müssen sich auch die Männer und Frauen der Feuerwehr Oberhausen-Rheinhausen auseinandersetzen. Die Wehr war zuerst an der Einsatzstelle, wie Edgar Geißler vom Kreisfeuerwehrverband berichtete. Sie begann mit den Löscharbeiten am Wrack des Hubschraubers und auch mit der Suche nach möglichen Verletzten. Doch schnell zeigte sich, dass es für die vier Insassen keine Hoffnung mehr gab. Manche der Feuerwehrleute sahen die Leichen der Verunglückten. Eine lag neben einem Feldweg, bedeckt von einer goldenen Folie. Eine Ausnahmesituation für die ehrenamtlichen Helfer. „Seelsorger sind vor Ort und unterstützen die Einsatzkräfte“, berichtete Frank Otruba vom Polizeipräsidium Karlsruhe.

Die Polizei sucht die Absturzstelle großräumig ab. Auch die ganze Nacht über wurden Spuren gesichert. Die Polizei bewachte die Unglücksstelle. | Foto: 7aktuell

Bürgermeister Büchner stundenlang vor Ort

Bürgermeister Martin Büchner wurde ebenfalls ganz früh über den Unglücksfall informiert. „Erst konnte ich das gar nicht richtig einschätzen. Ich dachte, bei unseren Modellfliegern sei etwas passiert“, berichtet er im Interview. Erst vor Ort sei das Ausmaß der Katastrophe klargeworden. Über Stunden bleibt Büchner an der Unglücksstelle, spricht mit den Verantwortlichen und stellt später Räume und weitere Infrastruktur für die Polizei zur Verfügung.

Augenzeuge sieht Feuerball

Unter den rund 9.400 Einwohnern der Gemeinde verbreitet sich natürlich schnell, dass etwas an ihrem Erlichsee passiert war. Von einem großen Feuerball berichtet ein Augenzeuge, der zufällig die Kollision beobachtete. Und die herbeieilenden Einsatzkräfte, ein Fernsehteam, das in den Straßen filmt – so etwas gibt es sonst nicht in den beiden beschaulichen Stadtteilen Oberhausen und Rheinhausen.

„Ich werde erstmal die Wege hier meiden“

Eine Spaziergängerin aus Oberhausen zeigte sich sehr betroffen von dem Unglück. Welche Katastrophe sich in dieser Naturidylle ereignet hatte, war auf dem kleinen Wirtschaftsweg nicht zu sehen, auf dem sie unterwegs war. Der See sei ein wichtiges Naherholungsgebiet für die Gemeinde und für Besucher aus dem Umkreis, erzählte sie. Gerade im Sommer sei viel los: im See werde gebadet, viele Camper seien vor Ort. „Ich werde erstmal die Wege hier meiden“, sagt die Frau. „Aus Respekt vor den Verstorbenen.“